Gibt es bald ein Heilmittel für HIV?

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9 Antworten

Hallo LordMorgoth

Es gibt Forschungen zu einem Heilmittel für HIV

Und zwar wurde vor etwa 10 Jahren Enzyme entwickelt, die das Erbgut von HI Viren aus dem Genetischen Code einer Zelle wieder herausschneiden können.

Als Medikament kann man diesen Enzym jedoch nicht einsetzen, da es in die infizierten Zellen rein muss und ein Enzym selbst bei intravenöser Verabreichung in die Zelle aufgenommen würde.

Nun plant man HIV positiven Menschen Knochenmark zu entnehmen und diesem mittels anderer ungefährlicher Retroviren (HIV ist ja selber ein Retrovirus), also Viren die Erbgut in die DNA selber einbauen können, das Gen einzubauen welchen das Enzym herstelllt um HIV rauszuschneiden und den Patieten dann dieses veränderte Knochenmark wieder zu replantieren, damit diese Patienten Immunzellen herstellen, welche sich selber von HIV befreien können.

In ein paar Jahren werden dazu klinische Studien beginnen, aber man sollte eben auch bedenken, dass es nur Studien sind und dieses Verfahren bisher nur in Theorie und mit humanisierten Mäusen klappt.

Solche Gentherapien bergen aber immer ein Risiko für Krebs, da hier Knochenmark behandelt wird in diesem Falle Leukämie, da es unberechenbar ist, an welcher Stelle der DNA dieses zusätzliche Gen eingefügt wird, eventuell werden wichtige Zellsteurungsgene einfach zerschnitten und funktionslos.

Von den Ergebnissen dieser Studien hängt es dann ab, ob HIV Infektionen in der Zukunft auf diesem Wege heilbar sein werden oder nicht, aber selbst wenn die Studien erfolgreich sind, dauert es wahrscheinlich wohl noch die übliche Zulassungszeit von über 10 Jahren, bis diese Therapie auch großflächig eingesetzt werden kann

Theoretisch betrachtet gibt es übrigens schon ein Heilmittel.

Es gibt Menschen bei denen eines der nötigen Andockproteine für das HI Virus mutiert ist, eine Knochenmarkspende von so einem Menschen heilt die HIV Infektion (google mal Berliner Patient)

LG

Darkmalvet

LordMorgoth 29.03.2016, 22:10

danke für die umfassende Antwort

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Das ist eine so schöne Schlagzeile, dass sich kein Journalist die entgehen lassen würde.

Ein seriöser Journalist würde berichten, dass die Forscher Hinweise darauf haben, endlich eine reelle Hoffnung auf den entscheidenden Durchbruch zu haben, ein weniger seriöser, dass das Ziel zum Greifen nahe ist, und ein Boulevard-Journalist, dass das Heilmittel tatsächlich gefunden worden ist. Ein einigermaßen ehrlicher Journalist wird im Artikel dann wenigstens andeuten, was Sache ist.

Es gab schon viele gute Ansätze, die aber letztendlich nicht zur Heilung geführt haben. Viele dieser Ansätze haben uns zu den guten HIV Medikamente geführt, die wir heute haben.

Irgendwann denke ich, wird es einen Weg geben. Die Forschungsansätze sind auf jeden Fall vielversprechend. 

Lassen wir uns also überraschen. Mehr bleibt uns nicht übrig ;) 

Gruß

eure Maxie

Das wird doch schon seit Jahren erzählt. Angeblich wurde jetzt wieder etwas mehr herausgefunden, wie man HIV heilen könnte.

Allerdings denke ich, dass es bei vielen Krankheiten (auch Krebs, etc. die als unheilbar gelten), doch schon Medikamente gibt. Aber stell dir mal vor, die Medizin findet solche Heilmittel - sie würde viel weniger Gewinn machen, als mit jahre/monatelangen Therapien und ewiger Medikamenteneinnahme.. nur so nebenbei.

Es wurden auch schon Mittel gegen andere Krankheiten (auch nur leichte, wie etwa gegen Karies ein bestimmter Bakterienstamm, der in den Mund gebracht werden müssten oder grauer Star) gefunden;die nicht erlaubt wurden - wird so etwas bekannter, werden irgendwelche Gründe erfunden, wieso das Mittel nicht zugelassen werden konnte..

Vielleicht kommt aber ja doch irgendwann mal so etwas auf den Markt, man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben ^^.

Liebe Grüße :)

Agronom 28.03.2016, 22:46

In Anbetracht dessen, dass Entscheidungen in Börsenunternehmen häufig auf eine kurz- bis mittelfristige Gewinnmaximierung abzielen wirkt diese Behauptung nicht wirklich nachvollziehbar, ebenso wie große Forschungsinvestitionen dagegen sprechen.

Der Markt für ein Krebs-"Heilmittel" wäre riesig, kein Unternehmen würde darauf verzichten und riskieren, dass die Konkurenz ihm zuvorkommt.

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lilalu003 28.03.2016, 22:52
@Agronom

Kann natürlich auch sein, möchte auch nicht behaupten, dass meine Aussage stimmen muss, fände sie dennoch logisch, wenn man mal länger darüber nachdenkt..

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Jein. Also wissenschaftler konnten mittels enzyme die viren- dna aus der infizierten dna "herausschneiden" und die dna anschließend zusammenfügen. Da die aber nur bei einzelnen zellen bisher funktioniert wird es noch dauern bis es als medikament auf den markt kommt

Soweit Ich weiß nicht, nur ein Medikament, dass es "bremsen" sollte. (außer du meinst das in South Park sprich Hochkonzentrierte's Bargeld XD ^^).

Eine "Heilung" ist nicht in Sicht. Sie wäre nur möglich (s. Darkmalvet), wenn das HIV-Genom aus allen, allen befallenen Zellen des Körpers entfernet werden könnte, da bin ich aber sehr, sehr skeptisch. Es wurden allerdings in den letzten Jahrzehnten sehr viele Medikamente entwickelt, die die Vermehrung des Virus in den befallenen Zellen hemmen können. Leider entsteht gegen jedes dieser Medikamente rasch Resistenz. Es gelingt aber in den meisten Fällen, durch geschickten Wechsel der Medikamente und durch intermittierende Gabe die Virusvermehrung im Körper sehr stark herabzumindern. Das bedeutet zwar lebenslange Medikation mit den aggressiven Medikamenten, aber es gestattet eben auch ein Überleben über Jahrzehnte. Sehr wichtig ist, daß die Verminderung der Viruslast in den Körpersekreten die Ansteckungsgefahr (fast) völlig auf Null bringt. Das weckt die Hoffnung, daß die Pandemie "austrocknen könnte, wenn immer weniger Neuinfektionen eintreten. Diese Hoffnung könnte sich aber ausschließlich dann, vielleicht, erfüllen, wenn in den Hauptrisikogebieten (v.a.Schwarz-Afrika) das Gesundheitswesen auf den Stand gebracht werden könnte, auf dem die Industriestaaten stehen. Wie unwahrscheinlich dies ist, ist schon alleine daran zu erkennen, daß die Gesundheitsversorgung in der BRD durch die Versorgung der Illegalen in Milklionenzahl am Rande des Zusammenbrechens ist. Hoffnung auf die rasche Eindämmung der Pandemie hätten Medikamente geboten, die nicht die Erkrankten behandeln, sondern die Gesunden vor Ansteckung schützen. Derartige Medikamente sind sehr viel einfacher zu entwickeln, da sie "lediglich" unspezifisch HIV in Körpersekreten inaktivieren müssen. Damit würden die verzweigten Ansteckungsketten unterbrochen und damit die exponentielle Zunahme der Pandemie verhindert. Noch dazu sind derarrtige Medikamente (vermutlich) billig , so daß sie auch in den unterentwickelten Ländern der Welt eingesetzt werden könnten. Erfolgversprechende Forschungsansätze wurden in der BRD (und anderswo) verfolgt. Mangels gezielter Förderung sind diese Ansätze aber nicht zum Tragen gekommen, obwohl sogar bereits für wirksame Methoden zur 'Transmissionsprophylaxe' ein Patent erteilt worden war. Es wäre allerdings notwendig gewesen, daß sich staatliche Stellen oder Pharmakonzerne darum bemühen, die im Labor erfolgreichen Medikamente zur Marktreife zu bringen. Dies ist bedauerlicherweise unterblieben: Ein gravierender Systemmangel unserer Forschungslandschaft.

Von Zeit zu Zeit geistern in den Medien Berichte, dass nun endlich ein Mittel gegen Krebs und auch AIDS gefunden sei. Der reine Wunsch ist hierbei der Vater des Gedankens. Daher ist Skepsis angebracht, aso lange keine bahnbrechende Heilerfolge zu verzeichnen sind.


Agronom 29.03.2016, 00:03

Das gilt eigentlich allgemein für Wissenschaft in den Medien, es werden oft Fortschritte in der Forschung missverstanden oder zum Zwecke der Aufmerksamkeit falsch dargestellt und als (fast) fertige Anwendungen präsentiert.

Dabei stellt sich nur die Frage, ob es dem "Sensationswahn" in den Medien zuzuschreiben ist oder doch der Unwissenheit der Journalisten, vermutlich irgendetwas dazwischen.

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Das wird noch ein ganzes Stück dauern. Man hört immer wieder was, aber das heißt zu  98% nichts. 

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