"Gesplittete" Kinder nach Scheidung - Unterhalt?

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6 Antworten

Auf den Unterhalt für ein minderjähriges Kind können Eltern bzw. der "betreuende Elternteil" verzichten, wenn er diesen aus eigenen Mittel aufbringen kann.

Hat der Kleine dann wieder einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Vater?

Wenn beide Elternteile ein minderjähriges Kind betreuen, so hebt das den gegenseitigen Unterhaltsanspruch aber nicht auf.

Mein großer Sohn (18) macht nächstes Jahr Abitur

Für den älteren Sohn sind schon jetzt beide Elternteile barunterhaltspflichtig, da er bereits volljährig ist.
Allerdings muss er seinen Unterhalt nun selbst bei beiden Eltern geltend machen, insofern kann auch kein Elternteil (in seinem Namen) auf Unterhalt für ihn verzichten.

Solange er aber noch zur Schule geht und beim Vater wohnt (und noch unter 21 ist) gilt er als "privilegiertes" volljähriges Kind, und ist somit dem minderjährigen Bruder in der Unterhaltsrangfolge (erster Rang) gleichgestellt (Selbstbehalt der Eltern weiterhin je 1000 Euro).

Sobald er die Schule beendet hat (...) rutscht er in der Unterhaltsrangfolge dann auf den vierten Platz und die Eltern haben ihm gegenüber dann jeweils einen Selbstbehalt von 1200 Euro.
Dann hat der minderjährige Bruder ihm gegenüber also lediglich einen vorrangigen Unterhaltsanspruch.

Ihr dürft euch gegenseitig nicht vom Unterhalt freistellen, das ist gesetzeswidrig.

§ 1614 Verzicht auf den Unterhaltsanspruch; Vorausleistung

(1) Für die Zukunft kann auf den Unterhalt nicht verzichtet werden.

Der Kleine hat bereits jetzt einen Anspruch auf Unterhalt. Später dann natürlich ebenfalls.

Es ist nicht gestattet, den Unterhalt zweier Kinder gegeneinander aufzurechnen.

Hallo! Beide Kinder haben immer und ununterbrochen Anrecht auf Unterhalt bis zum Ende ihrer Ausbildung. Die Kleine bekommt von Dir den Betreuungsunterhalt und hat einen Anspruch auf Barunterhalt von ihrem Vater. Den solltest Du unverzüglich einfordern. Seine Höhe richtet sich nach dem Alter Eurer Tochter und dem Einkommen ihres Vaters. Der Große hat mit Volljährigkeit einen Anspruch auf Barunterhalt durch Vater und Mutter, den er dann selber (ggf. schriftlich) einfordern muss. Die Höhe richtet sich nach den jeweiligen Einkommen beider Elternteile.

Aber mein Exmann will ja dann, dass ich die halben Kosten für den Großen trage. Ab 18 wäre das so wenn sie nicht mehr in die Schule gehen... ich versorge dann den Kleinen voll und zahle die Hälfte für den Großen???

Ab 18 wäre das so wenn sie nicht mehr in die Schule gehen... 

Ab 18 ist jedes "Kind" in erster Linie für seinen Unterhalt selbst verantwortlich, auch wenn es noch zur schule geht - denn ab Volljährigkeit entfällt die Sorgepflicht der Eltern.

Der Junge hat bereits ab dem 18. Geburtstag einen Unterhaltsanspruch an seine Eltern, wenn er noch zur Schule geht (oder sich in Ausbildung befindet) - und muss diesen Anspruch dann allerdings selbst bei den Eltern geltend machen.
Sein Vater, bei dem er noch lebt, kann ihm seinen Unterhalt in Form von Verpflegung und Unterkunft gewähren, seine Mutter muss ihm selbst den Unterhalt bar leisten.
Der Junge selbst könnte darauf zwar verzichten, nicht aber mehr sein Vater in "seinem Namen".

ich versorge dann den Kleinen voll und zahle die Hälfte für den Großen???

Wenn die Vereinbarung so getroffen wurde, wirst Du Dich daran halten müssen. Sicher lässt sich eine solche Abmachung aber ändern...

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Wenn Ihr Euch gegenseitig vom Unterhalt freigestellt habt, ist das bindend.

während des Studiums brauch dein Großer doch trotzdem Geld /Unterhalt.. er verdient ja kein eigenes Geld..

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