Gewinn-und Verlustvortrag einer Aktiengesellschaft?

3 Antworten

Stimmt, die Dividende darf nicht aus dem Grundkapital gezahlt werden. es gibt auch außerdem eine sogenannte "gesetzliche Rücklage", die ergänzend zum Grundkapital gebildet werden muss (soweit ich weiß muss sie 2,5 % des Grundkapitals betragen). Auch für diese Rücklage gilt eine Ausschüttungssperre. Aber zunächst mal gilt, dass der Aktionär ANSPRUCH (!) auf eine Dividende hat, (unabhängig ob Verlust oder nicht). Über die Höhe der Dividendenausschüttung entscheidet dann die jeweilige Jahreshauptversammlung. Wenn trotz Verlust eine Dividendenzahlung beschlossen wird, wird diese Dividende aus weiteren Rücklagen ausgezahlt. Diese werden in den "Gewinn-"Jahren gebildet, indem dann die Gewinne eben nicht voll ausgeschüttet werden, sondern "für schlechte Zeiten" in der Gesellschaft verbleiben. Dass eine AG auch in Jahren mit Gewinnen diese auch vollständig ausschüttet ist der Ausnahmfall; kommt bestenfalls mal vor, wenn es jahrelang keine Dividende gegeben hat und gleichzeitig schon feststeht, dass auch im Folgejahr Gewinne kommen (z.B. wenn die Auftragsbücher langfristig voll sind).

Sinn der Übung: auch in Verlustjahren soll der Aktionär eine mehr oder weniger konstante Dividende erhalten.

Dann muss ein Gewinnvortrag vorhanden sein, denn eine Dividende darf nciht aus dem Grundkapital gezahlt werden.

hallo!

dass eine ag dividenden ausschüttet, obwohl sie jahrelang keine gewinne erwirtschaftet, ist gar nicht so selten.

die telekom hat viele jahre nur verluste produziert, und die fette dividende  - teils über 10% !!! - quasi aus der substanz gezahlt, was als folge einen stetigen kursverfall zur folge hatte.

erst nachdem  die aktie wiederholt unter 8 euro stand und dann die dividende mehr als halbiert wurde war wieder ein nachhaltiger kurszuwachs zu sehen.

grüsse aus dem neckartal

a. klautke

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ich bin in einem Artikel auf eine AG gestoßen, die einen Verlust erwirtschaftet hat. Trotz Verlust zahlt diese AG aber eine kleine Dividende an die Aktionäre aus. Dabei greift das Unternehmen nicht auf Rücklagen zurück. Kann man daraus schließen, dass man einen höheren Verlustvortrag in das nächste Jahr mitnimmt?

Ich hoffe ihr könnt mir meine Frage beantworten bzw. bestätigen ob mein Gedanke richtig ist.

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