Gibt es auch vernünftige Funkgeräte?

7 Antworten

Du kannst von keinem Handfunkgerät erwarten, dass es ohne jede Einschränkungen durch Hindernisse reagiert. Wenn beispielsweise Behörden mit ihren Handfunkgeräten an Einsatzstellen mit ihrer weiter entfernten Leitstelle kommunizieren, so läuft das i.d.R. nicht direkt (wegen Hindernissen) sondern geht über einen oberkünftigen (erhöht platzierten und damit funktechnisch besser arbeitenden) Relaisumsetzer. Das ist der springende Punkt...

Um aber mit Handfunkgeräten arbeiten zu dürfen, die über einen Relaisumsetzer arbeiten, brauchst Du UND Deine Gegenstation eine Amateurfunklizenz (Prüfung und amtliches Rufzeichen).

Habt ihr sowas nicht, bleibt Euch nur noch CB- Funk, Freenet oder PMR.

CB-Funk ist halt etwas größer, hat aber dafür etwas mehr Sendeleistung. Freenet (2m- Band) und PMR (70cm- Band) sind erst mal ähnlich wobei aber 2m prinzipiell unempfindlicher gegen Wettereinflüsse ist. Maßgeblich ist für die Verbindung immer der Standort.

Ob Du nun 2m Freenet oder 70cm PMR nimmst bleibt Dir überlassen. Oft unterscheiden sie sich im Zubehör und in der Robustheit. Welche Geräte ich gerne empfehle sind die Stabo Freecom: Die sind robust, arbeiten sehr zuverlässig und werden daher auch oft zu Waldarbeiten eingesetzt. Bei Amazon liegen die um die 50EUR.

Mfg

Wichtig zu erwähnen ist auch noch, dass Freenet nur in Deutschland erlaubt ist. Im Ausland ist es nicht erlaubt. Geschweige wenn es überhaupt jemand kennt. (Bevor ich anfing mich etwas fürs funken zu interessieren, hörte ich auch noch nie etwas von Freenet.)

Wer also nahe der Grenze oder regelmässig im Ausland unterweges ist, bzw. ausserhalb von Deutschland wohnt, sollte besser zu PMR greifen.

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@chnoxis

Das ist richtig... wobei ich hier nicht vom Betrieb im Ausland ausging. Theoretisch darf er im Ausland ab der Grenze das Ding nicht mehr benutzen, wenn es nicht erlaubt ist. Praktisch ist es aber so, dass die 0,5W in Grenznähe wohl angesichts der wesentlich stärken Signale in diesem Bereich, aus Deutschland kommen, kaum auffallen. Interessant ist, daß man das 70cm- Relais am Bungsberg (Lübecker Bucht) bis Radius Hamburg gut arbeiten kann und es somit, über die Ostsee rüber, sogar auf der Dänischen Insel Bornholm mit dem Handfunkgerät aus klasse geht. In diesem Frequenzbereich darfst Du aber in Dänemark nicht senden weil es hier im Betriebsfunkbereich liegt... also senden Viele mit ihrem deutschen Rufzeichen, ohne vorangestellten Sammellandeskenner. Naja, was wollen die Dänen da groß machen denn der Bereich ist sowieso durch den AFu stark behindert... und dank der Hindernisfreiheit der Ostsee kann man das auch nicht verhindern...

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Ich habe mit einem CB Handfunkgerät schon ca. 90km gefunkt mit einer entsprechenden externen Antenne und bei gutem Wetter. 10km sind draußen bei Sicht mit der gegenstelle (keine berge etc dazwischen) auch mit den stummelantennen der handfunkgeräte gut möglich. Allerdings kostet ein cb funkgerät das auch Wasserdicht ist ein biscchen was. 200€ gehen da schon mal drauf dann. Und du brauchst ja 2.

Mal eine Frage: Für was brauchst du das ganze den überhaupt? Vielleicht gibt es da auch andere Lösungen als ein Funkgerät.

Von den lizenzfreien Funkarten kommt eigentlich fast nur PMR- oder CB-Funk in Frage.

Das einzige was, deine Bedingung halbwegs erfüllt ist CB-Funk.

de.wikipedia.org/wiki/CB-Funk

PMR-Funk ist viel zu schwach. Diese 3-5 km sind nur theoretisch. Praktisch kommen sie deutlicher weniger weit. Und da kann man auch nicht viel mit teuren Geräten rausholen, da die Sendestärke von max. 0,5 Watt gesetzlich vorgeschrieben ist. Ebenso ist es verboten, die Antenne zu ersetzen. (Bei den meisten Geräten ist das darum erst gar nicht möglich.)

CB-Funk ist da anders. Da gibt es zwar mit 4 Watt (FM / AM) und 12 Watt (SSB) auch maximale Sendestärken die erlaubt sind, aber immerhin darf man da die Antenne wechseln. Das wiederum, setzt aber auch eine gewisses Funkwissen voraus, da man nicht jede beliebige Antenne anschliessen darf, die gerade an den Anschluss passt. Und wenn du in Deutschland relativ nahe an der Grenze zum Ausland wohnst, darfst du nur max. die ersten 40 Kanäle benutzen.

Hier wäre bspw. ein CB-Handfunkgerät, dass recht beliebt ist:

http://www.thiecom.de/midland-alan42-multi.html

Zwar gibt es da auch noch günstigere Modelle, die sind aber auch schlechter als das Alan 42 Multi. Wasserfest ist das aber leider nicht.

Zusätzlich würde ich noch eine andere Antenne dazu kaufen. Da die mitgelieferte nicht wirklich brauchbar ist. (Mit der mitgelieferten Antenne ist das ganze nicht viel besser als ein PMR-Funkgerät.)

Um Funkgeräte betreiben zu dürfen die 10 KM Reichweite Abdecken brauchst du mindestens eine Hobbyfunker-Lizenz. 

PMR-Funkgeräte oder wie du sie nennst "Spielzeug" haben natürlich keine so große Reichweite. Vergiss nicht das für dich gewisse Frequenzen (NömL-BOS, Bundeswehr, BfV usw.) Tabu sind.

mfg

Mit einem CB-Funkgerät und der richtigen Antenne sollten 10 km auch machbar sein. Und für CB braucht es keine Lizenz.

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Diese "Hobbyfunker-Lizenz" nennt man Amateurfunklizenz. Und auch AFu- Handfunkgeräte im 2m- und 70cm- Band haben meist nur 4W, manche sogar 5W. Die Reichweite einer Funkverbindung im Simplexbetrieb ist neben der Leistung maßgeblich abhängig von der Hindernisfreiheit zur Gegenstation und z.T. auch von der Frequenz. Die PMR liegen auch nur 6MHz über dem 70cm- AFu- Bereich und sind gar nicht mal so schlecht... die Leistung ist bei Hindernissfreiheit nicht unbedingt so ausschlaggebend denn ich habe auch schon mit 0,5W relativ Verlustfrei 30km geschafft; das war halt von oberkünftigen Standort zu oberkünftigen Standort!

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