Gewalt in der Erziehung?

14 Antworten

Nein.

Wenn sie etwas Schlimmes anstellen, ist das schon geschehen und nachträgliche Schläge würden nur das Vertrauen zerstören und dem Kind beibringen, sie besser beim nächsten Mal nicht mehr erwischen zu lassen oder an die Eltern zu wenden.

Ich habe mal von Eltern gehört, die früher nur wenige Male ihre Kinder geschlagen bzw. geschüttelt haben, wenn diese als kleine Kinder alleine auf die Straße liefen, um einen nachhaltigen Schreck zu erzeugen, das zu lassen. Das waren Eltern mit mehreren Kindern, die nicht alle an der Hand halten konnten. Sicher gibt es für diese Situation auch bessere Alternativen!

Die einzige Situation, in der ich das verstehen könnte, wäre, wenn das jugendliche Kind einen Elternteil angreift, der ihm körperlich unterlegen wäre und der Elternteil sich irgendwie wehren wollte, um aus der Situation zu kommen. Vermutlich würde so eine Situation aber dramatisch eskalieren, wenn es schon so weit kommt.

Wer meint, nicht ohne Schläge erziehen zu können, sollte sich VOR der Geburt des ersten Kindes mehrere Erziehungsratgeber kaufen, in Erziehungsforen lesen, die vorgeschlagenen Methoden wirklich verinnerlichen und schon im Vorfeld wissen, wie er mit kritischen Situationen, in denen er vor der Lektüre hätte schlagen "müssen", umgehen kann.

Wer ein Kind "erschrecken" muss, damit es sich und andere nicht in Gefahr bringt schafft das sicher auch ohne Schläge. Schläge passieren meist aus der Überforderungssituation heraus. Daher ist es sinnvoll, im Vorfeld schon diverse mögliche Strategien zu kennen, im Geiste oft durchgegangen und ggf. auch in Kursen schon geübt zu haben.

Auch das Üben einer gewissen Souveränität kann sinnvoll sein. Es kommt der Moment, in dem das kleine Kind die Eltern "blamiert", im Supermarkt eine Trotzreaktion zeigt, alles aus dem Regal holt, sich auf den Boden wirft und schreit etc. Wer das im Vorfeld schon durchgespielt hat und geübt hat, entspannt zu reagieren, Blicke auszuhalten, zu wissen, dass er kein schlechter Elternteil ist, der muss dabei auch nicht mit Gewalt reagieren. Wer völlig überfordert ist und nur denken kann "ich kann jetzt nie wieder in diesen Supermarkt gehen, jeder starrt mich an", der tendiert vielleicht eher zu Kurzschlussreaktionen, um das Kind "unter Kontrolle" zu bringen. Man möchte ja aber auch nicht, dass das Kind lernt, Angst vor dem Elternteil oder vor dem Supermarkt etc. zu haben.

Wie gesagt: Ein großes Problem sind mMn kleine Kinder, die einfach weg-/ loslaufen, vor allem, wenn die Eltern mehrere kleine Kinder haben im Kindergartenalter oder jünger und nicht jedes festhalten können. In dem Fall sollte man im Vorfeld mal in Erziehungsforen nach Ideen fragen, um Gefahrensituationen zu umgehen oder damit zurecht zu kommen.

Nein. Kinder darf man nicht schlagen. Auch wenn man meint, sie hätten etwas Schlimmes gemacht.

Wenn die Eltern zeigen, dass man notfalls Gewalt anwenden kann, geben sie ein schlechtes Vorbild. Kinder werden dann auch eher zu Gewalt gegen andere, gegen kleine Geschwister, etc. greifen. Auch in ihrem späteren Leben ist zu erwarten, dass sie meinen, Konflikte eher mit Gewalt lösen zu müssen.

Aus der Forschung weiss man, dass Kinder, die von ihren Eltern gelegentlich geschlagen werden, sich schlechter entwickeln. Sie haben mehr Stress, mehr Angst, sind unglücklicher, sind schlechtere Schüler, verdienen später weniger und entwickeln später schneller psychische Störungen, wie Depressionen oder Angststörungen.

Ebenso ist "psychische Gewalt", z.B. dauernde Heruntermachen, .. schlecht.

Es war richtig, dass man in Deutschland Gewalt in der Erziehung verboten hat und als Straftat verfolgt.

Nein, das ist nicht zielführend.

Ich wurde früher eine Zeit lang von meinem Vater geschlagen, wenn ich große Fehler gemacht habe. Zum Glück ist er vor einigen Jahren zur Erziehungsberatung und hat dazu gelernt.

Sein Kind zu schlagen, bringt dem Kind nicht bei was es falsch gemacht hat und wie es das nächste Mal besser handelt. Dafür wären Worte besser. Schläge sagen nur: „Ich bin mächtiger also kannst du dich nicht wehren, egal wie unfair du es auch findest.“

Ich habe in meiner Kindheit viele dumme Fehler gemacht aufgrund meines Autismus und dem darauf folgenden Verständnisproblem.

Man muss mir Sachen sehr gut erklären, damit ich sehe wo der Hase läuft. Wenn man mich geschlagen hat, war ich immer nur verwirrt. Ich habe nicht verstanden, was man von mir wollte.

Meine Eltern waren zu recht erstmal frustriert mit mir. Aber nur weil man nicht zwischen den Zeilen lesen kann oder die Emotionen anderer nicht erkennt, heißt das nicht, dass man kein Hirn im Kopf hat.

Ich verstehe Worte. Ich kann logische Argumentationen und Erklärungen gut nachvollziehen. Das konnte ich auch größtenteils schon als Kind.

Was also am besten bei mir funktioniert hat, war reden. Wenn ich etwas falsch mache, soll man mir das sagen und mir erklären wie ich es das nächste Mal besser mache.

Ein gutes Argument ist also besser als eine Faust ins Gesicht.

Meine Mutter erzählt immer davon wie sehr sie es bereut mich und meine Brüder öfter geschlagen zu haben. Es sind halt vielleicht nur leichte Handschläge, aber das Kind kann doch nichts dafür was sie gemacht haben, sie wissen es einfach nicht besser.

Im Jugendlichen Alter sollte man sowas mit Wörtern regeln, da man so das Problem angeht und versucht dem Kind etwas beizubringen.

Nein, nein und nochmals nein.

Ich würde meine Kinder nicht verhauen. Schon deshalb nicht, weil ich bereits dadurch, dass ich verhauen wurde von meinen Eltern, Spätfolgen erhalten habe.

Wenn meine Kinder etwas Schlimmes anstellen, werde ich mir etwas anderes überlegen: Hausarrest, Haushaltsarbeit, Taschengeldentzug, Handy-/Konsolenentzug, Computerverbot, etc.

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