Gibt es Argumente um rassistisch zu sein?

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Zuerst sollte man sich die Definition von Rassismus angucken. Hier von Wikipedia:

Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.

Ich finde es gibt keinen sachlichen Grund, warum man Leute, die z. B. beide dunkelhäutig sind, als z. B. "schnell" oder z. B. "unordentlich" bezeichnen sollte.

Ich sehe jeden Menschen als Individuum. Natürlich gibt es sowas wie Vorurteile. Und dafür gibt es bestimmt einen psychologischen bzw. auch soziologischen Grund.

Aber ich finde man sollte die Menschen bewusster betrachten und nicht so wie Alica Weidel von der AfD zum Beispiel die Geflüchteten als "Messerstecher" bezeichnen. Sowas ist einfach nur pauschalisierend, unwissenschaftlich und undifferenziert.

Einfach bisschen bewusster darauf achten und nicht so leicht auf Populismus von bestimmtem Seiten hereinfallen. Also wie gesagt, vielleicht gibt es psychologische Argumente dafür, warum unser Unterbewusstsein mit Vorurteilen arbeitet. Aber das heißt nicht, dass wir uns bewusst rassistisch verhalten sollten.

Und vor allem sollten wir uns daran erinnern, was Rassismus am Beispiel unserer Vergangenheit anrichten kann. Da wurde auch gedacht, dass alle Juden so und so sind. Und so hat sich das entwickelt. Und wenn man sich die aktuellen Ereignisse so anguckt, erinnert mich das immer an ein Zitat:

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

Danke!

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Ob ein weißer Mensch ,,besser* ist als ein schwarzer, hängt von der Umgebung ab.

In Afrika sind die Weißen böser als die Schwarzen (Jahrhunderte von Ausbeutung und Kultur-Imperialismus) und in Europa sind die Europäer zur Zeit ,,besser" als die nicht-integrierte Moslems aus Nordafrika oder aus dem Orient. Es heißt also nicht, dass eine ,,Rasse" an sich dem anderen überlegen ist, sondern eher, in welchem Land oder Kontinent die entsprechende Gruppe besser integriert ist.

Wenn es Dich ernsthaft interessiert: Huntington hat ein Buch verfasst über den Kampf der Kulturen, wo die möglichen Folgen der Begegnung der Kulturkreise beschrieben werden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kampf_der_Kulturen

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Warum ist enn ein Weisser der niemanden ausbeutet und in Afrika lebt schlechter als ein Schwarzer?

Warum erfahren denn auch gut integierte Menschen Rassismus?

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@Jdoue

Danke für die zwei Fragen. Du musst aber begreifen, dass Rassismus sich ab und zu an einzelnen Menschen ,,auswirkt" aber IMMER durch pauschale Vorurteile über ganze Menschengruppen begründet ist. Und das Verhalten der ,,Weißen" in Afrika und ein Teil der Moslems in Europa schüren ablehnende Urteile, obwohl es natürlich günstige Ausnahmen gibt. Bei den Moslems in Europa würde ich sogar behaupten, dass die Mehrheit sich ,,anständig" verhält, aber eine Minderheit äusserst unangenehm auffällt und dadurch den schlechten Ruf bewirkt.

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@ulrich1919
obwohl es natürlich günstige Ausnahmen gibt.
dass Rassismus sich ab und zu an einzelnen Menschen ,,auswirkt" 

Ich wuerde sagen das eine Ausnahme Vorurteile durch zB Extrmismus oder Ausbeutung erzeugt und die Mehrheit deswegen zu unrecht rassistisch behandelt wird (beleidigt etc.).

Damit beantwortest du mir zwar wie Rassismus entsteht, aber ein Argument dafuer ist es ja nicht.

Ich formuliere meine Frage noch mal um:

Ein Schwede und ein Syrer stehen vor einem Rassisten. Er kennt beide nicht. Wie kann er begruenden, dass er den Schweden "besser" findet als den Syrer und den Syrer sogar noch rassistisch behandelt?

Gruss Josh

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@Jdoue

Gut. Offenbar suchst Du logisch einwandfreie Argumente für eine ,,rassistische Behandlung" oder für eine Beurteilung als ,,besserer Mensch". Dazu ist es erstens wichtig zu definieren, was ,,rassistische Behandlung" und ,,besser" bedeutet und zweitens in welche Situation der Schwede und der Syrer sind.

Falls mit ,,rassistische Behandlung" gemeint ist, dass man einzelnen Menschen bespottet oder misshandelt rein auf Grund der Herkunft, dann kannst Du noch lange fragen. Es gibt KEIN logisch einwandfreies Argument dafür.

Wenn es darum geht einen Menschen zu finden, der bestimmte Anforderungen erfüllt; dann kann es durchaus sein dass der Schwede eher dazu imstande ist. Für andere Anforderungen (z.B. als Übersetzer9 ist der Syrer eher geeignet. ,,eher" heißt hier, dass gewisse Nachprüfungen notwendig sind. Falls der Syrer aber ein fundamentalistischer Moslem ist, kann es sein, dass er ohne nähere Prüfung abgelehnt wird.

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@ulrich1919

Ich muß meinen Antwortkommentar teilweise korrigieren. Aggressive Rassisten (;,Schläger") sind kaum imstande und bereit, ihr Verhalten zu begründen. Aber ein etwas höher aufgeklärter Mensch könnte die ,,rassistische Behandlung" (was auch immer das bedeutet) eines Zugereisten begründen mit der Demotivation; das heißt: indem er die Angehörigen einer Gruppe aus einem anderen Kulturkreis abwertend behandelt, hofft er sie dazu zu bewegen, wieder dorthin abzureisen, wo sie herkommen. Insoweit kann --über einen Umweg-- die Huntington'sche Theorie eine Begründung für Rassismus sein.

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...wenn man jedoch diese beiden Individuen betrachtet müsste ihre Herkunft für ihre Akzeptanz doch eigentlich egal sein.

Da liegst du richtig, es müsste egal sein. Es ist aber nicht egal und diese Einstellung steckt in jedem Menschen drin. In dem einen etwas mehr und in dem anderen etwas weniger. Aber es steckt in jedem drin, zumindest so lange wie man noch nie jemanden aus dem Kongo kennen gelernt hat. Dann kann sich die Einstellung sehr schnell ändern.

Mit einem Finnen können die Leute hier besser umgehen. Sie schauen in sein Gesicht und erkennen sich selbst. Dagegen sieht der Mann aus dem Kongo sehr fremd aus.

Rassismus ist ein Erbe aus unserer steinzeitlichen Vergangenheit. Es ist ein Teil von uns und nicht so leicht abzuschütteln. Dafür muss man schon seinen Verstand einschalten.

In der Steinzeit zogen die Menschen in kleinen Gruppen als Nomaden durch die Gegend. Jeder Mensch den sie auf ihrer Wanderung trafen, war erst einmal ein Feind. Er war eine Gefahr für die heranwachsenden Mädchen und für die Nahrungssicherheit. Er konnte einfach ein Mädchen stehlen oder er konnte das Wild der Gruppe töten und es stehlen.

So ein Fremder musste nicht unbedingt ein Feind bleiben. Es konnte sich lohnen mit ihm zusammen zu arbeiten, Ideen auszutauschen, zu handeln oder auch nur mit ihm zusammen zu sein. Man konnte mit ihm essen oder sogar singen und tanzen. Doch wenn der Fremde aus einer weit entfernten Gegend kam, dann sprach er eine andere Sprache. Man konnte ihn nicht verstehen und man konnte nicht ergründen welche Absichten er hatte.

Kam er aus einer sehr weit entfernten Gegend, sah er auch noch anders aus. Er sah so fremd aus, dass er einfach ein Feind sein musste. Genau dieses steinzeitliche Erbe steckt noch immer in uns und es ist nicht einfach es einfach so zur Seite zu schieben. Denn wir sehen jeden Tag in den Nachrichten was in den Ländern geschieht, aus denen die Fremden kommen. Schaut man ihnen ins Gesicht, sehen sie genau so aus wie die Terroristen. Es ist uns Europäern nicht möglich diese Leute mit einem Blick als ungefährlich, friedlich einzuschätzen. Es ist uns auch nicht möglich mit ihnen zu reden, weil wir ihre Sprache nicht sprechen. Es ist also eine ganz schön vertrackte Situation.

Wenn dann auch noch etwas passiert, wenn wieder einmal jemand aus der Fremde einen Einheimischen angegriffen hat, dann beginnen die Leute zu pauschalisieren. Sie scheren alle über einen Kamm. Denn das hat über viele hunderttausende Jahre sehr gut funktioniert. Man hat die Fremden davon gejagt oder sie einfach erschlagen. Das ist in unserer Zivilisation nicht mehr möglich. Man kann nicht einfach jemanden tot schlagen nur weil er anders aussieht. Doch das ist noch nicht bei allen angekommen. Dabei wäre es so einfach! Man muss nur mit einander reden, die Sprache des anderen lernen und sich kennen lernen. Anders funktioniert es nicht und das hat sich seit der Steinzeit nicht geändert.

Das beschreibt zwar sehr sehr gut wie Rassismus entsteht, und warum "dumme" Menschen so denken, jedoch ist es kein Argument ein solches Denken wirklich zu begründen.

Trotzdem Danke für den Text

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Rassismus wie auch sonstige Vorurteile haben immer einen Nutzen. Vorurteile bevorteilen immer den Vorurteilenden, selten umgekehrt.

Jemand, der es nötig hat, möchte sich erhöhen. Das gelingt ihm, indem er den anderen schlechter macht.

Er braucht dazu allerdings einen Vorwand. Schwarze sind eben sehr viel mehr anders als Finnen und können leichter in die minderwertige Ecke geschoben werden.

Das gleiche erlebst du hier mit Anti-Diskriminierern. Unter dem Vorwand der Diskriminierungsbekämpfung diskriminieren sie andere.

Sie sind nichts anderes als Diskriminierer.

Weiße Menschen können in den Gebieten mit weniger Sonneneinstrahlung mehr Vitamin D produzieren. Mit dunkler Haut sinkt das Risiko von Hautkrebs, der durch UV-Strahlung verursacht wird.

Das dürfte wohl kaum für Vorurteile geeignet sein. Die Unterschiede in der Mentalität sind da von größerer Bedeutung. Personen aus Schweden, Bayern, Italien, Indien und Uganda haben verschiedene Lebenskonzepte und soziale Verhaltensweisen. Bei allen kann man da "Vorteile" und "Nachteile" für seine Umgebung finden, wenn man das so einteilen möchte.

Man kann auch Vorurteile haben, die sich nicht direkt unter Rassismus einordnen lassen können, da sie Menschen der gleichen Rasse betreffen: Kommunisten, Homosexuelle, demonstrierende Kinder, Arbeitslose, Katholiken, Beamte, Langhaarige Männer, Frauen in kurzen Röcken, seit Generationen in Bayern lebenden Familien mit schwarzer Hautfarbe aber eindeutig tiefst-deutscher Gesinnung. Die Inhalte und Formen der Vorurteile lassen sich kaum von Rassismus unterschieden, und damit verliert auch der Rassismus die "sachliche Begründung".

Es ist eine Eigenart von Menschen, sich gegen andere Gruppen abzugrenzen. Als wir noch in der Steppe lebten, war das hilfreich um die knappen Nahrungsmittelvorräte zu schützen. Bis heute haben wir diese Verhaltensweise beibehalten, obwohl die Bevölkerung der Erde längst anders organisiert als in Clans von 20 bis 40 Personen. Das Bedürfnis in "wir" und "die anderen" einzuteilen und dabei die eigene Gruppe positiv zu überhöhen ist sehr weit verbreitet.

Dafür spricht, dass in Deutschland die Ausländerfeindlichkeit dort am größten ist, wo es am wenigsten gibt. Wenn man selbst keine "Ausländer" persönlich kennt, ist es viel einfacher sie als "die anderen" zu klassifizieren.

Meine Antwort: Es gibt sachliche Ursachen für Rassismus. Dies betreffen aber nicht Eigenschaften der jeweils mit Abwertung betrachteten Gruppe von Menschen, sondern die menschliche Natur. Zum Glück findet man überall auf der Welt aber auch Menschen, die mit Herz, Hirn und Vernunft auf andere Menschen zu gehen. Es gibt eben noch mehr sachliche Gründe, um nicht rassistisch zu sein. Allerdings habe ich Zweifel, ob die Spezies Mensch so intelligent ist, dass sich diese Ansicht auch bis zum letzten verbreiten wird.

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