Gibt es auch eine multiple Persönlichkeitsstörung, bei der die einzelnen Persönlichkeiten miteinander sprechen können oder ordnet man das anders ein?

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4 Antworten

Es gibt (immer mehr) Fachleute, und denen schließe ich mich an, die sagen, dass es die multiple Persönlichkeit gar nicht gibt. Das ist Kintop, oder aber eine therapieinduzierte Form der Hysterie.

LOL...

Es gibt einen Film mit Richard Gere und Andrew Norton.

Der Film handelt davon, dass Norton jemanden umgebracht hat, aber nichts davon weiß, weil er eine multiple Persönlichkeit ist. Richard Gere kann das dann Gericht dramatisch "beweisen." Und der junge Mann wird freigesprochen. Seine Hauptpersönlichkeit wusste nichts von dem Mord.

Ich fand den Film ganz spannend, schüttelte aber immer wieder den Kopf und dachte: "Wat´n Schwachsinn. Es gibt keine multiple Persönlichkeit."

Na ja, am Ende sprach dann nochmal Richard Gere mitNorton  und es stellte sich heraus, dass Norton die multiple Persönlichkeit nur genial gespielt hatte und auf die Art das Gericht, die Geschworenen und Richard Gere, seinen Verteidiger, genial reingelegt hatte.

Ich war höchst zufrieden, und dachte, dass der Scriptauthor immerhin die neueren Forschungen zur angeblichen Multiplen Persönlichkeit gelesen hatte.

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Ich fand dieses Thema in der Ausbildung auch immer etwas verwirrend.  Ich habe es wie folgt gelernt: Es kann immer nur eine Persönlichkeit anwesend sein, also nein, sie sprechen wohl nicht miteinander. (Viele haben wohl auch Probleme diese Erkrankung überhaupt wahrzunehmen)Bei einer Schizophrenie, kann es vorkommen das Patienten mit ihren Gedanken oder Halluzinationen sprechen (logischerweise). So habe ich es gelernt, was noch lange nicht heißen muss das es richtig ist. :)

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Kommentar von Seanna
17.08.2016, 11:26

Das ist nicht korrekt. Es können auch mehrere "vorne" sein. Es kann sogar dazu kommen, dass ein Bein nach links, das andere nach rechts will oder so ein Chaos im Hirn ist, dass man sich nicht mehr bewegt, weil jeder in ne andere Richtung will.

Was korrekt ist: in den meisten Fällen gibt es vorrangig "volle" Switches dh von einem Anteil zum anderen. Aber es gibt auch Systeme die anders funktionieren und Situationen, wo mehrere "vorne" sind. 

Das Stimmenhören im Kopf (miteinander reden) hat aber nicht unbedingt damit zu tun wer "vorne" ist. Die kann man trotzdem innen wahrnehmen.

Korrekt ist auch, dass dissoziative Störungen idr erst 7 Jahre nach Erstkontakt zur Psychiatrie erkannt werden. Dies liegt an der unzureichenden Diagnostik und der Tatsache dass Patienten dissoziative Symptome idr nicht von sich aus ansprechen und sie aktiv erfragt werden müssten.

Des weiteren gibt es das Phänomen der Dissoziation für die Dissoziation. Das heisst, Betroffenen fehlt Zeit (Amnesie) sie wissen und bemerken aber nicht dass ihnen Zeit fehlt (Amnesie dafür). 

So gehen Betroffene oft Jahre durchs Leben mit etlichen Folgen der Dissoziation (ua Kontaktabbruch durch nicht erinnertes Fehlverhalten usw) ohne es zu bemerken - nur dass etwas nicht stimmt, merken die meisten, können es aber nicht benennen.  Und oft wird von innen auch das Bewusstsein dafür "weggemacht" dass ihr Leben nicht so normal ist und ganz viel fehlt.

Oft denken sie auch selbst sie sind einfach schusselig weil sie so viel vergessen... Andere halten sie aufgrund des plötzlich anderen verhaltens vielleicht nur für "seltsam" oder auch "flippig"... 

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Das ist der Normalfall bei der dissoziativen identitätsstörung!

(..Die früher Multiple Persönlichkeitsstörung genannt wurde)

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Kommentar von ellibelli333
17.08.2016, 11:04

Aber sprechen denn die verschiedenen Persönlichkeiten wirklich MITEINANDER? Und ich habe mal gelernt, dass diese Diagnose bzw. Krankheit ziemlich umstritten ist und man sich gar nicht einig ist, ob die Krankheit so überhaupt existiert, vor allem weil oft wenn es im Gericht zu Verhandlungen kommt usw. Nutzen manche das um eine verminderte Strafe zu erhalten und man könnte es ja auch "vorspielen"... Was sagt du dazu @Seanna?

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Dazu bedarf es gar keiner Persönlichkeitsstörung.

Jeder Mensch hat so etwas mehr oder weniger in sich, wenn er sich z. B. in Gedanken mit anderen Personen beschäftigt bzw. mit Gesprächsführungen mit anderen Personen, dabei verschiedene Möglichkeiten durchkaluliert und in diesen Vorstellungen auch der darin auftretenden eignen Person eine geänderte Persönlichkeit zuschiebt.

Findet solches Denken etwas intensiver statt, kann es sich auch als Selbstgespräch äußern, und in ganz krasser Form kann es auch Trugwahrnehmungen oder wechselnde krasse Verhaltensschwankungen verursachen, die dann aber auf jeden Falls als Persönlichkeitsstörung definiert werden müssen.

Die Übergänge sind fließend. Die Trennung in "multiple Persönlichkeiten in einer Person" erfolgt mehr dadurch, daß Menschen auch in der Lage sind, recht sprunghaft von einer Wesensart in eine andere zu wechseln, wobei die verschiedenen Wesensarten so wenig miteinander kompatibel sind, daß sie als "getrennt" erlebt werden.

Wenn bei so etwas nicht gewollte Automatismen entstehen, dann trifft die Bezeichnung "Erkrankung" voll zu, und wenn solche verschiedenartigen Persönlichkeiten teilweise miteinander kompatibel sind, dann können sie (in Form gedanklicher Auseinandersetzung) auch miteinander kommunizieren.

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