Gestresst, Einsam , genervt in Ehe, was tun?

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4 Antworten

"[...] schließlich will man so viele Jahre nicht einfach über den Haufen werfen."

Was ist mit den Jahren die kommen? Sind die nicht, wenn man sie in einer unglücklichen Ehe erlebt, nicht auf "über den Haufen geworfen"? Schließlich werden diese vieles aber so wie es sich hier darstellt kein Genuss von liebevoller Zweisamkeit. Ich kann den Impuls verstehen, dass man viele gemeinsame Jahre nicht aufgeben möchte, jedoch muss man bedenken, dass man damit auch Gefahr läuft zukünftige Jahre aufzugeben - Jahre, auf die du jetzt noch Einfluss üben kannst.

Beziehungen leben sich, so bitter es ist, manchmal auseinander. Die lieblichen Gefühle verfliegen und wenn man es ganz drastisch sagen möchte, dann ist man nicht mehr als eine kühle Zweckgemeinschaft, die man halt so hinnimmt. Ein Zustand für die Ewigkeit sollte dies jedoch nicht sein und das muss es auch nicht. Du schreibst:

"Eine Trennung hatten wir vor 3 Jahren [...]"

Ihr habt euch dementsprechend bereits einmal getrennt. Unmöglich scheint dieses Prozedere nicht zu sein. Du stehst derzeit mit beiden Beinen im Arbeitsleben, um den Haushalt und das Kind kümmerst du dich, so lese ich das heraus, eh nahezu alleine. Scheinbar managt du das alles sehr gut und die Frage stellt sich, was dir diese Beziehung nun gibt, was du nicht selbst bereits kannst.

Natürlich haben Beziehungen ihre Tiefphasen, darüber brauchen wir nicht zu sprechen. Jeder hat einmal schlechte Laune oder es gibt eine kleine Krise aber das sind keine dauerhaften Zustände, sondern kleine Zeiträume wo man sich durchkämpft und es dann wieder bergauf geht. 

Abseits davon soll eine Beziehung ein Zugewinn sein. Fragt man Menschen, was sie an ihrer Beziehung schätzen, dann ist es oftmals die Nähe und Zuneigung, die gemeinsamen Unternehmungen, die Gespräche et cetera. Eine Beziehung ist etwas, was einen unterm Stich glücklich machen soll. 

Was gibt dir also deine Beziehung und ist sie das, was du dir unter eine glücklichen Beziehung vorstellst?

Im Anbetracht dessen, dass Gespräche keine Früchte tragen und eine professionelle Beratung per se ausgeschlossen ist, muss man schließlich annehmen, dass diese Beziehung an ihrem jetzigen Punkt verharren wird - ein stagnierender Status Quo. Deine Beschreibung zeugt nicht gerade davon, dass dir dieser gefällt aber trotzdem - stelle dir die Frage und die Antwort wird dann auch den Weg vorgeben.

Gerade dann, wenn sich die Entscheidung hin zur Trennung herauskristallisieren sollte, steht die Erinnerung im Raum: Du hast es bereits schon einmal geschafft. Es ist sicher nicht einfach, gerade mit wenig Unterstützung aber unmöglich ist es nicht. Auch wenn du nur wenige Freunde oder Bekannte hast - vielleicht kannst du doch noch unterstützende Kräfte mobilisieren. Im Endeffekt ist auch immer noch wichtig, dass ihr ein Kind habt und das aufwachsen zu lassen zwischen Eltern, die sich im Endeffekt nichts mehr zu sagen haben, ist auch keine Alternative.

Schlussendlich heißt das, dass du dir vielleicht durch den Kopf gehen lassen solltest, ob das alles noch wirklich zielführend ist. Ob dir die Beziehung etwas gibt, du noch einer Perspektive und Chance auf "Besserung" siehst und ob das alles auch im Sinne eures Kindes ist. Sollte es dann auf eine Trennung hinauslaufen, dann nutze dies auch - wer vergangene Jahre nicht über den Haufen werfen möchte, der möchte sicher nicht die zukünftigen hinterherwerfen. Im Fall, dass du keine Unterstützungsmöglichkeiten siehst, kannst du dich auch alleine an einer Beratungsstelle wenden und erkundigen, welche Unterstützungen dir dort geboten werden - ganz alleine musst du sicher nicht durch.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du einen Weg einschlägst, der dich auch langfristig glücklich macht - selbst wenn es kurzfristig schwierig wird.

Liebe Grüße.

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Kommentar von nifilly
03.02.2017, 21:57

Danke für deine Zeilen und ja da gebe ich dir recht!!

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Kommentar von nifilly
25.03.2017, 23:25

Ich habe mich getrennt und er war sehr emotionslos was mir gezeigt hat dass es die richtige Entscheidung war.

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Bei euch hilft nur noch Scheidung! Frage mich warum du ihn nach 1/2 Jahr Trennung überhaupt zurück genommen hast,es hat sich ja nichts geändert? Du hast angst vorm alleine sein, aber das ist alles besser als so! Viel Glück

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Kommentar von nifilly
03.02.2017, 19:04

Nein das nicht , ich komme gut allein zurecht und hab ihn zurück genommen weil er bewiesen hat auch anders sein zu können.

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Kommentar von Peppi26
03.02.2017, 19:05

Ja für wie lange? Leute ändern sich nicht für immer, sondern nur für eine gewisse Zeit!

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Kommentar von nifilly
03.02.2017, 19:11

Das habe ich gemerkt ..

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Hallo Nifilly,

Es gibt genau drei Wege:

1. Akzeptier die Situation wie sie ist und mache das Beste daraus.

Das würde bedeuten, dass Du Dich abfindest mit Deinem Mann und Deiner Ehe und versuchst damit glücklich zu sein, z.B. indem Du Erfüllung im Beruf, in Hobby oder mit Freundinnen findest. Mache Dinge (auch mit Kind) die Dir Freude machen.

Der Mann trägt zum Familieneinkommen bei und hat vielleicht ein paar gute Seiten (z.B. macht er vielleicht Reparaturen und bringt das Auto in die Werkstatt) oder man kann ihn nutzen wenn man nachts kalte Füße hat ;)

Suche für Dich Entlastungsmöglichkeiten - z.B. pflege Freundschaften, die Dir gut tun, Freundschaften mit Kindergartenfreunden, so dass man sich mit der Kinderbetreuung abwechseln kann, suche eine Haushaltshilfe, die gemeinsam finanziert wird. Suche eine Leihoma oder bring das Kind zu einem Kurs, wo Du die Kurszeit für Dich selbst nutzen kannst.

Wenn Du allein erziehend wärest müsstest Du Haushalt und Kinderbetreuung auch alleine hinbekommen.

2. Versuche die Situation zu verändern.

Dabei könnte ein Therapeut oder Coach helfen, der mit Dir Zusammenhänge bespricht und Pläne macht. Helfen können auch Ratgeberbücher und Gespräche mit Freundinnen. Könnte es sein, dass Dein Mann psychische Probleme hat (z.B. Computersucht oder Depression?).

Sprich mit ihm über Deine Bedürfnisse und Erwartungen.

3. Verlasse ihn und fang neu an.

Das ist vermutlich der schwierigste Weg, aber vieleicht der befreiendste. Du solltest aber auch dann verstehen, warum es mit Euch beiden so schief gegangen ist, damit Du nicht den selben Fehler noch einmal machst.

Da Du auch durch die Sorge um Deinen Vater belastet bist würde ich Dir raten einen Therapeuten oder Coach zu suchen und mit diesem auch über die Ehe zu sprechen.

LG und alles Gute!

Hourriyah

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Kommentar von nifilly
03.02.2017, 21:56

Hi Danke für deine lieben Zeilen und nein Finanziell bin ich auch für alles verantwortlich ohne seine Hilfe denn er gibt sein Geld für andere Sachen aus. Depression? Darüber hatten wir alles schon Gespräche , ist auch so das ich vieles in Erwägung gezogen habe und dann auch mal mit ihm sprechen konnte aber es ist halt schwer da er ein Gespräch meist als Angriff sieht. Werkstatt, da find ich den Weg auch allein und selbst beim Reifenwechsel muss mir keiner mehr helfen. ;) Du hast recht und genau das habe ich schon umgesetzt und mit Freunden geschrieben und mich auch bereits verabredet. Da ich jetzt Urlaub habe passt es auch das ich mir selbst die Zeit nehme und leite auch nächste Woche eine Mutter Kind Kur in die Wege.

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Kommentar von nifilly
25.03.2017, 23:27

Ich wollte nur die Info geben das ich meinen Weg allein gefunden habe und damit auf alle Fälle Glücklicher bin ;)

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Wie ist es mit einer Typ- Veränderung damit er mal wieder große Augen bekommt?

Neuer Haarschnitt, neuer Style, bisschen Make up, Schmuck..(natürlich nur wenn du es auch für dich möchtest)

Und dann lässt du ihn so 1-2 Wochen zappeln bis er nicht mehr loslassen kann. Mit den Jahren und Kind vergisst man meist Zeit für sich selber und mal was für sich selber zu tun. Dann kannst du ja eine Anzeige bringen und nach eine Babysitterin suchen die auch gut qualifiziert ist und Verantwortungsbewusst mal auf deine Kleine aufpasst. Und dann pflegst du deine Kontakte. Triff dich mit deinen Freundinnen, such dir ein neues Hobby was dich vom Alltag ablenkt und Abwechslung bringt. Und motivier auch öfters deinen Ehemann mkt dir zsm was zu unternehmen. Evtl ein gemeinsames Wochenende..da sollte jedoch deine Kleine lieber bei einem engen Verwandten sein (bei der Oma zb).

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