Gewissen medizinisch erklärt?

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10 Antworten

Hier ein Link zur medizinischen Perspektive. Es gibt keinen Ort im Körper den man den Sitz des Gewissen bezeichnen könnte. Gewissen ist nicht in den Genen verankert und damit nicht vererbbar. Gewissen ist eine Erziehungssache und damit ein Erscheinung der Kultur.

http://www.seele-und-gesundheit.de/exis/gewissen.html

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Kommentar von PinkelLady
09.01.2016, 12:21

Danke! Das wird mir sehr helfen.

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Zwischen biologisch und medizinisch seh ich da keinen Unterschied, Medizin ist angewandte Biologie. Gewissen ist eindeutig im Gehirn angesiedelt, aber nicht an einer bestimmten Stelle darin.

Es gibt zweierlei Arten von Gewissen, ein von außen durch Moral und Bestrafung bestimmtes (extrinsisches) und ein intrinsisches (von innen), das auf einer eigenen Ethik beruht. Bei manchen ist das äußere Gewissen stärker, bei anderen das innere.

Es gibt Situationen, bei denen die beiden Gewissen in Konflikt miteinander geraten. Wenn die eigene Ethik etwas fordert, was von Moral und/oder Gesetz unter Strafe steht, zB das Desertieren im Krieg.

Das moralische Gewissen könnte man da im Gehirn verorten, wo auch die Angst entsteht, in der Amygdala.

http://www.nationalgeographic.de/aktuelles/angstzentrum-im-gehirn-entdeckt

Die Basis des ethischen Gewissens ist das Mitgefühl, die Empathie. Dazu gibt es Untersuchungen zu den sogenannten "Spiegelneuronen". Den Begriff halte ich aber für irreführend, da es ganz gewöhnliche Neuronen sind, die nichts spiegeln.

Es sind einfach nur dieselben Neuronen, die sowohl bei der Beobachtung von anderen als auch bei der Kontrolle des eigenen Verhaltens benutzt werden. Es gibt also im Gehirn keine strikte Trennung von "ICH" und den Anderen. Diese Trennung wird uns erst anerzogen.

   

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Kommentar von JackySmith
11.01.2016, 10:20

Hießen die nicht Spiegelneuronen, weil man das Verhalten (und evtl. seine Gefühle) des Gegenübers spiegelt? Also man macht, was er der andere macht bzw. verhält sich ähnlich. Man empfindet (nach) was der andere empfindet, etc.

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Gewissen ist das Bewusstsein über Gut und Böse des eigenen Handelns. Was aber gut und böse ist, ist eine Frage der Moral und der aufgestellten moralischen Normen.

Woher kommen aber die Moral und die sich aus ihr entwickelten Normen?

Vereinfacht gesagt liegen die Wurzeln im biologischen Verhalten, das das Überleben nicht nur des Individuums, sondern der ganzen Art sichert. Die Selbstaufopferung von Eltern, ob bei Tieren oder bei Menschen, ist z. B. so eine "moralisches" Verhalten zur Sicherung des Überlebens der Spezies.

Zur evolutionären Überlebensstrategie des Menschen gehört aber nicht nur die Aufopferung der Eltern für ihre Kinder, sondern auch das Zusammenleben in Gemeinschaften. So sind Verhaltensweisen, die gemeinschaftliches Zusammenleben fördern ebenfalls biologisch evolutionär erklärbar.

Mit der zunehmenden Herausbildung von Kultur und Wirtschaft mussten sich auch Verhaltensweisen herausbilden, die den Zusammenhalt innerhalb der überlebensnotwendigen Gemeinschaft sichern. Daraus resultieren dann moralische Normen, an denen sich das Zusammenleben orientiert. Diese Normen wurden dann im Laufe der Zeit kulturell geformt und später auch in religiöse Gebote gegossen, die dann natürlich auch erweitert wurden, um die in der Gesellschaft sich herausgebildeten hierarchischen Strukturen zu sichern.

Moral hat evolutionär biologische Wurzeln und ihre Normen sind gesellschaftlich bedingt. Sie wurde nicht von einer überirdischen Macht den Menschen diktiert.

Zum medizinischen Aspekt: Es gibt bestimmte physische Erkrankungen, die Persönlichkeitsveränderungen mit sich bringen können oder es gibt psychische Erkrankungen und Störungen, die den Betroffenen nicht nur ein normales Zusammenleben mit anderen Menschen erschweren, sondern auch ursächlich für regelrechtes unsoziales Verhalten ist.

Ich denke da nur an Psychopathen, die eine dissoziale/antisoziale Persönlichkeitsstörung haben, aber nicht zwingend mit dem Hackebeil schwingend sich durch die Gegend morden, sondern oft in Führungspositionen von Politik und Wirtschaft zu finden sind und noch nicht entsprechend diagnostiziert wurden.

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Psychiater sind für die Behandlung von "fehlgeleiteten" Gewissen zuständig, wenn diese entweder dem individuellen Menschen selber schädlich sind, oder mit der Gesellschaft nicht kompatibel sind. 

Ein fehlgeleitetes Gewissen fällt mit unter den Oberbegriff der Persönlichkeitsstörungen. 

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/disspers.html

>Sie sind schon zu fürchten, die antisozialen bzw. dissozialen Persönlichkeitsstörungen. Und in der Tat, auch die Psychiater lassen mit 

ihrer Charakter-Schilderung keinen Zweifel daran, dass es sich hier um
überaus schwierige Partner, Familienmitglieder, Bekannte, Nachbarn,
Arbeitskollegen, Vorgesetze, Untergebene, ja Fremde im Alltag handeln
kann. Zum einen besteht ein "tiefgreifendes Muster von Missachtung und  

Verletzung der Rechte anderer", und das schon seit jungen Jahren.
Konkret: Falschheit, wiederholtes Lügen und Betrügen, Impulsivität,
Reizbarkeit und Aggressivität (wiederholte Schlägereien, Überfälle oder
sonstige Missgriffe), dabei rücksichtslos die Sicherheit anderer (aber
auch die eigene) missachtend, kurz: verantwortungslos, herzlos, ohne
Reue, kein Schuldbewusstsein, unfähig, aus negativen Erfahrungen, ja
sogar Bestrafungen zu lernen, dafür die Neigung, seine Verfehlungen zu
beschönigen, gewissenlos zu rechtfertigen oder gar andere zu
beschuldigen.

Bei der "härtesten" Untergruppe, die im angelsächsischen Bereich mit
dem früheren Begriff der "Psychopathen" charakterisiert wird, geht es
sogar noch direkter zur Sache: trickreiche und sprachgewandte Blender
mit oberflächlichem Charme,

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Kommentar von FreundGottes
09.01.2016, 00:31

also google mal nach Psychophaten. 

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Das wird vermutlich ein total lächerlicher Versuch der Lehrerin sein zu zeigen, dass man ein Gewissen nicht medizinisch erklären kann und wir deswegen alle an Gott glauben sollen, weil wir sonst Gewissenlose Zombies wären.

Oder sie meint mit "medizinisch" eventuell die Analytische Psychologie bzw die Psychoanalyse, was einer Religionslehrerin vermutlich wie das gleiche vorkommen könnte.

Oder sie verwechselt "medizinisch" mit "wissenschaftlich", dann könnte sie sowohl die beiden oben genannten Arten meinen als auch die verhaltensbiologische , soziologische und die philosophischen Erklärungen

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Kommentar von CalicoSkies
09.01.2016, 01:56

Das wird vermutlich ein total lächerlicher Versuch der Lehrerin sein zu zeigen, dass man ein Gewissen nicht medizinisch erklären kann und wir deswegen alle an Gott glauben sollen, weil wir sonst Gewissenlose Zombies wären.

So wie ich den Religionsunterricht kenne, wird genau das die Absicht sein.

Traurig eigentlich, dass man in unserer aufgeklärten Welt sowas überhaupt noch unterrichten darf...

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Kommentar von PinkelLady
09.01.2016, 12:20

Das wird es sein.... Man findet nämlich rein Garnichts, außer solche komischen Artikel und Berichte über irgend so einen komischen medizinischen Kongress.......

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Grüß Dich PinkelLady!

Bei allem Respekt der Lehrerin oder des Lehrers gegenüber, das geht auf keinen Fall so. Das wäre ja so, als wolle man z.B. das soziale Überleben des Menschen allein auf die Darwinsche Theorie zurückführen. In dem Falle nennt man das Sozialdarwinismus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdarwinismus

Es lohnt sich das mal aufmerksam durchzulesen. Analog dazu, müsste man mit dem Referat das Gewissen (gleichgültig ob es schlecht ist oder gut) auf biologische Vorgänge zurückführen. Das würde bedeuten, ein gute Biologie für die man ja nichts kann, (außerdem, was sollte man darunter überhaupt verstehen???) würde ein gutes Gewissen erzeugen oder eine schlechte (für die kann man auch nichts) ein schlechtes Gewissen.

Etwas anderes wäre es, wenn man eine Depression hat oder hormonelle Veränderungen im Gehirn diese auslöst, das man glaubt, bei bestimmten Vorgängen ein schlechtes Gewissen zu haben zu müssen, weil man sich schuldig fühlt.

Mein Rat: Verweigere Dich solcher Aufgabe und riskiere eine 6! Das ist ja hanebüchen! Unglaublich - unfassbar! Die hat einen Virus auf der Festplatte! Ist die katholisch??? Grrrrr!!!

Herzlichen Gruß

Rüdiger


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Kommentar von waldfrosch64
08.01.2016, 20:21

Du hast natürlich Recht ,aber als Schüler kannst du nicht wie ein erwachsener agieren ,du ja dort bist definitiv in der abhängigen Situation.

Sie sollte die Psychologische Schiene fahren und die Einwände dazu bringen ..aber auch das braucht sehr viel Mut .

Ich finde das ist meist von einem Schüler zuviel verlangt hier müssten die Eltern sich einmischen .

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gewissen ist eine geisteskraft, die medizinisch nicht fasbar ist

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Sind wir also schon so weit gekommen ? 

Dass  das Gewissen medizinisch /biologisch und nicht mehr theologisch erklärt wird ?

Das Referat würde ich dann auch zu gerne hören ..

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Kommentar von PinkelLady
08.01.2016, 19:53

Ja, wir behandeln das Thema in Religion auch eher philosophisch, dennoch dachte sie, es wäre eine Idee für ein Referat und vielleicht für meine Mitschüler ganz interessant....


Nur die medizinische Erklärung........ Tolle Idee von ihr....:-[

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Kommentar von Diimiitrii
08.01.2016, 20:00

Seit wann wurde denn jemals irgendetwas theologisch erklärt! Das was die tun ist behaupten! Nicht erklären.

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"Gewissen" ist keine physische Substanz und deshalb medizinisch nicht erklärbar.

Das "Gewissen" ist ein geistiger Wert, der den Menschen in seiner Lebensweise lenken kann (Apg.23,1; 24,16).

Das "Gewissen" sollte mit Gottes Geist im Einklang stehen (Röm.9,1).


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Kommentar von vonGizycki
10.01.2016, 12:41

Was soll denn der Geist Gottes ein? Das sind doch Postulate menschlichen Denkens.

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Ziemlicher Blödsinn ! Da gibt es also Pauker die grauen sich vor garnichts.

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Kommentar von PinkelLady
08.01.2016, 20:01

Jap, unnötig und langweilig, dennoch brauche ich möglichst Informationen dazu :-[....

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