Gewißensbisse - denkt ihr ich tue das richtige?

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3 Antworten

Hallo Roland,

schwere Situation und da ich selbst eine Borderline-Mutter habe kann ich diese ein stückweit nachvollziehen.

Was soll ich sagen, außer meiner persönlichen Sichtweise?!

Ich habe seit Jahren keinen Kontakt zu meiner Mutter und mittlerweile bin ich soweit, dass ich Menschen, die mir nicht gut tun und in deren Gegenwart ich mich schlecht fühle aus meinem Leben fernhalte und den Kontakt abbreche. Das hat nichts mit konfliktscheu zu tun, aber manchmal geht es einfach nicht. Das habe ich erkannt und umgesetzt.

Verwandt sein heißt nicht, sich lieben und mögen zu müssen. Respektieren und aktzeptieren ja, aber dazu muss ich keine tiefe Bindung haben.

Wenn für dich so viel dafür spricht, dich von deiner Familie teilweise oder ganz zu distanzieren und zu trennen, dann tu das.

Nur du alleine entscheidest über dein Leben und kannst lenken wie du leben möchtest.

Familie darf nie ein Zwang sein - du hast sicher andere dich liebende Menschen um dich herum.

Ich habe keine Gewissenbisse wegen meiner Mutter. Mit solchen Menschen kann man nicht umgehen, du weißt das selbst.

Und du wirst auch nicht wie sie enden. Du hast einen klaren Blick und würdest Anzeichen auch deuten und entsprechend agieren. Evtl. abgegucktes Verhalten,kannst du ablegen.

Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen und ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!

Roland1988 06.10.2010, 19:39

Ich denke dir vielmals.

Es berührt mich zu lesen das es jemandem ähnlich ergangen ist wie mir.

Hast du denn die Erfahrung gemacht bestimmte Verhaltensweisen ablegen zu können die du während deiner Zeit bei deiner Mutter erlernt hast?

Ich muss dazu sagen das ich mein Leben lang nie wirklich sagen konnte ob meine Partnerinnen, ich, oder gar wir beide selbst Borderliner waren. Diese Charactere sind regelrecht ansteckend... fast schon wie Vampire, und ich hoffe das es mir gelingt mich quasi umzuprogramieren.

Ich danke dir für deine umfangreiche Antwort, deinen Zuspruch und dein Verständnis... ich vermute diese Frage hatt bisher nur eine Antwort weil kaum jemand sich in diese Lage hinein versetzen kann.

Ich würde mich gerne abundzu mit dir austauschen, wenn es dir recht ist. Falls nicht respektiere ich das.. ist ja auch ein bischen dreist.

Vielen dank in jedem fall für deine Antwort.

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Acceber73 06.10.2010, 22:22
@Roland1988

Ich schicke dir eine Freundschaftsanfrage, dann kannst du mich darüber anschreiben.

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Hallo Roland, das liest sich so, als müsstest Du, wenn Du Deine Mutter stützst und begleitest Deine eigene Natur vergewaltigen. Es wäre ja wohl eine Situation wie früher, als Du für sie dasein solltest (als Partnerersatz) statt umgekehrt. Sich gegenüber den Mustern der Herkunftsfamilie abzugrenzen ist schwer. Daher habe ich Verständnis für Dich, wenn Du Abstand suchst. Du bist erwachsen und kannst selbst entscheiden, was Du tust. Ein Leben ohne Verletzung von Anderen gibt es nicht. Konventionen mögen im Normalfall wertvoll und hilfreich sein, wenn alles nicht zusammenpasst können sie zur Heuchelei verkommen. Deine Beziehung zu den verstorbenen Tanten kenne ich nicht, wenn die gut war könntest Du ggf. an der Beerdigung teilnehmen ohne Deine Mutter zu stützen und ohne Magenschmerzen? Wenn Du genug Selbstsicherheit aufbringst wäre es ja auch denkbar Deiner Mutter klar mitzuteilen, warum Du Dich nicht mehr in Rollen zwängen lässt, die Dir Leibschmerzen verursachen. Viellecht in einem Brief. Dann wüsste sie was Sache ist und ich wüsste nicht, warum Du Dir dann Vorwürfe machen solltest. Du hast doch das Recht und die Pflicht gut für Dich zu sorgen. Wer sich selbst nicht mag wird auch andere Menschen nicht mögen können.

Roland1988 08.10.2010, 12:55

Ja.. das beschreibt es ziemlich gut...

Für mich ist es der Versuch aus einem Teufelskreis auszubrechen, und ich sehe in meiner Familie einfach die perfekten Rahmenbedingung dafür das dieses "Rad" sich weiter dreht.

Die Beerdigung ist nun vorrüber, und ich habe es ungefähr so getan wie du es vorschlägst. Ich war dort, habe aber abstand zu meiner Muter und meiner Großmutter gehalten. Ob sie das Verstehen weiß ich nicht, ich kann auber auch keine Rücksicht darauf nehmen.

Und es stimmt das ich eiwas das ich inm ir selbst nicht finde auch niemandem geben oder vermitteln kann. Eine Freundin die sich gerade von mir (und ihrem gesamten Bekanntenkreis) trennt, tut das weil es ihr genauso geht... und sie hatt mir dadurch die Augen geöffnet, mir klar gemacht das ich das selbe tuen muss - mit eben jenen Menschen die mich zu dem machen der ich bin.

ich danke dir für deine wohl überlegte Antwort! =)

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Es ist sicher möglich, aus diesem Kreislauf auszubrechen. Du musst nicht so werden, wie deine Großmutter und deine Mutter. Es liegt an dir, etwas zu ändern. Ich selber hatte sehr gute Eltern, da darf ich überhaupt nichts sagen. Aber sie waren halt eine ganz andere Generation (ich bin jetzt aber auch schon 62 Jahre und meine Eltern leben schon länger nicht mehr) Ich habe mir immer vorgenommen, meine Kinder nicht so zu behandeln oder zu erziehen, wie meine Eltern es gemacht haben. Sie wussten es nicht besser. Aber ich weiß oder habe gewußt, was ich will. Und mit meinen Kindern bin ich ganz anders umgegangen, als meine Eltern ( besonders meine Mutter) mit mir. Und ich glaube, dass ich da nicht viel falsch gemacht haben. Denn als meine Tochter ihre beiden Kinder bekam, und sie immer nach dem Kindergarten zum Essen und den Nachmittag über zu mir kamen, sagte sie immer, ich sollte ihre Kinder so erziehen, wie ich es mit ihr gemacht habe. Sie sei mit meiner Einstellung Kinder gegenüber total zufrieden. Und jetzt sind meine Enkelinnen 17 und 19 Jahre als und es gab, so wie auch bei meinen eigenen Kindern, nie ein Problem, auch nicht in der Pubertät.

Roland1988 06.10.2010, 19:49

Ich danke dir vielmals,

Es freut mich zu lesen das du es für möglich hälst, und deine eigene Geschichte ist eine großartige Motivation. Der Wunsch selbst irgendwann Kinder zu haben war schon immer iergendwie ein Teil von mir, und das ist auch einer der Hauptgründe für mich diesen Weg zu gehen.

Ich fühle mich als hätte ich etwas von grund auf schlechtes in meinem Blut (obwohl ich meine Familie liebe),... Etwas das es einem Menschen in dieser Welt unmöglich macht zu leben, und ich will dieses Etwas nicht an meine eigenen Kinder weitergeben. Im Grunde die selbe Kraft die dich angetrieben hatt.

Momentan ist mein Leben jedenfalls ein einziges Chaos das ich irgendwie ordnen muss... es gibt schon jetzt mehr nachzuhohlen als ich Zeit habe, und ich weiß nichteinmal wo ich anfangen soll.

Ich danke dir für deine Antwort.

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