Gibt ein Anwalt auch nur Rechtsberatung?

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7 Antworten

Gem. § 556 (3) BGB ist über die Betriebskosten bis zum Ablauf des 12. Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums jährlich abzurechnen.

Darauf würde ich den VM zunächst selbst schriflich per Einwurfeinschreiben unter Fristsetzung von 14 Tagen auffordern und ankündigen, nach fruchtlosem Fristverlauf anwaltliche Rechtsverfolgung zu betreiben.

Die trüge er aus Rechtsgrund Verzugsschaden dann selbst.

Ferner, dass du dein Zurückbehaltungsrecht beanspruchst und die weiteren monatlichen Vorauszahlungen für den laufenden Betriebskostenabrechnungszeitraum einbehältst, bis die Nebenkostenabrechnung für den vergangenen Abrechnungszeitraum vorliegt.

Andernfalls müsstets du, sofern du ausdrücklich eine Erstberatung verlangst und keine Vollmacht unterschreibst, rd. 170 EUR bezahlen und ggf. von deiner RSV ersetzt bekommen.

Als Mitglied einer Mieterschutzvereins wäre das in deinem Jahresbeitrag, der nicht mal halb so teuer wäre, allerdings schon drin :-)

G imager761

Kanini 26.01.2013, 15:19

Danke schonmal für die Antwort. Da ich es jetzt schon so oft gesagt habe würde ich für den nächsten Monat nämlich gerne nur die Kaltmiete bezahlen (und den Rest erst an die Seite legen für eine Zahlung nach dem Erhalt der Abrechnung.) Oder muss ich das schriftlich "androhen" ?

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anitari 26.01.2013, 15:33
@Kanini

Oder muss ich das schriftlich "androhen" ?

Mußt Du. Siehe meine Antwort.

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imager761 26.01.2013, 19:41
@Kanini

Nicht "androhen", sondern schlicht ankündigen. Damit dein VM den berechtigten Einbehalt nicht als Mietkürzung interpretiet und garnicht erst auf das schmale Brett kommt, Zahlungsklage zu erheben oder Kündigungsansdrohung nach qualifizierter Abmahnung auszusprechen :-)

G imager761

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Muß denn Dein Vermieter überhaupt eine Abrechnung machen?

Ist nämlich eine Pauschal-/Inklusivmiete oder eine Pauschale für Nebenkosten vereinbart muß er keine Abrechnung machen. Dann ist nämlich mit Zahlung der bzw. der NK-Pauschale alles abgegolten.

Sind aber monatliche Vorauszahlungen vereinbart ist der Vermieter gemäß BGB § 556 Abs. 3 zur Abrechnung verpflichtet.

So ein einfaches Schriftstück kannst Du auch selbst aufsetzen. Zum Beispiel so:

Sehr geehrter Vermieter,

laut Mietvertrag §/Pkt. x leiste ich monatliche Vorauszahlungen für Nebenkosten in Höhe von xx €.

Gemäß BGB § 556 Abs. 3 sind Sie verpflichtet 1 x jährlich darüber abzurechnen.

Seit meinem Einzug/Mietbeginn am xx.xx.xxxx habe ich jedoch nicht eine einzige Abrechnung erhalten.

Ich bitte Sie/fordere Sie darum auf unverzüglich, spätestens jedoch bis zum xx.xx.2013 (4 - 6 Wochen) die Abrechnungen für den Abrechnungszeitraum (vorausgesetzt Abrechnungszeitraum = Kalenderjahr) 1.1. - 31.12.2010 und 1.1. - 31.12.2011 zu erstellen und mir zukommen zu lassen.

Sollten mir nach Fristablauf die genannten Abrechnungen nicht vorliegen werde ich die weiteren Vorauszahlungen für die Nebenkosten bis zur Vorlage der ordnungsgemäßen Abrechnungen zurückbehalten.


da mein Mietvertrag komplizierter ist als normalerweise

Was ist denn so kompliziert? Für Dein aktuelles Problem ist die Vereinbarung über die Zahlung von Nebenkosten wichtig. Was genau steht denn dazu im Vertrag?

Gibt ein Anwalt auch nur Rechtsberatung ?

Natürlich kann man auch nur eine rechtsberatung nehmen. Man schildert den Fall und der Anwalt sagt Ihnen wie er die Sache aus rechtlicher Sicht sieht.

Das ist ja der Job eines Anwaltes, er beraet, erklaert die Rechtslage und die Aussichten und Moeglichkeiten. Ob er nach aussen fuer einem taetig wird, das entscheidet der Mandant. Mach einfach einen Termin fuer eine Rechtsberatung. Der erklaert Dir dann, wie die Rechtslage ist und schaut sich den Mietvertrag an. Mit dem Wissen, wie die Rechtslage genau ist, weisst Du auch, was Du ihm schreiben könntest und welche Fristen Du ihm setzen kannst und welche weiteren Schritte Du androhen kannst. Ob Du die dann auch gehen willst, das ist dann Deine Entscheidung. Der Anwalt kann die Rechtschutzversicherung anschreiben und um Kostenübernahme der Beratung bitten, wenn das auch versichert ist, dann wird sie das sicher auch tun.

Wenn der Anwalt sagt, er könne das Anschreiben an den Vermieter für Dich übernehmen, dann erkläre ihm halt, dass Du wegen der guten Beziehungen halt erst mal ohne Anwalt aggieren moechtest, weil Du noch auf eine gütliche Einigung hoffst.

Ja, Du kannst Dich bei jedem Anwalt unverbindlich beraten lassen und das Vorgehen abstimmen. Kein Anwalt kann ohne Deine Vollmacht tätig werden und das Beratungshonorar nimmt er natürlich auch gern. Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast wird die diese Kosten aber übernehmen.

Viel Erfolg

Sicher beraet ein anwalt auch nur, das ja seine Hauptaufgabe. Wenn Du nicht willst, dass er etwas schreibt, dann schreibt kein anwalt etwas. Kostenlos ist es in keinem fall.

Als alternative, wenn auch nicht zuverlaessiger und kostenguenstiger bietet sich ein mieterverein an, diese haben auch oft vorgefertigte formbriefe

du hättest längst deinen vermieter schriftlich auffordern können,abzurechnen bzw.hättest die nebenkostenvorauszahlungen stoppen können.

Kanini 26.01.2013, 15:12

Ja, ich hätte auch längst auswandern können, bin ich aber nicht. Und jetzt?

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