Gibt es das Universum wirklich?!

22 Antworten

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Die Frage ist zwar etwas her, aber dennoch möchte ich antworten. Zu Beginn gab es keine Elemente. Das Universum war ja direkt nach dem Urknall extrem komprimiert. Der Druck muss immens gewesen sein, die Hitze ebenso. Wenn du dir das Element Wasserstoff ansiehst, erkennst du ja, dass es ein Proton hat. Die Kernladungszahl, also die Anzahl der Protonen im Kern, bestimmt ja letztendlich, was für ein Element es ist. Protonen mussten aber erst mal entstehen. Sie setzen sich aus Quarks zusammen, Gluonen dienen sozusagen als Klebstoff. Diese konnten sich in den ersten Sekunden augrund der extremen Begebenheiten aber nicht verbinden und so bewegten sie sich recht frei im sogenannten Quark-Gluon-Plasma.

Dann, nach ewas 3 Minuten, war es dann soweit. Durch die weitere Ausdehnung des Raumes kühlte sich das Ganze etwas ab und nun entwickelten sich die ersten Elemente. Vor allem Wasserstoff und Helium und kaum erwähnenswerte Mengen Lithium und Beryllium. Dann passierte erst mal ein paar hundert Millionen Jahre nichts, denn um schwerere Elemente zu erzeugen muss es zur Kernfusion kommen.

Dann, nach sagen wir mal 500 Millionen Jahren, hat sich der erste riesige Haufen von Wasserstoffatomen angesammelt. Dass passiert mit der Zeit immer schneller, weil sich die Masse dieses Haufens erhöht. Masser erzeugt Gravitation und somit zieht es weitere Atome an. Irgendwann ist es dann soweit: Die Gravitation steigt soweit an, dass sich zwei Wasserstoffatome verbinden: Kernfusion! Ein Stern ist geboren! Jetzt geht es immer so weiter. Atome fusionieren und so entstehen Elemente bis Eisen! Also sowas wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Schwefel usw. Warum aber nur bis Eisen? Bis zu diesem Element gibt eine Kernfusion mehr Energie ab als sie benötigt. Ab jetzt verhält sich das anders, wir brauchen Energie von außen! Jetzt also wieder etwas warten...

Irgendwann stirbt ein Stern. Je nachdem, wie massereich ein Stern ist, hat er unterschiedliche Arten zu verrecken. Unsere Sonne ist recht klein. Sie wird irgendwann ein roter Riese, stößt dann ihre Schale ab und endet als weißer Zwerg. Quasi ein Brocken, der etwas nachglüht. Größere Sterne verhalten sich anders, aber dazu muss man folgendes Wissen: Die Kernfusion ist sowas wie ein Gegenspieler zur Gravitation und verhindert, dass der Stern unter seiner eigenen Schwerkraft zusammenfällt. Fällt die Kernfusion weg, passiert allerdings genau das. Die Folge sind Supernovae und die sind dann die Energielieferanten! Hier werden enorme Energiemengen freigesetzt und jetzt können damit die schweren Elemente entstehen (Gold, Uran usw.). Ein Teil wird dann in das All geschleudert. Hieraus entstehen dann die ersten Planeten :)

Der Rest vom Stern wird dann entweder zu einem Neutronenstern (dabei wird die Atomhülle in den Atomkern gedrückt und Elektron und Proton verbinden und neutralisieren sich sozusagen, daher der Name) oder wenn es ein sehr schwerer Stern ist wird es ein schwarzes Loch. Hier wird der Raum dermaßen gekrümmt, dass Licht diesen halt nicht mehr verlassen kann.

Im Umkehrschluss heißt das also, dass mit jeder weiteren Sternengeneration die Planeten umso schwerer werden bzw. es umso mehr Planeten gibt. Außerdem ist der Spruch "wir bestehen aus Sternenstaub" nicht zu 100 % richtig. Unser Körper besteht auch aus Wasser und Wasserstoff ist ja ein Bestandteil davon. Was bedeutet, dass ein Teil von uns auch durch den Urknall erzeugt wurde. Etwas in uns ist also etwa 13,7 Milliarden Jahre alt! Funktioniert trotzdem noch ganz gut :P

Was wir nicht wissen ist nach wie vor, was der Auslöser des Urknalls war. Es muss einen Grund geben, warum sich das Universum plötzlich so ausbreitet (und dies immer schneller tut) und das, woraus sich unsere ersten Elemente gebildet haben, muss sich aus irgendeinem Grund erschaffen haben oder es muss irgendwo herkommen.

Selbst wenn man sagt, dass alles schon "vor" dem Urknall war oder dergleichen, lässt es selbst dann immer noch die Frage offen, woher und wie? Selbst ein Gott oder dergleichen müsste sich ja selbst irgendwie erschaffen können und ein "das kann er halt" werde ich niemals so hinnehmen. Ich fürchte allerdings, dass das Fragen sind, die ich zu Lebzeiten nicht mehr beantwortet bekomme. Ich vermute, dass ein besseres Verständnis zur Gravitation und vor allem zur Dunklen Energie, sollte die Hypothese zutreffend sein, ein Schlüssel sein könnten um das Ganze zumindest teilweise zu erklären. Bis dahin: Grübeln und Tee trinken :)

Danke,

diese Antwort finde ich sehr gut.

Nun kann ich ein wenig verstehen wie das alles gegangen ist :D

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Auch trotz nach 3 Jahren möchte ich meinen dank Für diese äußerst tolle Antwort aussprechen. Extrem verständlich!

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Meines Erachtens, kann man nicht beweisen, wie das Universum entstanden ist. Man sagt, es ist vor ungefähr 13,7 Mia. Jahren entstanden und unsere Teleskope könnten in dieser Entfernung auch nur 13,7 Mia Jahre in die Vergangenheit schauen. Nach heutigen Erkenntnissen, können wir 13 Mia Lichtjahre weit mit einem Teleskop blicken. Ich bin gespannt, was modernere Teleskope zeigen werden.

Ich glaube nicht direkt an einen Gott. Aber an eine Kraft, welche von uns einfach "Gott/Allah" genannt wurde. Sie hat nie einen Jesus oder Mohammed erschaffen. Ich glaube, dass wir diese Kraft beherrschen können aber dafür müssen wir natürlich auch erstmal was sie bewirkt.

Es gibt so vieles, was wir noch nicht entdeckt haben. Vielleicht müssen wir das auch noch "finden".

Hallo,

wie ist das alles entstanden? Die kosmische Hintergrundstrahlung ist ein sehr guter Beweis für den Urknall bei dem Raum, Zeit und später Materie entstand, sozusagen aus einer Singularität heraus. Der Urknall an sich war keine Explosion wie es in reißerischen Dokus immer dargestellt wird. Es handelt sich hierbei um eine explosionsartige Ausdehnung des Raums.

Wo war der Urknall? Einen fest definierten Punkt dafür gibt es nicht - er war überall.

Wie entstanden Planeten, Galaxien, Sterne usw.? Stichwort Gravitation.

Was hat Gott damit zu tun? Gar nichts. Warum? Vor dem Urknall gab es keinen Raum, also hatte er gar keinen Platz um etwas zu machen. Vor dem Urknall gab es keine Zeit, also hatte er keine Zeit das Universum zu erschaffen...

ok :D

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Bin etwas enttäuscht über diese Antwort. Deine anderen astronomischen Antworten waren besser.

Könnte man sich einen Schöpfer nicht als außerhalb von Raum und Zeit bestehendes geistiges Prinzip vorstellen?

Einstein, Planck u.a. hatten eine solche über die bisherigen materialistischen, kleinkarierten hinausgehenden Antworten diese Vorstellung.

Unser Geist kann über den grobstofflichen Raum und auch die endliche Zeit hinaus denken. Wieso scheint es vielen unmöglich, in der jenseitigen Sphäre nicht ein Schöpferprinzip zuzulassen?




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@weckmannu

es ist nicht ganz unmöglich, nur nimmt man die einfachste Erklärung, ohne weitere Komplikationen, die ausreicht um ein Modell zu beschreiben - wer oder was durch eine Intention oder unabsichtlich so etwas ins rollen gebracht haben könnte ist sowieso unvorstellbar und eigentlich auch nicht nötig

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@VortexDani

Man muß kein ``Schöpferprinzip´´ zulassen .. Alleine das Wort Schöpferprinzip, "Etwas (Universum, erstes Sein, nicht mehr Nichts), wird von einem auch noch ``geistigen Prinzip´´ in Existenz gebracht." trägt schon viel zu viele menschlich befangene Begriffe in sich deren Zutreffen auf die tatsächlichen Vorgänge völlig beliebig angenommen sind.

Man muß nur annehmen, daß (jemals universelles) Nichts nicht möglich ist: Dann kann es `bevor´ ein Universum existiert, zu Existenz gelangt, wie wir es kennen oder uns in seiner Frühzeit vorstellen, .. dann kann es, egal wann, immer zumindest Etwas geben, gegeben haben, geben werden, ``geringstmögliches Sein´´ quasi, aber nicht jemals völliges Nichts:

Man kann - wenn man will - es sich vorstellen, wie den Raum zwischen den Polen der Steckdose - wenn die Luft nicht feuchtgeschwängert ist, springt kein Funke über, aber völlig Nichts, gar keine Verbindung, gar keine Option, daß ein Funke entsteht ist auch nicht. - Das jetzt ohne Pole, ohne elektromagnetischen Strom, nur mit Mindest-Sein belegte Leere. Zufällig und `chaotisch´ (prinzipiell unvorhersagbar) fluktuierende Vakuumenergie. .. Fluktuiert genug Energie phasengleich überlagert, knallt das Ganze in den nächsthöheren Aggregatzustand und saugt sämtliche Energie auf.

Soweit die m.E. sinnvolle und logische Vorstellung, "Es gab nie Nichts. Zum Sein gab es nie eine Alternative." Denn wir stellen fest: Es existiert Etwas, das Universum ist da, und nicht Nichts. ``Jemals für immer Nichts´´ scheidet damit logisch aus. Womit sich eine Schöpfung aus völligem Nichts erübrigt.

..

Nun ist es aber auch so, daß wir vom ganzen Universum nur den Teil kennen, der nach 300.000(?) Jahren nach dem Urknall sichtbar wurde. Das heißt auch den früheren(!) Rest werden wir niemals zu Gesicht bekommen, samt allem, was sich bis dahin z.B. an Antimaterie von unserem Bereich bereits hätte entfernen können.

Warum sollte nicht Alles (an Energie, also Materie) immer da sein!? Mit jeweils einem (jeweils erneuten) singulären Zwischenzustand (zur Not, wie oben beschrieben aus Vakuumflukuationen, Zeit genug ist ja dann jeweils), wenn das Ganze kollabiert oder auseinanderdriftet.

..

Zur Zeit scheitern einfach nur unsere Begriffe noch. Man muß nicht für jedes uns neue unerklärliche Phänomen geistige Überdinger nach unserem Bilde heraufbeschwören - das hat sich noch nie als stichhaltig erwiesen. Sich in solche abenteuerliche Urzustände reinzudenken, .. Hör mal: "Zeit und Raum entstehen erst ``nach´´ dem Urknall." .. Sich überlagernde Quantenzustände, die Quantenwelt verstehen, .. Energie = äquiv. der Materie und umgekehrt, .. Fluktuierendes Vakuum, .. na, wenn das nicht "geistig" genug ist. Das ist mir lieber als ein zusammengeschwurbeltes ``geistiges Prinzip´´. Vielleicht ist es das ja sogar, .. unsere Fähigkeit, unsere Neugier, die Möglichkeit, daß wir als Teil des Universums über das Ganze (solche) etwas herausfinden können. Dann denkt das U. in uns sich selbst. Also, noch mentaler geht's mE nicht.

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http://www.spektrum.de/quiz/woher-stammt-das-gold-auf-der-erde/894626

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Kleine Sterne "Leben" allerdings Milliarden von Jahre. Das Universum ist nicht unendlich alt und was hinzukommt, alles dehnt sich aus. Da stellt sich mich die Frage, unsere Sonne ist vor sagen wir 5 Milliarden Jahre entstanden. Das Universum ist rund 15 Milliarden Jahre alt. Wann die ersten Sterne entstanden sind, weiss man nicht genau, aber vom Zeitfenster gab es also max. 2 bis 3 Generationen an Sternen wie die Sonne, wenn überhaupt. Und die ältesten Sonnen sind auch am weitesten weg von uns und vom "Mittelpunkt".

Meine Gedanken dazu: wenn schwere Elemente nur entstehen, wenn Sterne explodieren dann sind das erste Mal solche Elemente einige Milliarden Jahre nach der Entstehung des Universums entstanden. Die Überreste des explodierenden Sternes haben sich aber ausgedehnt und dadurch verdünnt. Die "Fliehkraft" ist aktuell größer als die Schwerkraft so dass sich das Universum weiter ausdehnt. Wie wahrscheinlich ist es also, dass aus der explodierenden Masse eines Sternes ein Sonnensystem wie die Erde entsteht und wenn das Material bei der Entstehung also schon alle Elemente enthalten hat, wieso finden wir davon nichts in der Sonne und wieso gibt es Gasplaneten wie Jupiter, die anscheinend kaum schwere Elemente enthalten?

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