Gibt es Außnahmen im Jugendstrafverfahren?

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6 Antworten

Nein.

Hier helfen die §§ 1, 2 JGG (Jugendgerichtsgesetz) weiter:

§ 1 - Persönlicher und sachlicher Anwendungsbereich
(1) Dieses Gesetz gilt, wenn ein Jugendlicher oder ein Heranwachsender eine Verfehlung begeht, die nach den allgemeinen Vorschriften mit Strafe bedroht ist.
(2) Jugendlicher ist, wer zur Zeit der Tat vierzehn, aber noch nicht achtzehn, Heranwachsender, wer zur Zeit der Tat achtzehn, aber noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist.

§ 2 - Ziel des Jugendstrafrechts; Anwendung des allgemeinen Strafrechts
(1) Die Anwendung des Jugendstrafrechts soll vor allem erneuten Straftaten eines Jugendlichen oder Heranwachsenden entgegenwirken. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Rechtsfolgen und unter Beachtung des elterlichen Erziehungsrechts auch das Verfahren vorrangig am Erziehungsgedanken auszurichten.
(2) Die allgemeinen Vorschriften gelten nur, soweit in diesem Gesetz nichts anderes bestimmt ist. 

Besonders § 2 Abs. 2 JGG sollte deine Frage beantworten. Das allgemeine Strafrecht gilt nur dann für Jugendliche, wenn im JGG nichts anderes geregelt ist. Im JGG ist beispielsweise nicht extra geregelt, was die Zeit und der Ort der Tat sind. Daher greift man für diese Fragen auf das allgemeine Strafrecht, in diesem Fall auf die §§ 8, 9 StGB, zurück.

Für alles, was aber extra im JGG geregelt ist, gilt eben das JGG und nicht das StGB. Und das ohne Ausnahme - es sei denn, das JGG regelt selbst eine solche Ausnahme.

Begeht also jemand mit 16 Jahren eine Straftat, so gilt für ihn das JGG, und das StGB gilt für ihn nur insoweit, wie im JGG bezüglich dieses Punktes nichts spezielles geregelt ist.

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Bis zum 18. Lebensjahr ist zwingend Jugenstrafrecht anzu wenden, Ausnahmen gibt es keine.

Zwischen 18 und 21 Jahren gilt normalerweise Erwachsenenstrafrecht, es kann aber auch nach Jugendstrafrecht verhandelt werden. Das kommt auf die Reife des Täters an.

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Ich glaube nicht, dass ein 16jähriger in Deutschland nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden würde. Es ist eher so, dass für 18 - 20jährige noch das Jugendstrafrecht angewandt werden kann, wenn ihnen attestiert wird, dass sie noch nicht die nötige  geistige Reife eines Erwachsenen haben. Mit dem 21. Geburtstag ist dann aber Schluss mit Welpenschutz.


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Ich "meine" das eine Jugendgerichtshilfe sich einen überblick über den Geisteszustand macht
Und anhand ihrer Abschätzung und den Verhalten Vor Gericht entscheidet der Richter welches stafmass er für angebracht hält

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Wenn du als 16-Jähriger eine Straftat begangen hast, wird das Jugendstrafrecht angewandt. Ausnahmen gibt es nicht. Warum auch? Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und das ist auch richtig und gut so.

Es wird jedoch jeder Straftäter individuell beurteilt und bestraft. Das ist abhängig von den Tatumständen, der Persönlichkeit des Täters, der Akten- und Beweiselage, des angerichteten Schadens, ob der Straftäter bereits vorher straffällig war usw.

Extrawürste gibt es jedoch nicht.

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Kommentar von Halinga2001
14.11.2016, 16:59

Aber was ist, wenn ein 16 Jähriger z.B mehrere Menscjen ermorden würde, dann müsste er doch nach Erwachsenen Strafrecht verurteilt werden oder nicht ?

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Umgekehrt geht es das ein 20 jähriger nach Jugend. Verurteilt wird.

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