Gibt die Bibel Antwort darauf, wie Gott über geistig eingeschränkte Menschen nach ihrem Versterben urteilt?

12 Antworten

Zuerst einmal der Irrtum, dass man für das Paradies möglichst viel Gutes tun muss.

So etwas steht nicht in der Bibel. Es zählt alleine der Glaube.

…denn wenn du mit deinem Mund bekennst: Herr ist Jesus - und in deinem Herzen glaubst: Gott hat ihn von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet werden. Denn mit dem Herzen glaubt man und das führt zur Gerechtigkeit, mit dem Mund bekennt man und das führt zur Rettung – Römer 10,9 – 10

Für mich ist Gott gerecht. Man sieht es auch an der Bibelstelle mit den Talenten. Gott wird niemand verurteilen, wenn er / sie Jesus nicht kennenlernen konnte. Sich nicht bekehren und in seine Nachfolge kommen würde.

Mich hat das Buch von Edna Hong "Tal der Liebe" sehr beeindruckt. Es geht um die Häuser von Bethel zur Zeit des 2. Weltkrieges. Die Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen standen vor dem gewaltsamen Tod durch die Nazis. Die Leitung konnte das, Gott sei Dank, verhindern.

Die Geschichte von einzelnen "Insassen" zeigten, dass auch Menschen mit geistiger Behinderung im Bereich Glauben mehr mitbekamen, als eine Durchschnittsperson denkt.

Erst bei der zweiten Durchsicht deiner Frage ist mir der Hinweis auf die DDR aufgefallen. Da gilt das gleiche, wie wenn jemand im fernen Indien lebt und nie etwas von Jesus gehört hat. Diese Person wird nach ihren Taten und Werken beurteilt. In deinem Fall natürlich auch nur so weit, wie der jeweilige Mensch "Gut" und "Böse" unterscheiden konnte.

Zuerst einmal der Irrtum, dass man für das Paradies möglichst viel Gutes tun muss.

Ich weiß, das meinte ich damit nicht. Die guten Werke kommen durch echten Glauben, indem man sich selber und diese Welt verleugnet und den Willen Gottes durch den heiligen Geist erfüllt.

Dieses Konzept, welches den einzigen, schmalen Weg ins Paradies den nur wenige finden darstellt, müsste auch diesen Menschen näher gebracht werden. Tut dies niemand, wären sie technisch gesehen auch verloren.

Ihnen würde es wie Milliarden von Menschen gehen, welche unter anderen Religionen groß gezogen werden. Für uns ist der Zugang zu biblischem Wissen fast selbstverständlich. Angeblich werden diejenigen, welche die rettende Botschaft nie empfangen haben, durch ihre Werke gerichtet. In diesem Fall hätte ein Mensch, welcher in seinem Leben nie das Alter der Rechenschaftspflicht (aus welchen Gründen auch immer) erreicht hat und in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem niemand an den Gott in der Bibel glaubt und diese Botschaft verbreitet oder sie selber kennen gelernt hat, einen Freifahrtschein ins Paradies. So tragisch ihr Schicksal auch sein mag, wäre mir solch ein Freifahrtschein lieber als die Verantwortung für mich tragen zu müssen und für ein sündiges Leben auf Ewig in die Hölle verdammt zu werden.

Diese Erkenntnis zeigt mir, dass es für das Konzept der ewigen Verdammnis keine Rechtfertigung gibt solange unter anderem "Freifahrtscheine" für die Errettung einer angeblich ewigen, unendlich andauernden Verdammnis ausgeteilt werden. Entweder das oder diese armen Seelen werden als "Gewächs, welche keine Früchte sondern Dornen hervorbringen" angesehen und ebenfalls in die Hölle geworfen werden.

Vielleicht werde ich mir diese Frage noch zu Lebzeiten beantworten können, bislang scheint dies noch in weiter Ferne.

So etwas steht nicht in der Bibel. Es zählt alleine der Glaube.

Diese Aussage wäre dann eine Lüge. Es müsste heißen: "Es zählt allein der Glaube, mit Außnahme von...". Denn wie wir bereits festgestellt haben, sind einige gar nicht zum Glauben fähig.

Schlusswort:

Die Geschichte von einzelnen "Insassen" zeigten, dass auch Menschen mit geistiger Behinderung im Bereich Glauben mehr mitbekamen, als eine Durchschnittsperson denkt.
Erst bei der zweiten Durchsicht deiner Frage ist mir der Hinweis auf die DDR aufgefallen. Da gilt das gleiche, wie wenn jemand im fernen Indien lebt und nie etwas von Jesus gehört hat. Diese Person wird nach ihren Taten und Werken beurteilt. In deinem Fall natürlich auch nur so weit, wie der jeweilige Mensch "Gut" und "Böse" unterscheiden konnte.

Es scheint mir so, als wäre mehr Wissen über den Glauben in Kombination mit dem Erlangen der Rechenschaftspflicht eher ein Fluch als ein Segen. Dann bin ich doch am liebsten ohne jegliche Sinneswahrnehmung geboren und sterbe irgendwann um auf Ewig errettet zu sein anstelle diese große Verantwortung tragen zu müssen. In einer Welt zu leben, welche sowieso komplett zerstört und durch eine neue Erde ersetzt wird und damit Nihilismus in reinster Form repräsentiert und in der man der Gefahr der ewigen Verdammnis und Qual ausgesetzt ist. Fast so, als wäre dieses geisteskranke Theater genau so gewollt.

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Schlusswort (2): Es gibt nur 2 Möglichkeiten: Entweder es gibt für gewisse Schicksale Freifahrtscheine oder diese sind unverschuldet auf ewig verdammt. Beides klingt lächerlich in Betracht was auf dem Spiel steht.

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@Bodesurry

Weil ein Freifahrtschein für die Errettung vor einer ewigen Verdammnis mit unaufhörlichen, unendlichen Qualen genauso unendlich Unfair erscheint. 80 Jahre Hölle sind nichts im Gegensatz zu einer unendlichen Verweildauer. Kein Wunder, dass Menschen von diesem Mist abfallen.

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Ich bin nicht gläubig, aber ...

wenn Gott die Menschen erschaffen hat, dann sind auch diese Menschen in seinen Augen perfekt. Warum sollte er sie verurteilen, wenn er sie so haben wollte?

dann sind auch diese Menschen in seinen Augen perfekt

Nein, er hat sie in ein Sein "eingebracht" welches sich ständig "gestaltet" (Evolution ?) und woran auch der Mensch selbst mit seinem freien Willen (begrenzt) mitwirkt.

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Du kennt das Gleichnis von der armen Witwe? Sie gab nur 2 Münzen als Opfer. Jesus sagte, dass diese Frau weit mehr gegeben hätte als alle anderen, einschließlich der reichen Besucher des Tempels, die große Summen geopfert haben. Denn es war alles, was sie hatte.

Und wieso paßt also das biblische Gottesbild nicht zu geistig eingeschränkten oder behinderten Menschen? Jeder hat seine Talente (auch ein Gleichnis aus der Bibel), der eine mehr, der andere weniger. In der Bibel sind die Menschen nicht perfekt, es gibt alles: mächtige, arme, kranke, gesunde. das sind aber nicht die Kriterien, nach denen Gott urteilt (wenn er überhaupt urteilt in unserem Sinne, denn da bin ich mir nicht so sicher).

Weil die Androhung von ewig währenden Qualen in der Hölle so gravierend sind, dass es lächerlich erscheint, wie flexibel oder eben Streng die Be- oder Verurteilung mit Berücksichtigung auf die grenzenlose Individualität einzelner Schicksale sein müsste. Landen diese Menschen eventuell nur deswegen in der Hölle weil kein extrem aufrichtiger Christ zu ihnen kommt und ihnen von der Wahrheit erzählt oder gar heilt? (Markus 16, Vers 15-17):

"Dann sagte er zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;"

Glaube ist laut diesen Aussagen eine Voraussetzung für die Errettung. Wer brachte oder bringt den Glauben zu diesen und anderen Menschen, welche nicht in der Lage sind, diesen zu verstehen? Wenn man ihnen nur (endlich, wenigstens) menschliche Zuwendung gibt, behandelt man sie nicht besser als Tiere. Man gibt ihnen nicht das, was für die Erlösung nötig wäre. Sie wären ihrem Schicksal hoffnungslos ausgeliefert.

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@KurioseFragen

Die "Hölle" ist kein Ort. Es ist ein Nicht-Ort, die Ferne von Gott. Ich glaube aber, dass es sehr viele Arten gibt, Gottes Nähe zu erfahren. Jemand, der geistig nicht in der Lage ist, einen Bibelvers zu lesen, kann dennoch fühlen. Jemand der aufgrund seines Geburtsortes, der Zeit, in der er gelebt hat oder der Familie, in der er aufgewachsen ist nichts vom Glauben weiß, wird sicher nicht verdammt werden. Jemand, der sein Lebtag nichts von Gott wissen wollte, aber im Alter oder sogar im Tod noch zu Gott findet, wird möglicherweise immer noch Gottes Nähe erfahren (siehe Gleichnis der Arbeiter im Weinberg). Ich weiß es nicht. Ich bin auch nicht derjenige, der darüber urteilen möchte. Das steht mir schlicht nicht zu.

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 sich bewusst für oder gegen Gott zu entscheiden.

Das gilt auch für Kinder. By the way: Bei allen Tätern in Deutschland, die zur Tatzeit noch nicht 14 Jahre alt sind, wird die Schuldunfähigkeit unwiderleglich gesetzlich vermutet.

Gibt die Bibel Antwort darauf,

Nein. Auch nicht, wann jemand genug über Jesus/JHWH weiß, um ihn bewusst abzulehnen: reicht ein Flugzettel? oder ein Video auf youtube?

Und kann man jemanden ablehnen, den man gar nicht für möglich hält? Kann man die Hilfe vom Osterhasen ablehnen?

Landen diese Menschen eventuell nur deswegen in der Hölle weil kein extrem aufrichtiger Christ zu ihnen kommt und ihnen von der Wahrheit erzählt oder gar heilt?

oder sie landen genau deswegen in der Hölle: weil jemand mit der Bibel vorbeikommt

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