Gewissensfrage: Tourismus in einer Diktatur

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Das Ergebnis basiert auf 9 Abstimmungen

Ja! 44%
Nicht zu beantworten. 22%
Kommt darauf an... 22%
Nein! 11%

10 Antworten

Ja!

Hallo, cannily. Ich würde sagen ja, denn, grins, hier kommt deine ethische Begründung: Die Regierung des jeweiligen Landes ist nicht das Volk als solches und dieses muß ja auch Geld verdienen. Das geht gerade in Asien sehr gut mit Tourismus und ich würde lieber nach China, Birma ( heißt übrigens schon seit Jahren Myanmar ) oder Viet Nam fahren als bei den machullen Amis zu landen, wo es sogar verboten ist, mal Dreck unter den Teppich zu kehren ( ohne Witz: gibt in Kalifornien direkt ein Gesetz dagegen ), lG.

Ich bin nicht der Meinung wie unser chinesischer Gast, dass Deutsche dumme Fragen stellen, denn die Frage sollte man vielleicht ohne die Klammer lesen - dann ist es weder eine dumme Frage noch eine uninteressante. Also henhaoa , erstmal runterkommen, dann antworten. Ich weiß ihr seid da etwas emotional, meine Frau ist Chinesin und mit ihr kann ich z.B. nicht über das Thema Taiwan reden

Mal abgesehen davon, dass es ja nur relativ wenige echte Diktaturen gibt, wird es wenig erstrebenswert sein in diese Länder fahren zu wollen. Aber das muss und sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin z.B. nicht auf die Idee gekommen nach Nord-Korea zu reisen, Süd-Korea war allerdings eine Reise wert und dies alleine schon deswegen, weil man sich in einem solchen Land bewegen kann, in Nord-Korea halt nur bedingt.

China ist keine Diktatur, ist ein aufregendes und interessantes Land, in dem ich lange gelebt habe und nie mich kontrolliert oder drangsaliert gefühlt habe, auch wenn es in jeder Kommune die 'Neighbor-Watch' gibt. Man kann als Tourist heute praktisch in jeden Zipfel des Landes reisen und wahnsinnig interessante Eindrücke bekommen. Selbst sensible Gebiete wie Tibet sind ohne Probleme besuchbar (auch wenn es gewisse Einschränkungen gibt)

Also grundsätzliche Beantwortung der Frage - das muss jeder für sich entscheiden

Ja!

Kann mich dem Chinesen henhaoa nur anschließen. Er überzeichnet zwar etwas, aber im Grunde hat er recht. Ich war schon mehrere Male in China und habe von der Diktatur rein gar nichts bemerkt. Ich konnte mich völlig frei bewegen und musste lediglich als ich im Hauptzollamt in Wuhan fotografierte, eine Erlaubnis erbitten. Das musste ich im Umweltbundesamt in D aber auch.

Kann China nur empfehlen

Nein!

Man darf schon, aber man sollte sich darüber bewußt werden, dass man zum einen die Diktatur finanziell damit unterstützt und dass man eventeull selber repressalien erfahren kann, wenn man etwas tut, was den Despoten mißfällt.

Ich würde in keinem Land Urlaub machen, wo die Menschen unterdrückt werden. Das wären u.a. Turkmeinistan, Usbekistan, Kirgistan, China, Weißrussland, Tadschikistan, Myanmar, Aserbaidschan.

Wenn du noch nie dort warst, woher hast du dann deine "fundamentalen" Kenntnisse?? Was hältst du von der "Unterdrückung" von Menschen z. B. In Australien (frag mal die Aborigines), in Ägypten - dem Touristen- und Tauchland der Deutschen schlechthin (frag mal die Kopten), in den USA oder Kanada (frag mal so den einen oder anderen Indianerstamm), in einigen tribalistisch regierten afrikanischen Staaten (frag mal die anderen Stämme)!!

Ich denke, du schwätzt verdammt dummes Zeug, das du offensichtlich allein aus der Bild-Zeitung herhast!!

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Was willst du denn für eine "ethische Begründung"?? Und wofür?

Dafür, dass du dorthin reisen darfst? Das steht in der ihren Gesetzen und wird durch Einreise-, Transit-, Tourismus- u. a. Bestimmungen reguliert, wie in jedem anderen Staat auch!

Du (bzw. deine Vorfahren) durftest auch in solchen "Diktaturen" Urlaub machen, wie DDR, UdSSR, Bulgarien, Rumänien, Kuba, Polen, CSSR, Ungarn, und dort sie Sonderbedingungen für Westgeldbesitzer und die generell niedrigen Preise genießen! Von den herrlichen Landschaften und Nationalküchen mal abgesehen!

Pass aber auf in solchen "Demokratien" wie USA (da darfst du bei der Einreise keine falschen Antworten auf dumme Fragen geben), Israel (da stehst du unter Generalverdacht, wenn du ein Visum eines Staates im Pass hast, der nach den Ansichten der israelischen Einwanderungsbehörde zu den "Schurkenstaaten" gehört), England (wenn du aus Nordirland einreist), usw.

Es gibt nicht "die" ethische Begründung, deswegen kann ich dir deine erste Frage nicht beantworten. Wofür? Mich interessiert die allgemeine Meinung zu dem Thema, da und war gespannt welche Begründung die Leute so haben für ihre Meinung. Leider gehen die Meinungen eher in den juristischen oder politologischen Bereich, den ich nicht so interessant finde bzw. der juristische Bereich ist klar - wie du auch geschrieben hast.

Ein Beispiel für eine ethische Begründung wäre eine annahme, dass wir nach Spinoza in einer Determinierten Welt leben. D.h. es muss einen inneren Grund geben, warum wir uns zu einer Diktatur hingezogen fühlen:

Es könnte das beruhigende Gefühl der Sicherheit sein, welche durch die strikten und harten Gesetze, hohe Polizeipräsenz usw. meistens in einer Diktatur vorhanden ist. Oder ist es der persönliche Reichtum, das Gefühl der Macht, weil wir uns, dank der meist schwachen Währung, sehr viel Leisten können. Vielleicht ist es auch die Anziehungskraft des alten, unberührten, da eine Diktatur meistens kein Geld für modernes hat, wird hier das alte gepflegt bzw. nicht beseitigt - wobei dabei China rausfällt die eine vorliebe haben/hatten altes zu zerstören (Kulturrevolution).

Auf jedenfall sind alle diese Punkte Sachen die uns determinieren. Wenn wir uns dies nun Bewusst machen, dass wir davon beeinflusst werden (nach Spinoza), wird klar, dass man so eine Reise aus niederen Gesichtspunkten heraus macht. -> Man darf nicht in so ein Land reisen.

Ob diese Ansicht stimmt oder nicht ist egal, es ist nur ein Beispiel für eine ethische Begründung. Man könnte auch mit Moral (das warscheinlich besser passt als Freiheit) antworten.

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@cannily

Dank dir für die ausführliche Antwort! Die meisten User hier werden immer gleich aggressiv! Deswegen ist deine Meinung sehr angenehm, wenn auch für mich nicht in allen Punkten nachvollziehbar und akzeptabel.
Deine Überlegungen mit Bezug auf Spinoza u. a. sind philosophisch interessant, aber für einen Besuch z. B in Minsk, oder in Peking, oder in Havanna, etc. völlig ungeeignet. Nämlich, weil die Definition von "Diktatur" erstmal geklärt und vereinheitlicht werden sollte.

Nur so zum Nachdenken: ich fühle mich als Ur-Deutscher (ich hoffe, du akzeptierst auch ehemalige DDR-Bürger als Deutsche!!) um 22 Uhr abends in Minsk (der Hauptstadt Weißrusslands, der nach bundesdeutscher Medien - Lesart einzigsten noch bestehenden Diktatur in Europa) bedeutend sicherer als in unserem voll-demokratischen Deutschland, z. B. im Bahnhofsviertel Frankfurt/ Main, auf der Reeperbahn in Hamburg oder auf dem Ku-Damm in Berlin. Frag mich mal, warum?

Ich gebe dir gleich die Antwort: weil die Verantwortung, die diese angebliche Diktatur für ihre ausländischen Gäste und Stammbewohner zeigt, bedeutend höher ist als die in diesen sog. Demokratien hier!

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@babulja

Hmm... ich weiß ja nicht... DDR-Bürger als Deutsche ;)

Nein, keine Sorge, ich akzeptiere jeden als Deutschen der eine Staatsbürgerschaft hat.

Dein Argument, dass Minsk sicherer ist als Berlin (auch wenn ich noch nie in Minsk war) ist sehr wahrscheinlich richtig. Doch das liegt - wie oben erwähnt - an der Regierungsform an sich:

"Gefühl der Sicherheit [...], welche durch die strikten und harten Gesetze, hohe Polizeipräsenz usw. meistens in einer Diktatur vorhanden ist"

Man kann als Versuch dies zu erklären eine Kausale Kette aufbauen:


Diktatur kann sich keine kritischen Stimmen Leisten

-> braucht Geheimpolizei + starke Polizei + starke Gesetze für Straftäter um System aufrecht zu halten

-> Hohe Polizeipräsenz (muss nicht unbedingt Wahrgenommen werden, auch Kameras usw. zählen dazu) führt zu wenigen Straftaten

--> wenig Straftaten führen zur Sicherheit


In einer Demokratie ist das anders (zumindest sollte das sein).

Es gibt immer zwei Kräfte die gegeneinander spielen: Freiheit und Sicherheit.

Unsere Sicherheit ist in Deutschland gewährleistet. Jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß wie in Minsk. Das liegt daran, dass bei uns (noch) , wie in jeder Demokratie die Freiheit als höheres Gut eingeschätzt wird als die Sicherheit. Unsere politische Freiheit (jetzt geht es wieder in das Philosophische) ist uns fast vollständig gewährt und nach Otfried Höffe wird dadurch unsere Handlungsfreiheit nur durch universalisierbare (für alle gleich geltend) Gesetze eingeschränkt. In einer Diktatur wie Minsk dagegen gibt es keine politische Freiheit (oder nur eine Eingeschränkte). Die Handlungsfreiheit der Menschen ist sehr beschränkt. Bei uns ergibt sich durch die laxe Polizei (die nicht stark gehalten werden muss, da die Demokratie sich im großen und ganzen durch das Volk geschützt ist) und durch die hohe Freiheit und dadurch fehlende Kontrolle ein höheres Gefahrenpotential als in Minsk.

Du fühlst dich also in Minsk sicherer als in Berlin usw. nicht, da der Staat mehr Verantwortung übernimmt, sondern, da er deine (und die seiner Büger) Freiheit einschränkt, auf kosten für deine und, am wichtigsten, seine Sicherheit.

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@cannily

Cannily - Dank dir für deine Mühen, irgendwas darzulegen. Das Grundproblem hier in diesem Land ist nicht das Verständnis hinsichtlich Demokratie, Diktatur, "Geheimpolizei", "Sicherheit" usw. usf.
Das Grundproblem liegt in dem seit vielen Jahren durch schwachsinnige Medien und wählerquotengeile Politiker oktroierten Verständnis über die Zustände in diesen Ländern.
Nur mal so am Rande: in einer der letzten "PM" hat ein freiheitlich - demokratischer Wissenschaftler (also kein "rot" bestrumpfter oder von der "Stasi" kontrollierter) nachgewesen, dass es in manchen Staaten nach den großen Umwälzungen niemals darum geht, eine sog. Demokratie einzuführen, sondern erstmal darum, Ordnung im Land zu schaffen, wozu eine Diktatur bedeutend nützlicher sein kann als alle Versuche einer bürgerlichen Demokratie (als ein Beispiel nannte er S-Korea).
Hinzu kommt, dass alle Versuche, einen Staat als "Diktatur" zu diffamieren, mit einer Meinungsumfrage unter der betroffenen Bevölkerung einhergehen sollte, ob diese das auch als "Diktatur" betrachten.
Erst dann, verehrte "demokratische" Freunde, habt Ihr eventuell das Recht, eine Staatsform als "Diktatur" zu bezeichnen!

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Ja!

Ich war schon mehr als 25 mal mit Touristengruppem in China, weil es sehenswertes Land ist. Dabei war ich noch nie bei der Regierung zu Besuch, aber schon sehr oft bei den dort lebenden Menschen.

Kommt darauf an...

Man darf, aber es würde mir keinen Spaß machen, in ein Land zu reisen, wo die Menschen unfrei sind. Bin auch vor '89 nicht in die DDR, Polen etc. gereist - da waren mir Frankreich, Italien, Spanien (Franco war längst tot) und Indien lieber.

Kommt darauf an...

Das musst du für dich selbst entscheiden, dass kann dir hier jeder noch für sich sagen.

War als offene Frage aus Interesse gestellt, nicht als gesuchte Rechtfertigung für ein Besuch :)

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Darf man als Tourist urlaub in einer Diktatur...

Meines Wissens gibt es im deutschen StGB keinen Paragraphen, der derlei verbietet.

Nicht zu beantworten.

Haha..Ich lache mir einen Ast, wenn ich jedes Mal solche Frage sehe (Ja ich bin aus dem "didaktischen Land" - CHINA..und die Deutschen stellen wieder dumme Frage). Ich moechte nur Ihnen auf die Spruenge helfen, wenn Sie immer aus den deutschen Medien oder Politikern etwas wie Chinese haben keine Mneschrechte oder blabla erfahren, verpassen Sie vielleicht die Gelegenheit, die Wahrheit ueber China zu wissen. Wenn Sie in der Gegenwart mit der Ideologie ein Land beurteilen, ist offensichtlich falsch. Die Vorraussetzung der Reise ist Ideologie oder politische System, ich hoere zum ersten Mal.

Ich erwarte mir naechste Frage wie diese von Ihnen, dann kann ich noch mal meinen Horizont erweitern, wie unterschiedlich Deutsche und Chinese ueder ein gleiches Gespraechsthema nachdenken.

Zum Schluss hoffe ich, dass Sie in China Reise machen koennen und dann erfahren, China ist nicht so didaktisch wie Sie gedacht haben.

O(∩_∩)O

彭枭

很好啊

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@babulja

Genau, henhaoa ist 很好啊, das bedeutet "toll oder super", du bist auch henhaoa, ausgezeichnet !~ ^_^

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Ihre Antwort auf die Frage hätte "Ja" lauten müssen, denn wenn ich es richtig verstanden habe, sind Sie der Meinung, dass man ein Land nicht auf Grund des politischen Systems oder der Ideologie besucht, sondern um Land und Leute kennen zu lernen.

Ich muss Ihnen jedoch Widersprechen. Mit einer Reise in eine Diktatur muss man sich Bewusst machen, dass man damit vielleicht die Diktatur unterstützt. Ich weiß dass Sie eine andere Meinung über meine Aussage haben, dass China eine Diktatur ist, aber ein Land, welches regelmäßig kritische Stimmen (politsche Gegner) einsperrt - ja, sie (Chinas Regierung) haben "gute" Gründe wie: Finanzbetrug, wenn Sie wissen worauf ich anspiele - und ein System hat wie wir es hier aus der DDR kennen (autoritäres System und der Führung einer Partei) kann ohne schlechtes Gewissen als Diktatur bezeichnet werden. Auch die Definition des Begriffs Diktatur stimmt mir zu.

Das zweite ist, dass Medien und Politker klar ein bestimmtes Bild von einem Land zeichnen, und in der Hinsicht auch sehr Manipulativ sind, jedoch ist dies genauso der Fall, wenn man eine Diktatur besucht. Ich bezweifle, dass ich die "Wahrheit" erfahren werde, wenn ich in einem Land, dass politische Gegner wegsperrt jemanden Frage - in der Vorraussetzung, dass dieser Englisch spricht - was er von seiner persönlichen Freiheit oder der politischen Freiheit in seinem Land hält.

Das Forschungsinstitut Freedom House hat China auf den Platz 163 von 178 Ländern im Bezug auf Freiheit eingestuft. Wobei 178 den schlechtesten Platz darstellt. Allein das spricht schon Welten.

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@cannily

Mensch - cannily - "Mit einer Reise in eine Diktatur" - ich lese gar nicht weiter, weil ich allergisch gegen Schwachsinn bin: Definiere doch erstmal, was Diktatur ist, danach analysíere, ob das auf die genannten Staaten zutrifft, dann denke ein wenig, dann erst äußere dich - bitte in dieser Reihenfolge"!

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@babulja

Die Diktatur (v. lat. dictatura) ist eine Regierungsform, die sich durch [...] eine regierende Gruppe von Personen (z. B. Partei, Militärjunta, Familie) mit unbeschränkter Macht auszeichnet.

(auszug aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur)

China: KPCh

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