Gibt es "Ausnahmen" bei Autisten?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Oh ja, Asperger-Autismus ist tatsächlich eine andere Art zu Sein! (siehe meine Website www.as-tt.de).

Wie auch schon andere hier antworteten, folgen Autisten und insbesondere höher intelligente Asperger-Autisten ihren Regeln und dies meist sehr strikt. Aber zu diesen Regeln kann es eben auch gehören, dass Dein Bruder bei Dir anders reagiert als bei Fremden. Er hat Dich und Deine Lebensart sozusagen in sein Regelwerk eingebaut. Wenn Du von Deiner persönlichen Art abweichen würdest, stelltest Du ihn wahrscheinlich vor große Probleme (also mach es nicht!).

Auch ich mag sehr wenige Personen umarmen, wobei ich selbst bei diesem Schwierigkeiten habe, den Umarmungsdruck anzupassen - ich persönlich würde einen viel intensiveren Druck bevorzugen als die Umarmten als angenehm empfinden. Dagegen kann ich leichte Berührungen, wie sie beim Gespräch vorkommen, gar nicht einordnen. Da lenken diese Berührungen nur ab, denn ich beginne über die Berührung nachzudenken, so dass ich dem Gespräch kaum mehr folgen kann.

So kann ich mich durchaus auf seltene Situationen einstellen, aber dazu muss man mir halt eine gewisse Zeit zugestehen, bis ich die sich ändernden Umstände soweit durchdacht habe, dass ich sie akzeptieren kann. Auch muss man diese Änderungen detailiert kommunizieren, was andere bisweilen als unnötige Diskussion empfinden. Jetzt bin ich aber hochbegabt und sehr schnell im Denken, aber dennoch dauert es bisweilen etwas länger, bis ich mich anpassen kann und wenn die Umgebung nicht bereit ist, mir diese Zeit zuzugestehen, kann kann das bei mir zum Overload bis hin zur Totalverweigerung führen. Es liegt also vor allem an meinen Mitmenschen, jene Toleranz aufzubringen, die es mir ermöglicht, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein.

Zusammengefasst habe also ich (und auch andere Autisten) keine spontanen Ausnahmen, sondern geplante Ausnahmen, so dass man eigentlich nicht mehr von Ausnahmen sprechen kann.

Mit einem Gruß aus Oberbayern

Werner

Das ist völlig normal. Er kennt dich schon sein Leben lang, darum ist er deine Nähe gewohnt. Alle Aspies die ich kenne (mich eingeschlossen) haben solche Ausnahmen. Auch der eigene Lebenspartner darf einen Aspie berühren, denn den ist man ja auch positiv gewohnt.

Vielleicht ist dir mal aufgefallen, dass dein Bruder sich im "öffentlichen Raum" (nenn ich es mal) an bestimmte soziale Spielregeln hält (auch wenn sie ihm etwas anderes bedeuten als uns Nicht-Aspis) und dann im familiären Umfeld gelten diese Regeln nicht?

Oder er kann bestimmte erwartete Verhaltensweisen im Familienumfeld, aber "draußen" eckt er an?

Das ist nicht mal ungewöhnlich für Autisten.

Ein Autist kann vielleicht in 2 Gruppen kategorisieren: Familie und Umfeld. Heißt: für die beiden gelten unterschiedliche Regeln.

Das ganze auf einer höheren Stufe funktioniert schon meist nicht mehr.

Mein 25-jähriger Sohn mit Asperger-Autismus versteht bis heute nicht, warum er sich uns gegenüber anders verhalten darf als Fremden draußen (zum Beispiel: Distanzverhalten).

Wenn er sich sehr freut, dann darf er seine Mutter und den Bruder auch umarmen oder ihnen einen Kuss auf die Wange geben. Warum er das mit seiner Betreuerin und der Gruppenleiterin in der Behindertenwerkstatt nicht darf, hat er zwar nicht verstanden, aber akzeptiert.

Wenn wir ihm noch erklären, dass sich bestimmte Verhaltensweisen WEDER zu Hause noch ÖFFENTLICH gehören, dann überfordere ich ihn komplett.

Für ihn gibt es Schwarz und Weiß, aber nichts dazwischen.

Für deinen Bruder gibt es eben auch Gruppen: die eine "Gruppe" bist du (oder eure Familie), die andere Gruppe die anderen da draußen.

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass Angehörige es gelernt haben, sich auf den Autisten einzulassen und sein "Anderssein" im Verhalten ausblenden oder nicht mehr wahrnehmen. Etwas, was den anderen eben nicht gelingt, weil sie den äußerlichen Dingen (der Art, wie der andere sich bewegt, seine Schrullen, seine Mimik, seine etwas seltsame oder zumindest etwas holprige Art der Kommunikation) einen größeren Wert beimessen als wir.

Ich denke, du hast völlig richtig beobachtet.

Ich glaube auch, dass wir einen Autisten nie wirklich verstehen können, WIE er gerade denkt - empfindet - reagiert.

Aber wir können uns auf ihn und seine Art, mit uns umzugehen, einlassen.

Alles Gute euch beiden

hat mein freund das asperger syndrom?

hallo, ich habe mich in den letzten tagen ein wenig mit dem asperger syndrom beschäftigt, fühle mich aber zu unwissend. vielleicht ist hier jmd, der mir weiter helfen kann?

vor ca. 1/2 jahr habe ich meinen freund über eine datingseite kennengelernt und er hat mich von anfang an fasziniert, weil er sich so ganz anders verhalten hat, als die männer, zu denen ich bisher kontakt hatte. es traten schnell viele widersprüche auf, die ich aber eher als interessant auffasste. so hat er mehrfach erwähnt, dass er z.b. körperlichen kontakt nicht mag, mit mir war das aber kein problem. oder er betonte oft, dass er nicht viel reden würde, bei mir aber sprudelte er wie ein wasserfall und kann sich auf nachfrage nicht erklären, wieso das so ist.

er wirkt sehr verschlossen, oft sogar gehemmt und schaut menschen nicht in die augen. meist bittet er mich um kleinigkeiten, wie z.b. den pizzamann an der tür abzufertigen, weil er sich nicht in der lage dazu fühlt. ich empfinde das nicht als problem, weil ich respektiere, dass er das nicht kann/möchte.

seine mimik ist für mich fast immer schwer zu deuten, da er manchmal traurig/böse/genervt schaut, sich aber bei nachfrage überhaupt nicht so fühlt. das scheint ein ihm bekanntes problem zu sein. man kennt ja das sprichwort: taten zählen mehr als worte. das kann ich auf ihn absolut nicht anwenden, da er mir zwar sagt (wenn auch selten), was er für mich empfindet, aber dabei so seltsam distanziert wirkt.

er legt sehr viel wert darauf, dass menschen in seinem umfeld "freundlich" sind (weil er viele neg. erfahrungen gemacht hat) und hat nahezu keine feunde.

oft denkt er, es wäre mir langweilig mit ihm und er fragt nach jeder auseinandersetzung, ob ich noch seine freundin sein möchte. seine letzten beziehungen sind wohl aufgrund seines verhaltens auseinandergegangen.

ich empfinde all das nicht als problematisch, doch jetzt, nach unserer kennlernphase treten mehr und mehr probleme auf, die ich nicht deuten kann. so missversteht er zb. neuerdings mein verhalten, fasst bsplws meine sex. annäherungsversuche als ein ihn ärgern wollen auf oder nimmt meinen humor total persönlich sprich wortwörtlich und wird überhaupt in meiner gegenwart immer unsicherer.

es fühlt sich für mich so an, als würde ich ständig etwas falsch machen, weil er mich dauernd fehlinterpretiert, was dazu führt, dass ich mich übermäßig reflektiere.

was vllt eher asperger untypisch ist, ist, dass er schnell anfängt zu weinen und auch sonst nicht unemotional wirkt. er ist sehr zärtlich mit mir und gibt mir komplett das gefühl, dass er mich voll und ganz respektiert, wäre da nur nicht diese komische distanz bei allem. ich möchte betonen, dass ich mich hier auf die seltsamheiten beschränke. er hat auch sehr viele pos qualitäten, wie z.b. zuverlässigkeit und loyalität. ich habe noch bei keinem mann so sehr gespürt, dass er mir treu sein möchte! und dennoch, möchte auch ich auf ihn eingehe können! daher die frage: deutet sein verhalten auf asperger hin?

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Ich weis das Foltern verboten in der EU ist aber, ist es auch wirklich auch im Notfall verboten, ich meine, stellen wir uns es doch mal vor:

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