Gibt es das Böse? -Philosophie

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9 Antworten

Wo das Böse herkommt ist eine uralte Frage. Lange bevor es die Philosophie gab, wurden in den Mythen bereits Antworten dazu versucht, siehe die Geschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies. Bei den Griechen gibt es die Geschichte mit der Büchse der Pandora oder wie Zeus die Titanen tötet (die sich gegen ihn auflehnen und seinen Sohn Dionysos töten) und aus dem Rus die Menschen schafft und viele andere mehr. Sowie die Mythen und die darauf fußenden Religionen sehr verschiedene Antworten geben, so gibt es bis in die moderne Philosophie unterschiedlichste Antworten. Nietzsche hat sich vor allem an der Heuchelei der Kirche gestört. Er war ja selbst Pfarrerssohn und da ist eine gewisse Überempfindlichkeit verständlich.

Gut und böse ist etwas anderes als richtig und falsch. Es hat etwas mit unserem Überlebenswillen zu tun, und alles, was unser Überleben negativ tangiert, wird von uns als 'böse' empfunden. Da wir in Gesellschaften leben und ein gutes Überleben aller auf ein relativ harmonisches Miteinander aller angewiesen ist und Rücksichtnahme, empfinden wir ein Verhalten, das dem offen zuwiderläuft, als böse. Und da wir hin und wieder in uns selbst den Hang entdecken, anderen in bösartiger Lust zu schaden, gibt es auch die Rede vom Bösen in uns selbst. Damit ist das Thema dann schon von der Philosophie in Spezialdisziplinen wir Psychologie und Soziologie weitergewandert.

wobei als böse nicht unbedingt etwas definiert ist, dass unserem Überleben schadet, denn es werden z.B. auch Lügen als böse definiert, die wir auch einsetzen um andere Menschen zu beschützen.

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@Karihno

@Karihno

Aber hallo. Das ist es doch: Wenn man alles, was Lüge ist, als böse definiert, sprich das absichtliche sagen der Unwahrheit, dann hat man dieses Problem. Wenn man aber 'böse' daran festmacht, ob jemand anderes im Überleben herabgesetzt wird oder nicht, genau dann wäre eine eindeutige Lüge, wenn sie eine Notlüge ist, die jemand anderem nicht den Lebensmut nimmt, eben nicht 'böse'. Es ist also sehr sinnvoll, das Wort 'böse' nicht an Begriffen festzumachen, deren Wirkung nicht immer eindeutig ist. 'Das Überleben anderer negativ tangieren' ist ein Begriff, mit dessen Einschätzung man dann z.B. beurteilen kann, wann lügen oder töten als 'böse' einzustufen ist. Dann muss man abwägen.

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Speziell zum Thema Nietzsche: Er gerierte sich als Kritiker der Religion(en) und speziell der katholischen Kirche. Was ihn störte, war der tw. verdummende Charakter der volkstümlichen Katechismus-Lehre seiner Zeit; diese Kritik ist durchaus berechtigt, so hat auch Marx die Kirchen angegriffen und nicht zu Unrecht. Wenn ich Nietzsche richtig verstanden habe, wollte er den Menschen als das Maß der Welt verstanden wissen - aber nicht jeden, sondern nur den, der das Bildungs- und Aufgeklärtheits-Ideal seiner Zeit und seiner persönlichen Vorstellung erfüllte. Man muß ihm lassen, daß er alles und jedes dem kritischen Zweifel unterwarf und diese Haltung konsequent lebte bis zu seinem Tod. Am meisten rieb er sich dabei an "der Kirche", als Repräsentantin einer alles bestimmenden und alles bewertenden Macht. Die Nachwirkungen dessen sind ja heute noch in der allgemeinen Kirchenkritik spürbar, entstellt und aus einer Art Halbwissen heraus. Auch das wäre ein schöner Angriffspunkt für Nietzsche. lach Gruß, q.

Nochwas von Nietzsche:

"Wer immer gegen Monster kämpft, sollte aufpassen, dass er im Kampf nicht selbst zum Monster wird. Denn, wer in einen Abgrund sieht, wird im selben Moment auch vom Abgrund angesehen."

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