Gewicht Extrakt in mg eigentlicher Masse umrechnen (Homöopathie / Pharmazie)?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo Deskar,

Du hast da ganz falsche Vorstellungen von einem homöopathischen Mittel.

Erstens stammen nicht alle in der Homöopathie verwendeten Grundstoffe von Pflanzen. Die verwenden auch Tierisches (Rotz einer Kuh, Kundemilch, zerriebene ganze Biene,...), Giftstoffe (Arsen, Nitroglycerin, Thallium,... z.B.), oder von Anfang an Unplausibles (magnetischer Nordpol, Antimaterie, Licht des Polarsterns,...)

Zweitens bedeuten die in der Homöopathie aufgedruckten Zahlen beizeiten absurde Verdünnungsgrade. Die D-Potenzen bedeuten Verdünnungen in Schritten von1:10, die C-Potenzen in Schritten von 1:100. Eine

D1 ist 1x im Verhältnis von 1:10 verdünnt = 1:10
D2 ist 2x im Verhältnis von 1:10 verdünnt = 1:100.
...
D12 ist 12x im Verhältnis von 1:10 verdünnt = 1:1 000 000 000 000

C1 ist 1x im Verhältnis von 1:100 verdünnt = 1:100
C2 ist 2x im Verhältnis von 1:100 verdünnt = 1:10 000.
...
C12 ist 12x im Verhältnis von 1:100 verdünnt = 1:1 000 000 000 000
000 000 000 000

Bei allen Verdünnungen von mehr als C12 bzw. D24 ist im ganzen Homöopathikum kein einziges Molekül des Wirkstoffes mehr enthalten. Dabei sind das noch recht niedrige Verdünnungsgrade.

Um von einer handelsüblichen D30 ein Molekül des Wirkstoffes zu erwerben, müsstest Du etwa eine Million Globuli-Fläschchen dieses Präparats kaufen.

Ein "Zuckerkügelchen", das einer Verdünnung von C30 = 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 entspricht, müsste einen Durchmesser haben, der etwa dem der Erdumlaufbahn entspricht - sonst bekommst Du nicht genugend Zucker zusammen, um das eine einzige Wirkstoffmolekül in dieser Verdünnung zumischen zu dürfen.

Ich denke, es leuchtet unmittelbar ein, dass man aus handelsüblichen Homöopathika kein Extrakt herstellen kann. Wo nichts drin ist, kann man auch nichts extrahieren. Das geht einfach nicht.


Grüße



Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von mgausmann
08.10.2016, 22:12

Noch dabei zu erwähnen, dass man bei den genannten Verdünnungen weit mehr Dreckmoleküle als Wirkstoffmoleküle erwirbt. Denn auch super-destilliertes Wasser ist nicht vollkommen frei von anderen Molekülen.

1
Kommentar von TomRichter
09.10.2016, 23:24

Es geht nicht darum, aus Kügelchen irgendwas zu extrahieren (Milchzucker könnte man da ganz gut extrahieren), Sondern darum, aus einer Pflanze etwas zu extrahieren. Die Urtinktur, falls wirklich Homöopathika gemeint sind - ich vermute aber, dass der FragestellerIn zwar Homöopathika schreibt, aber Phytopharmaka meint.

1
Kommentar von Karl37
10.10.2016, 15:06

Dein erwähntes Nitroglycerin ist aber in der Medizin ein anerkanntes gefäßerweiterndes Mittel und wird bei Angina pectoris angewandt. Es hat nichts mit Homöopathie zu tun.

0

Die angegebene Prozentzahl bezieht sich nur auf das Lösemittel. Es wurde ein Gemisch aus Ethanol/Wasser mit 70% V/V verwendet. Wieviel Wirkstoff darin enthalten sind, geht aus der Prozentangabe nicht hervor.

In der Darreichungsform der Liquida wird man alkoholische Lösungen immer soweit verdünnen, das noch kein Wirkstoff ausfällt und beim Patienten kein Brennen im Rachenraum entsteht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, kann man nicht.

Wenn es sich um ein Homöopathikum handelt, kannst Du die Herstellungsvorschrift im HAB nachlesen.

Ansonsten im Beipackzettel, da sollte nicht nur "Extrakt" stehen, sondern auch ein Verhältnis wie 1:4

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Deskar
08.10.2016, 21:39

Und welche Verhältnisse sind in der Regel so üblich? Mir ist kein Verhältnis bekannt, nur dass es sich um ein 70% ethanolisches Extrakt handelt, wobei ich auch nicht weiß was das bedeuten soll

1

Was möchtest Du wissen?