Gewehrleistung bei Privatverkauf und Tausch

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5 Antworten

Hallo!

Ihr habt damals einen Kaufvertrag geschlossen. Vertrag ist Vertrag. Da kommt man so schnell nicht wieder heraus. Genau das scheint dein Freund aber zu wollen... Eine Möglichkeit da heraus zu kommen ist die Anfechtung.

Für eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung benötigen wir eine zunächst mal eine Täuschung selbst. Diese Täuschung ist das Erregen eines Irrtums durch Vorspielen falscher oder Unterdrückung wahrer Tatsachen. Das sehe ich hier als gegeben an. Du hast ihm die Mützen damals als Originale verkauft, tatsächlich sind es aber Nachbildungen. Du hast also über eine Eigenschaft der Mützen getäuscht.

Weiter müsste diese Täuschung arglistig sein. Arglist gliedert sich in drei Punkte:

  • Kenntnis des Täuschenden von der unwahren oder verschwiegenen Tatsache
  • Unkenntnis des Getäuschten davon, und
  • Wissen des Täuschenden von der Unkenntnis des Getäuschten

Hier wird eine Arglist wohl schon am ersten Punkt scheitern, da du selbst nicht wusstest, dass die Mützen keine Originale sind.

Folglich scheidet eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung aus.

Eine Anfechtung wegen Irrtums kommt m.E. nicht in Betracht, da dein Freund sich bei der Abgabe seiner Willenserklärung nicht im Irrtum darüber befunden hat. Hier liegt weder ein Erklärungsirrtum (z.B. ein Fall des Sich-Versprechens) noch ein Fall des Inhaltsirrtums (z.B. das Verwenden falsche Maßeinheiten) vor.

Wenn ich nichts vergessen habe, dann würde ich sagen, dass eine Anfechtung ausgeschlossen ist und dein Freund den Kaufvertrag nachträglich nicht mehr aufheben kann.

Wie immer: Keine Garantie für Richtigkeit und Vollständigkeit ;-)

Edit: Mist, schon wieder sind alle anderen schneller als ist ;-)

Erst einmal allen einen ganz herzlichen Dank für Eure Hilfe und die Zeit die Ihr Euch für mich genommen habt...bin auch grad sehr traurig und enttäuscht weil es eine Freundschaft belastet....

Wie gesagt...ich habe die Mützen selbst vor langer Zeit als Originale von privat und in Auktionshäusern ersteigert.....und selbst alte Sammler Kollegen hielten die Mützen für alte Originale.....

Nun möchte meinen Bekannter trotzdem eine Entschädigung von mir....und ich würde ihm auch gern als Wiedergutmachung und weil mir die Angelegenheit selbst sehr leid tut etwas geben wollen.... Kann ich das aus persönlichen bzw. freundschaftlichen Gründen machen...oder kann es wenn es hart auf hart kommt rechtlich für mich nachteilig sein ???

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@Ares17

Kann ich das aus persönlichen bzw. freundschaftlichen Gründen machen...oder kann es (...) rechtlich für mich nachteilig sein ???

Nein, das kannst du ruhig machen.

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alles privat und ohne Kaufvertrag.

Das war schon mit Kaufvertrag. Dass der Vertrag nicht schriftlich geschlossen wurde, ändert nichts daran.

Fraglich ist hier allenfalls, worauf ein Schadensersatzanspruch gestützt werden kann, denn Ansprüche aus der Sachmängelhaftung dürften verjährt sein. Bleiben Ansprüche aus § 823 BGB. Ein Betrug dürfte wohl mangels Vorsatzes nicht vorliegen.

Erst einmal allen einen ganz herzlichen Dank für Eure Hilfe und die Zeit die Ihr Euch für mich genommen habt...bin auch grad sehr traurig und enttäuscht weil es eine Freundschaft belastet....

Wie gesagt...ich habe die Mützen selbst vor langer Zeit als Originale von privat und in Auktionshäusern ersteigert.....und selbst alte Sammler Kollegen hielten die Mützen für alte Originale.....

Nun möchte meinen Bekannter trotzdem eine Entschädigung von mir....und ich würde ihm auch gern als Wiedergutmachung und weil mir die Angelegenheit selbst sehr leid tut etwas geben wollen.... Kann ich das aus persönlichen bzw. freundschaftlichen Gründen machen...oder kann es wenn es hart auf hart kommt für mich nachteilig sein ???

ohne Kaufvertrag

Wenn du sie ihm verkauft hast, ist das ein Kaufvertrag.

Die Gewährleistungsansprüche sind verjährt.

Er könnte den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten, müsste dir die Arglist aber nachweisen. Das wird also nichts.

Es bleibt ihm also noch eine Anfechtung wegen Irrtums. Das kann er machen, müsste dir dann aber ggf. Schadenersatz zahlen.

Alles egal! Nach drei Jahren greift da nicht mal mehr Betrug Ergo , pech für ihn. Das hätte er eher machen müssen LG

Nach drei Jahren greift da nicht mal mehr Betrug

Da kann man auch anderer Meinung sein, zumal die zivilrechtliche Verjährungsfrist erst mit Ablauf des 31. Dezember zu laufen beginnt.

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@jurafragen

Theoretisch bestimmt, nur wer bitte soll nach drei Jahren den Beweis antreten. Das sehe ich als nicht beweisbar an. Somit kannst du davon ausgehen damit die sache ,,, ergebnisneutral ,,, beendet ist

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