gewissen? definieren

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Zu 1.: Wenn das Gewissen nicht Teil des Bewusstseins ist, hat es keine Bedeutung. Das gilt auch dann, wenn jeder Mensch prinzipiell zu einer Gewissensentscheidung fähig ist. Gilt meiner Meinung nach bei sehr naiven und weltfremden, autoritätshörigen und auch bei psychopathischen Personen. Das Hören der inneren Stimme ist meiner Meinung nach mehr ein "sich einlassen " als ein "benutzen". Wer sich auf die Stimme des Gewissens einlässt, gibt einen Teil seiner Unabhängigkeit der persönlichen Entscheidungsfindung ab, indem er Rücksicht auf die Interessen seiner Umwelt nimmt.

Zu 2.: Wenn das Gewissen Teil des Bewusstseins ist, trifft der Mensch, der auf diese innere Stimme hört und ein seelisches Bild zur Anwesenheit ("dreieckiges Ding") entwickelt hat, seine Entscheidungen mit Rücksicht auf die Stimme des Gewissens. Sein Gewissen sagt ihm, was gut und was böse ist, solange er Herr seiner Sinne ist. Im Falle einer Tobsucht und der Raserei, also, wenn die Person von einer Wut beherrscht ist, von der sie sich nicht erholen kann, wenn sie also völlig besinnungslos ohne Selbstbeherrschung handelt, nimmt sie die Stimme des Gewissens nicht mehr wahr, weil die starken Gefühle alles überdecken. Dann geschehen Taten, die man in einem beruhigten Zustand niemals zugelassen hätte. Wut ist deshalb keine Lösung, weil sie die Wahrnehmung vernebelt und damit den Weg zu einem klaren Urteil verbaut.

Zu 3.: Wenn man weiß, dass man ein Gewissen hat, aber den seelischen Schmerz scheut, den das Gewissen manchmal verursacht, kann man sich in die Position der moralischen Überlegenheit flüchten. Man hält sich dann aus allen Kämpfen, allem Ringen um Ehre und Anstand, allem Politischen, allen Konflikten überhaupt heraus. Die Schmerzfreiheit ("das gute Gewissen") signalisiert der Person alles richtig gemacht zu haben. Das ist aber eine Täuschung: Immer dann wenn Menschen mit Menschen zusammen sind (und das ist praktisch immer der Fall) kommt es zu Konflikten. Den inneren Konflikten auszuweichen bedeutet dann, nicht mehr am gemeinsamen Leben mit anderen Menschen teilzunehmen. Das gute Gewissen ist eine rein subjektive Vorstellung, die es nicht zulässt einen gemeinsamen Sinn mit anderen Menschen zu teilen. Der Preis des guten Gewissens ist die Isolation.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

das soll heißen dass jeder mal ein schlechtes gewissen hat weil man irgendwann mal was gegen seine prinzipien und werte getan hat.

andere verspüren das auch aber die stumpfen mental so ab, dass sie es irgendwann als normal ansehen und dahingehend kein gewissen mehr haben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das Gewissen ist das was die Menschen davon anhält sich gegenseitig zu töten. Wen einem alles egal ist, ist das Gewissen rein. Wen man etwas falsches tut, bekommt man ein mulmiges Gefühl und denkt dann drüber nach. Wen einem alles egal ist fühlt man keine Reue. Es gibt nur hoch wenig Menschen mit einem guten Gewissen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?