Getränkeverbot Fitnessstudio!

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9 Antworten

Habe mich grade mal durch das verlinkte Urteil gequält - das ist doch wunderbar. Nimm deine Getränke wie gewohnt mit und sicherheitshalber einen Zettel mit dem Link - nachlesen darf der Chef alleine. Falls du per Hausrecht vor die Tür gesetzt wirst, fragst du schriftlich nach, ob das jetzt eine fristlose Vertragskündigung ist und verlangst für den Fall den anteiligen Beitrag zurück und behältst dir eine Schadenersatzforderung vor.

Im Urteil steht, dass die Klausel schon deshalb unwirksam ist, weil der Anbieter damit den Verkauf überteuerter Getränke erzwingen könnte.

Kein Wunder, dass Ketten wie McFit solchen Zulauf haben, wenn teurere Studios ihre Kunden verärgern.

Hallo Aisbaer123, das ist ein relativ interessanter Fall.

Von deiner Argumentationsweise wirst du allerdings - zumindest nach meinem Wirtschaftsrecht Professor - relativ wenig Chancen auf Erfolg haben, denn auf bezogen auf Marktpreise sind 0,5l Wasser für 80ct sicherlich nicht ungewöhnlich.

Interessanter wäre eine Argumentationsweise mit der du offen legst, dass du durch das Verbot des Konsums mitgebrachter Getränke erheblich eingeschränkt bist. Ich meine damit, dass du durch das Verbot keine Möglichkeit hast, dein Spezialgetränk (sei es irgendwelche Proteinshakes oder spezielle Varianten von Getränken) zu konsumieren, was dich erheblich einschränken würde.

Rein auf Wasser bezogen bestehen wie gesagt schlechte Chancen.

Leider kann ich dir keine Paragraphen o.Ä. nennen, aber wenn du noch Rückfragen hast, gerne her damit ;)

LG!

Danke für die ausführliche Antwort!

Dazu noch zwei Rückfragen:

1) Habe ich durch diese Änderung ein "Sonderkündigungsrecht"? Immerhin sind das in meinem Fall 50 € pro Monat Mehraufwand. Es kann doch nicht rechtens sein, dass ich einen Vertrag unterschreibe für X Euro im Monat wo ich mir Getränke selber mitnehmen kann. Und plötzlich werden Klauseln eingefügt die zu den X Euro noch knapp 50 Euro monatlich kommen lassen.

2) Im Urteil finde ich folgende Passage:

Das aber führt dazu, dass - bei der gebotenen kundenfeindlichsten Auslegung - die Kunden auch dann auf einen Erwerb von Getränken bei der Beklagten beschränkt wären, wenn die Beklagte Getränke zu unangemessenen oder überhöhten Preisen anbieten wollte. Dabei kann dahinstehen, ob die vorgetragene derzeitige Preisgestaltung der Beklagten für Getränke - hier dürfte es sich nicht um Einzelhandelspreise, sondern um in der Gastronomie übliche Preise handeln - als angemessen anzusehen sind. Denn für die Beurteilung der Klausel nach § 307 Abs. 1 BGB ist nicht auf die gegenwärtigen tatsächlichen Gegebenheiten abzustellen, sondern generalisierend auf die Möglichkeiten, die die Klausel dem Verwender eröffnet;

Liest sich das nicht so, dass es Preisunabhängig verboten ist?

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@Aisbaer123

Liest sich das nicht so, dass es Preisunabhängig verboten ist?

Genauso liest sich das. Wenn du Alternativen hast, lass dem Studio die Wahl - Entweder eigene Getränke zuzulassen oder die fristlose Kündigung, wegen für dich nachteiliger Vertragsänderung zu akzeptieren.

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Es gibt keine rechtliche Handhabe die eigenen Getränke zu verbieten, nur solltest du keine Glasflaschen mitnehmen. Beachtet aber auch mal, dass viele Studios gerade mit den Getränken ihren Umsatz machen und es nicht gerne sehen wenn ihnen das Geschäft vermiest wird.

Wer mit Getränken Umsatz machen will, darf nicht die Tische vermieten - vor allem nicht mit langen Knebelverträgen.

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wechsel das studio ich gehe ins injoy ich weiß ja nicht ob es das bei euch gibt aber da gibt es getränke umsonst und nettes personal

Wenn die AGB und die Hausordnung geändert werden, solltest Du ein Sonderkündigungsrecht einberäumt bekommen. Nutze es und suche Dir ein anderes Studio.

Laut den Urteilen sind solche Klauseln kein Grund für eine Kündigung (da die Klauseln ja nichtig waren). Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einem Sonderkündigungsrecht?

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@Aisbaer123

Behaupte es einfach. Du wirst die Reaktionen ja erleben. Entweder man ändert die Hausordung um Dich zu halten, lässt Dich gehen oder nicht.

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@stubenkuecken

Dann gibt es aber auch diesen Fall: Die Klausel wird nicht geändert und man lässt mich nicht aus dem Vertrag. Was dann?

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@Aisbaer123

Das wird nix. Wenn sie dich wegen deinen Getränken vor die Tür setzen, kündigst du wegen Vertragsverletzung und zahlst nicht mehr. Sollen die ruhig klagen.

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War in dem wo ich damals war auch so. Hab halt damit gelebt, hab dann vorher und nachher mehr getrunken und nur selten was da. Für so einen Quatsch würde ich keinen Streit beginnen, wenn es mir da ansonsten gut gefällt.

Soviel ich weiss,darf man sein eigenes Getränk mitbringen. Vor Jahren war ich mal in einem Fitness-Club und die wollten das auch nicht. Soll man da kaufen...tststssss...

Nun denn,ich glaube,das es durchgesetzt worden ist,das man sich selbst was mitbringen darf. Im jetzigen Studio haben viele ihr eigenes Wasser dabei. Ich hab zwar ne Getränkeflatrate,aber einige haben da echt kein Geld für. Nimm beim nächsten Mal was mit. Frechheit siegt.Meistens!

du hast das recht dein eigenes getränk mitzunehmen, du bist völlig im recht.

Rechtslage kenne nicht, nimm doch sonst ein anderes Fitnessstudio:) !

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