Gibt es Beweise für die Existenz eines gottes?

26 Antworten

Hallo TomTomNavi2109,

wenn im Zusammenhang mit der Frage nach Gott von "Beweisen" gesprochen wird, dann gibt es einige, die das missverstehen. Sie behaupten, die Existenz Gottes sei nicht beweisbar, da es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt. So kann es leicht passieren, dass man schnell aneinander vorbeiredet. Natürlich kann niemand einen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes vorlegen. Das heißt jedoch nicht, dass es keine Art von Beweisen gäbe.

Dazu ein einfaches Beispiel: Wenn jemand danach gefragt wird, ob ihn sein Partner liebt, dann kann er das, streng genommen, auch nicht unwiderlegbar beweisen. Er könnte jedoch auf vieles hinweisen, das für ihn den Beweis dafür liefert, dass die Liebe zwischen ihm und seinem Partner vorhanden ist. Er könnte z.B. eine ganze Reihe von Liebesbeweisen oder Taten aufzählen, die für ihn über jeden Zweifel erhaben sind. So gibt es in unserm Leben sicher viele Dinge, für die ein wissenschaftlicher Nachweis fehlt, an die wir jedoch dennoch ganz selbstverständlich glauben.

Auf was könnte man denn hinweisen, um Gottes Existenz zu beweisen? Ganz einfach: auf sein Werk, seine Schöpfung! Es gibt natürlich aus wissenschaftlicher Sicht eine ganze Anzahl von Theorien, die Erklärungen für die Entstehung des Lebens mit all seinen Erscheinungsformen liefern. Doch diese haben eine entscheidende Schwachstelle: Auch sie können im strengen Sinne nicht "bewiesen" werden. Man weist jedoch auf "Belege" hin, die die theoretischen Aussagen stützen sollen. Doch sind diese "Belege" nicht so eindeutig, dass sie als "gesichertes Wissen" gelten können. Denn wären sie das, dann würde sich jeder, der an Gott glaubt, der Lächerlichkeit preisgeben. Doch so einfach ist die Sache dann doch nicht.

Bei der Frage, ob das Leben von allein entstehen und sich in einer stetigen Aufwärtsbewegung weiterentwickeln konnte, so dass daraus sämtliche Lebensformen entstehen konnten, geht es eigentlich immer um eine Rekonstruktion von längst Vergangenem. Es ist so ähnlich, als wenn man bei einem Kriminalfall anhand von Indizien den Tathergang herausfinden will. In manchen Fällen scheinen mehrere dieser Indizien so gut zueinander zu passen, dass man glaubt, eine Erklärung gefunden zu haben. Doch den letzten Beweis für die eine oder andere Version einer Rekonstruktion der Geschehnisse gibt es in vielen Fällen einfach nicht. Der Kriminalist muss einräumen, dass alles vielleicht doch ganz anders gewesen ist.

Im Fall der Evolution sind die Indizien jedoch nicht so eindeutig, wie das von vielen behauptet wird. Nehmen wir als Beispiel einmal den Fund eines alten Schädelknochens. Ein Teil der Wissenschaftler mag darin das Fragment eines Frühmenschen sehen, andere wiederum ordnen den Fund eher einem ausgestorbenen Menschenaffen zu. Es gibt also oft einen Deutungsspielraum und gerade im Bereich der Fossilien fehlt es oft an Eindeutigkeit. So sind die Ansichten von Wissenschaftlern oft zwiegespalten. Jemand, für den die Evolutionstheorie unzweifelhaft feststeht, deutet einen Fund ganz anderes als jemand, für den diese Theorie keineswegs so feststeht. Es kommt also immer auf den Blickwinkel an, aus dem man eine Sache betrachtet.

Wie sehen denn die Indizien in Bezug auf eine Schöpfung aus? Lassen sie eher auf eine zufällige Entstehung oder eher auf einen Designer schließen? Auch hierzu ein Beispiel: Stell Dir vor, Du würdest in einer abgelegenen Gegend auf ein riesiges Gebäude stoßen, das in keiner Weise einem von Menschen errichteten Gebäude gleicht. Du gehst näher darauf zu und stellst fest, dass es aus einem Material besteht, das Du nicht kennst und das Du noch nie zuvor gesehen hast. Dann betrittst Du das Innere des Gebäudes und kommst aus dem Staunen nicht mehr heraus. Du siehst eine Art Fertigungsanlage, die jedoch nichts mit dem gemein hat, was Du in dieser Richtung je gesehen hast. Alles macht auf Dich einen surrealen Eindruck, alles ist so fremdartig. Am Ende der Fertigungsstraße kommt dann ein Produkt heraus, das Du ebenfalls noch nie gesehen hast. Du kannst Dir auch nicht vorstellen, für welchem Zweck dieses Produkt hergestellt wurde. Alles in dieser Fertigungshalle läuft vollautomatisch ab. Du siehst auch keinen Menschen, der das Ganze überwachen würde.

Dann beobachtest Du etwas, was Dich erschaudern lässt: Die riesige Halle beginnt sich zu teilen und neben der ursprünglichen Stelle entsteht eine völlig identische Anlage, in der alles genau gleich abläuft wie in der ersten. Und das alles völlig selbsttätig! Du bist von den Abläufen derart fasziniert, dass Du irgendwann bemerkst, wie Dir der Mund offensteht. Welche Schlussfolgerung würdest Du aus dem Ganzen ziehen? Kämst Du auf die Idee, die Fertigungsanlage sei aus dem Nichts entstanden, bloß weil Du niemanden siehst und niemanden fragen kannst? Oder käme nicht sofort der Gedanke: Wer hat sich das Ganze bloß ausgedacht und konstruiert? Welcher große Meister war hier am Werke?

Die eben beschriebene "Fertigungsanlage" gibt es wirklich, allerdings "nur" (ich sollte besser sagen, "sogar") in Miniaturformat! Ja eigentlich gibt es die unterschiedlichesten Arten von "Fertigungsanlagen", nicht nur eine. Du hast sicher gemerkt, dass ich von lebenden Zellen spreche. Zellforschern ist es gelungen, selbst die kleinsten Details einer Zelle zu erkennen und ihre Funktionsweise zu verstehen. Kurz gesagt, gleicht die Zelle einer ummauerten Stadt mit Ein-und Ausgängen, Kraftwerken, Produktionsanlagen, einer Kommandozentrale uvam. Sie ist also, obwohl winzig klein, ein komplexes Gebilde, das ein großes Maß an Intelligenz und Raffinesse erkennen lässt. In der Steuerungszentrale (dem Zellkern) liegen Pläne bereit, die viele Buchbände an komplexen Informationen und Anweisungen umfassen. Ein einzelnes Gen enthält ca. 27.000 Buchstaben. Das Genom besitzt die gigantische Informationsfülle, die in etwa 3 Milliarden Basenpaaren abgespeichert ist.

Um sich diese Informationsdichte besser vorstellen zu können: Nur ein Gramm DNA enthält bereits so viele Informationen, wie auf einer Billion CD`s. Noch plastischer wird das Ganze, wenn man sich einmal klar macht, dass man auf einem einzigen Teelöffel die DNA der aktuellen Weltbevölkerung 350 mal unterbringen könnte! Kann so etwas der Zufall im Zusammenspiel mit den Naturgesetzen hervorgebracht haben? Wofür sprechen die Indizien?

Der Wissenschaftler Wolf-Ekkehard Lönnig, der bereits viele Jahre am Max-Planck-Institut in der Züchtungsforschung tätig ist, sagte dazu:
"Durch meine empirischen Forschungen in der Genetik sowie durch Studien biologischer Themen wie Physiologie und Morphologie komme ich mit der enormen, oft unfassbaren Komplexität der Lebewesen unmittelbar in Berührung. Meine einschlägigen Studien haben mich in der Überzeugung bestärkt, dass Lebewesen — selbst die einfachsten  — einen intelligenten Ursprung haben müssen". Dem schließen sich viele andere Forscher ebenfalls an. Sie halten es nicht für wahrscheinlich, dass eine erste lebende Zelle in einem Urozean aus unbelebter Materie von allein entstanden ist, oder all die vielen Erscheinungsformen des Lebens allein durch natürliche Gesetzmäßigkeiten und zufällige Ereignisse entstehen konnten.

Das sind nur einige der vielen Gründe, die mich persönlich davon überzeugen, dass es einen Urheber, einen Schöpfer gibt, der diese Welt ins Dasein gebracht hat.

LG Philipp

Nein es gibt keine Beweise für die Existenz von Göttern oder eines Gottes. Zumindest alle Götter, die bisher und aktuell verehrt werden bestehen nur in den Köpfen der Menschen.

Argumente FÜR einen Gott scheitern an diversen Dingen:

... der Begriff Gott wird nicht exakt definiert

... es werden Behauptungen aufgestellt, die noch nicht oder auch nie überprüft werden können

... Argumentationen enthalten logische Fehlschlüsse

Reduziert man ALLE bisher aufgestellten Behauptungen mit den oben genannten Problemen, bleiben exakt 0 Argumente über.

Nur mal ein paar Beispiele:

"Unsere Existenz beweist Gott."

Grundsätzlich würde unsere Existenz nur einen Gott belegen, aber nicht beweisen unter der Voraussetzung, dass wir andere Beispiele haben, wo mindestens ein anderer Gott ein Universum erschaffen hat. Leider haben wir das nicht.

Wenn man behauptet, dass unsere Existenz Gott BEWEIST, dann wäre das auch schon einmal der logische Fehlschluss "argument from ignorance", oder der Fehler der unvollständigen Alternativen.

"Die Bibel beweist, dass Gott existiert"

Die Bibel soll ja Gottes Wort sein. Leider ist die zu "beweisende" Entität Gott. Demnach ist das inherent ein Zirkelargument und damit ein logischer Fehlschluss.

"Eine Uhr hat auch einen Schöpfer, damit auch das Universum"

Das ist der logische Fehlschluss mit dem Namen "Falsche Äquvalenz" (false equivalence).

"Moralargument"

Auch das ist ein "argument from ignorance", weil kategorisch andere Möglichkeiten ausgeschlossen werden, woher unsere Moral kommt. Seltsamerweise kann unsere Moral sehr gut durch die Evolution erklärt werden. Und in diesem Erklärungsansatz brauchen wir absolut KEINE Magie.

Und das geht immer so weiter ...

Ob es einen Gott gibt? Keine Ahnung. Zumindest ist es nicht einer von denen, von denen Menschen behaupten, sei wären oder er wäre existent.

Es gibt eine philosophische Kette von Argumenten, die für die Existenz eines Gottes spricht.

Primär gibt es den Beweis dafür, daß überhaupt etwas existiert, wobei der Beweis darin besteht, daß wir wahrnehmen, daß es etwas gibt.

Beim Begriff "Gott" kommt es darauf an, von welchen Voraussetzungen wir ausgehen.

Unter der Annahme, daß es einmal außer Gott nichts anderes gegeben hat, muß Gott zwangsläufig ein "alles" gewesen sein. Weiterhin gibt es die berechtigte Annahme, daß aus gar nichts nichts hergenommen werden kann und daß man auch nicht etwas in einen nicht existierenden Raum hineinschaffen kann.

Daraus läßt sich herleiten, daß ein Gott das Material seiner Schöpfung aus sich selbst nimmt und das Werk anschließend in ihm existiert und nicht außerhalb von ihm.

Diesen Faden weitergesponnen bedeutet dann, daß "Gott" weiterhin das "alles" ist und innerhalb von ihm dann auch alles Existierende vorhanden ist.

Es gibt jedoch auch andere Hypothesen, bei denen Gott als ein externes allmächtiges Etwas definiert ist. Diesbezüglich ist bislang lediglich nachweisbar, daß diverse Fantasien tatsächlich existieren, wobei man aber Fantasiegebilde nicht mit einem existierenden Gott verwechseln sollte.

"Berufsphilosophen" würden das alles wahrscheinlich ganz anders ausdrücken, dem aber dennoch nicht zwangsläufig widersprechen.

Weil auch Philosophie zu den Wissenschaften gehört, gibt es somit "wissenschaftliche" Argumente, die die Existenz eines Gottes als wahrscheinlich darstellen.

Weil es hier aber nichts zum Vorzeigen gibt und auch nichts, das man in Tüten abfüllen kann, hapert es an dem, was die Wissenschaft zur Grundbedingung für "wissenschaftlich nachgewiesen" macht.

Übrig bleiben deshalb nur Theorien/Hypothesen, die ihrerseits von jeweiligen Sichtweisen der Betrachter abhängig sind. Landläufig bezeichnet man solche Denkergebnisse als Meinungen, die dann aber weder theoretische Beweis noch sonstige Beweise sind, sondern ganz einfach nur Meinungen.

Das ist dann eine überaus ärgerliche Angelegenheit, weil es beim hauptsächlichen Streit über die Existenz oder Nichtexistenz Gottes überwiegend darum geht, welche der unüberschaubar vielen Meinungen als "wissenschaftlich fundiert" anerkannt werden soll, gelegentlich auch unter Mitbenutzung roher Gewalt.

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