Glauben Christen daran, dass es mal Dinosaurier gab?

32 Antworten

Zu dieser Frage könnten die Informationen auf folgender Internetseite recht interessant und aufschlussreich sein: https://answersingenesis.org/de/antworten/dinosaurier-und-die-bibel

Die Informationen stammen von dem Australier Ken Ham, einem gefragten
christlichen Konferenzredner in den Vereinigten Staaten, seit er 1987
nach Amerika kam. Jedes Jahr führt er Dutzende von glaubensbildenden
Gesprächen mit zehntausenden von Kindern und Erwachsenen über solche
Themenwie Dinosaurier, Schöpfung und Evolution, die Verlässlichkeit der
Bibel, die Entstehung der Rassen usw. Er bekommt im Jahr über 500
Einladungen zu Vorträgen. Der Präsident von "Answers in Genesis" ist der Autor vieler Bücher aus dem Bereich der Genesis.

Nein.

  • Im Schöpfungsbericht werden am ersten Tag Himmel und Erde sowie Tag und Nacht geschaffen.
  • Am zweiten Tag den Erdbodenund die Himmelsfeste.
  • Am dritten Tag festes Land und die Ozeane, sowie alle Pflanzen.
  • Am vierten Tag Sonne, Mond und Sterne.
  • Am fünften Tag Meeres- und Flugtiere.
  • Am sechsten Tag die Landtiere und zum Abschluss den Menschen.

Selbst wenn man den Schöpfungsbericht wortwörtlich auslegt, kommst du nicht umhin festzustellen, dass ALLE Tiere vor dem Menschen geschaffen wurden. Dinosaurier sind Tiere, also ist der Nachweis von Dinosauriern allein noch kein Beweis gegen den Schöpfungsbericht. Außerdem wird in der Bibel (Buch Hiob) von urgewaltigen Ungetümen berichtet, die von Theologen oftmals als Dinosaurier und Meeresechsen interpretiert worden sind. Google mal die Begriffe "Behemoth" und "Leviathan".

Zurück zum Schöpfungsbericht der Genesis: Zumindest gegen die ersten zweieinhalb Tage der biblischen Schöpfung kann man auch aus wissenschaftlicher Sicht nicht viel Gegenteiliges hervorbringen, zumindest, wenn man die Tage nicht als 24-Stunden-Rhythmen betrachtet, sondern als Metaphern für ganzen Äonen: Tatsächlich gab es am Anfang noch keinen Meeresgrund und keine Atmosphäre, die Erde war noch flüssig und musste sich erst einmal abkühlen. Erst danach entstand die (noch giftige) Atmosphäre. Das Wasser kam wahrscheinlich durch Meteoriten auf die Erde, als sich dann die ersten Meere bildeten - als eine ozeanische Kruste, wie es die Wissenschaft im frühen Hadaikum vermutet. Erst durch das Bilden der Kontinentalplatten entstand am Ende des Hadaikums dann das erste Festland. So kann man den Urknall als den ersten Tag interpretieren, das bilden der Erde als Himmelskörper als zweiten Tag sowie das Hadaikum als Beginn des dritten Tages.

Nun gerät allerdings in der Chronologie einiges durcheinander: Pflanzen entstanden erst lange NACH dem ersten primitiven Leben im Meer, Landpflanzen sogar noch lange nach den ersten Fischen. Sonne und Mond entstanden zeitgleich mit der Erde (also bereits am "zweiten Tag"). Und alle Flugtiere entwickelten sich alle samt uns sonders aus Landtieren, also erst nach und nicht vor ihnen.

Im Schöpfungsbericht steckt also sowohl Wahres als auch Falsches, genau wie in der gesamten Bibel. Man darf die Bibel nicht als Sachbuch verstehen, sondern als eine Sammlung vieler Geschichten, die sich so ähnlich vielleicht wirklich zugetragen haben, aber in die eine ganze Menge hineininterpretiert und zu denen sehr viel hinzugedichtet wurde. Die Bibel wurde von Menschen geschrieben, und nicht von einem Gott. Und der Mensch hat Gottes Offenbarungen schon immer falsch verstanden.

Ich persönlich sehe es so: Die Erde selbst und nicht die Bibel ist Gottes eigentliches Zeugnis, und was sie uns mitteilt, ist Gottes wahres Wort. Ergo: Die Bibel ist nur eine blasse Kopie der tatsächlichen Geschichte (sowohl der Erde als auch des Menschen), durch welche die Wahrheit zwar hin und wieder durchschimmert, die aber oft von Einflüssen menschlicher Autoren überlagert worden ist.

Hallo MarkusKapunkt,

tolle Ausführng! Ich darf sie aus meiner Sicht ergänzen. Du hast geschrieben:
...Im Schöpfungsbericht steckt also sowohl Wahres als auch Falsches, genau wie in der gesamten Bibel. Man darf die Bibel nicht als Sachbuch verstehen, sondern als eine Sammlung vieler Geschichten, die sich so ähnlich vielleicht wirklich zugetragen haben, aber in die eine ganze Menge hineininterpretiert und zu denen sehr viel hinzugedichtet wurde.

"Falsches" findet man dann, wenn man die Darstellung als historisch-wissenschaftliche Beschreibung, also als Sachbuch, verstehen will. Was "Wahrheit" und das Hineininterpretieren und das Dazudichten angeht: Das liegt an der unterschiedlichen Art, wie Orientalen und Westeuropäer über Geschichten denken. Ich zitiere dazu mal auszugsweise einen Beitrag des kath. Theologen Anton Vögtle:

Dem westlichen Menschen ist Wahrheit in ihrer vordringlichsten Bedeutung geschichtliche Tatsächlichkeit, bis zur Vernachlässigung des Sinnes. Sein Ideal der Wirklichkeit ist gewissermaßen „ein Film der Ereignisse“…. Demgegenüber ist der Orientale auf den Sinn versessen, und das bis zur Vernachlässigung der geschichtlichen Tatsächlichkeit. Sein Ideal ist deshalb eine tiefsinnige Erzählung, die den Sinn eines Faktums möglichst anschaulich und kraftvoll zur  Geltung bringt. ......  Um eine Glaubenswahrheit zu veranschaulichen, verwenden sie altbiblische Motive und Erzählschemata......

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@MarkusKapunkt

Ist mit dem Nein am Anfang gemeint das sie nicht dran glauben ?

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@zelsel

Hallo zeisel,

ich hatte nach seinem Inhalt sein "Nein" so aufgefasst, dass es sich auf den Text zur Frage bezieht, nicht auf die Ausgangsfrage selbst. Aber das kann MarkusKapunkt selbst klarstellen.

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@zelsel

Das nein bezieht sich auf den Fragetext, speziell auf die letzten beiden Sätze mit der Lüge.

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Um zunächst Zelsels Frage konkret zu beantworten:  Ja! Ich glaube daran. Ungeachtet dessen braucht man nur mal ins Senckenbergmuseum zu fahren, da sind die Skelette sogar ausgestellt ;-)  Nee, Scherz beiseite...

Ganz klar gab es Dinosaurier. Und auch   -     nein, falsch, GERADE -     als Christ, der ich genauso im 21. Jahrhundert lebe, wie bspw. Atheisten auch, kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass die Bibel in vielen Punkten mal aktualisiert werden müsste.

Dass dies verständlicherweise nicht von heute auf morgen geschehen kann, sollte jedoch für Jeden klar sein. 

Martin Luther hat es für meine Begriffe vor fast 500!! Jahren sehr passend formuliert: "Ecclesia semper reformanda"....   "Die Kirche muss sich ständig erneuern"...  Auch und gerade die Betrachtungsweise der Bibel fällt da ausgesprochen stark ins Gewicht.

Diese, meine Betrachtungsweise, lässt für mich aber nicht den Schluss zu, auf Grund der Existenz von Dinosauriern sei mein Glaube auf einer Lüge aufgebaut. Unsinn. 

Wie schon Bertolt Brecht so passend erkannte: "Wer A sagt, muss nicht zwangsläufig auch B sagen. Er kann auch gemerkt haben, dass A  falsch war"...

Ein Jeder möge nach seiner Facon selig werden. Das war schon immer meine Devise. Ich als Christ kann, will und werde nicht zu dem Schluss kommen, das Étwas aus Nichts entstehen soll. (Urknalltheorie)  Denn wo kamen denn die Gase her, die zum Urknall führten?

Die Existenz Gottes fängt für mich dort an, wo mein Verstand es nicht mehr erklären kann. Denn ließe sich das Tun Gottes in den kleinen Verstand eines Menschen zwängen, dann wäre Gott nicht allmächtig, dann wäre er erbärmlich.  Das ist meine Sicht der Dinge; ich bin überzeugt, die Meinungen werden da auseinander gehen...

Wer die Bibel als historischen Bericht oder Reportage ansieht, der verkennt die Bibel eben und berücksichtigt nicht, in welcher Zeit von welchen Menschen die jeweiligen Teile entstanden sind.

Umgekehrt irrt aber auch der, die die Evolutionslehre als neues Evangelium ansieht. Es spricht zwar vieles für einen Erklärungsansatz in dieser Richtung, aber die Wissenschaften sind noch weit entfernt davon, alles bewiesen zu haben, was die Entwicklung allen Lebens angeht.

Die "Wahrheit" wird also wohl irgendwo in der Mitte liegen, und das heißt bei der Evolutionslehre, dass noch wichtige Einflussfaktoren unbekannt sind.

aus Lexikon zur Bibel von Rienecker:

Das hebr. tannin meint ganz ähnlich wie das dt. Wort Dinos. ein gefährliches Ungeheuer, meist Seeungeheuer, wie Psalm 74,13: Du zerteiltest das Meer durch deine Macht, zerschelltest die Häupter der Wasserungeheuer auf den Wassern.

Tannin kommt auch in 1. Mose 1,21 etc. vor:

Und Gott schuf die großen Seeungeheuer ...

Im Neuen Testament kommt der Drache ausschließlich in der Bildersprache der Offenbarung vor. Drache oder die alte Schlange ist hier die Bezeichnung für den Teufel.

Der Drache als schreckliches Untier symbolisiert den wütenden Satan. Er übt eine bestimmte Macht auf der Erde aus, wird aber zum Schluss gefesselt in den Feuersee geworfen.

Und es erschien ein anderes Zeichen in dem Himmel: und siehe, ein großer, feuerroter Drache, welcher sieben Köpfe und zehn Hörner hatte... (Offenbarung 12,3; 13,2; 16,13; 20,2)

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