Gesetzlicher Betreuer nutzt Oma aus

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11 Antworten

Trotz deines Briefes an das Amtsgericht würde ich am Montag mit einer Justizangestellten des für deine Oma zuständigen Vormundschaftsgerichtes telefonieren. Du musst ihr möglichst genau begründen, warum du denkst, dass die jetzige gesetzliche Betreuerin für deine Großmutter ungeeignet ist. Du kannst ihr sagen, dass du zwar einen Brief an das Amtsgericht geschrieben hattest, dir aber nicht sicher bist, ob das formell so in Ordnung ist. Die Justizangestellte wird deine Aussage mitschreiben und dies alles dem zuständigen Richter vorlegen. Vielleicht kennst du eine vertrauenswürdige Person, die du dem Gericht als neuen Betreuer vorschlagen könntest. Du musst allerdings gegenüber dem Gericht auch realistische Pläne für die Versorgung deiner Oma haben, wenn sie nicht mehr im Heim leben soll. Wenn du Glück hast, lässt sich das Gericht vielleicht von deiner Argumentation überzeugen. Dann wird ein Richter hoffentlich deine Oma persönlich aufsuchen und mit ihr ein Gespräch führen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. So denke ich, solltest du es versuchen. Ich gebe aber keine Garantie für meine Vorschläge!Falls du Schwierigkeiten bekommen solltest, wende dich an einen Anwalt für Familienrecht. Es sollte aber kein Anwalt sein, der selber Betreuer ist. Bekannt ist doch Prof. Volker Thieler aus München.

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Das Betreuungsgericht wird den Fall untersuchen und die aktuelle Betreuerin um Stellungnahme und ggf. Nachweise zu den Vorwürfen bzgl. des abgehobenen Geldes bitten. Wenn sie die Vorwürfe nicht vollständig ausräumen kann, stehen die Chancen recht gut, dass ein Berufsbetreuer eingesetzt wird. Ob dieser dann die Rückkehr in die eigene Wohnung befürwortet, ist aber eine ganz andere Frage. Bei einer leichten Demenz ist dies durchaus möglich, vor allem, wenn es noch Angehörige gibt, die sich um die Betreute kümmern und sie ihren Willen dahingehend äußert.

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Hallo coralinde: Die Betreuerin ist gegenüber dem Amtsgericht zur Rechenschaft verpflichtet. Ich nehme an, dass du auch Antwort bekommst. Wenn deine Oma allerdings aus dem Heim kommt, wo soll sie denn dann leben und wer kümmert sich um sie?

Der Vollständigkeit halber müsstest du erklären:

Wie alt bist du?

Wer hat den jetzigen Betreuer eingesetzt und warum?

Ist die gesetzliche Betreuerin eine Berufsbetreuerin (Anwalt....) oder eine von der Behörde eingesetzte Betreuerin?

Weshalb hat die Tochter nicht die Betreuerfunktion übernommen?

Hat die Tochter eine Vollmacht über das Konto der Oma oder hat sie nur die PIN-Nr. der Kontokarte?

Könntest du - vorausgesetzt, du bist 18 Jahre alt - das Amt als ehrenamtliche Betreuerin übernehmen?

Zur Information: Etwa 70% der Betreuer sind ehrenamtliche Betreuer aus dem Familien- oder Bekanntenkreis.

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Hallo coralinde, ich hoffe für dich, dass du beim Amtsgericht etwas in Bewegung setzten kannst und du von dort Nachricht erhälst. Ich finde es richtig, dass du diesen Brief geschrieben hast und drücke dir ganz fest die Daumen, dass sich etwas ändert.

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Also ich bin die gesetzliche Vertreterin meiner Schwester. Da bekommt man ne Urkunde vom Notar. Wenn sich meine Schwester was kauft brauche ich den Kassenbeleg. Einmal im Jahr muß eine Rechnungslegung gemacht werden in der aufgeschlüsselt wird was mit dem Geld passiert ist. Also muß die Tochter auch so ne Urkunde haben sonst ist sie nicht die Betreuerin. Dafür ist das in eurem Stadtteil zuständige Notariat zuständig. Warum sprichst du nicht mal mit denen. Die haben da ihre Leute.

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Kommentar von COWNJ
05.08.2014, 19:20

Ist das auf die Verhältnisse in Deutschland bezogen? Wenn jemand eine "Urkunde" vom Notar erhält, klingt das nach einer Vorsorgevollmacht. Das geht natürlich nur mit der Zustimmung des Vollmachtgebers. Bei dieser muss aber beispielsweise kein Rechnungsbeleg gemacht werden, grundsätzlich muss man sich (im juristischen Sinne) nirgendwo rechtfertigen oder Belege erbringen. Anders ist es bei einem gesetzlichen Betreuer. Der wird vom Vormundschaftsgericht bestimmt, nicht von einem Notar. Das Gericht legt auch fest für welche Bereiche der Betreuer zuständig ist (z. B. Gesundheit, Aufenthaltsbestimmung, Vermögensangelegenheiten). Der Betreuer muss dem Gericht regelmäßig Rechenschaft ablegen.

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Kommentar von veritas55
06.08.2014, 23:13

@ghasib: Ich hätte da noch eine Frage an dich in eigener Sache:

Als Betreuerin im sozialen Bereich arbeite ich in einem Pflegeheim und mich beschäftigt eine Bewohnerin momentan ganz besonders: seit dem Tod ihres Mannes im letzten Jahr hat der Sohn einer Bewohnerin die Betreuungsvollmacht - in der ganzen Zeit hat er sich aber noch nicht einmal bei seiner Mutter blicken lassen und auch auf Nachfragen der Heimleitung und Therapeuten bislang nicht reagiert - anscheinend hat er nur ein einziges Interesse, nämlich nicht mit irgendwelchen (finanziellen) Forderungen belangt zu werden.

Nun ist die finanzielle Lage der Frau völlig ungeklärt und sie hat nicht mal einen annehmbaren Fernseher (das kleine Gerät, das wir noch im Haus hatten ist auf 3m Enfernung eine Zumutung :/), keine angenehme Beleuchtung in ihrer Zimmerecke und keinerlei Mittel, dass wir ihr das ohnehin schwere Leben (Beatmungspatientin) in irgendeiner Weise etwas erleichtern könnten.

Mit den verwaltungstechnischen Angelegenheiten habe ich nichts zu tun, habe die Fakten erst heute bei einer Fallbesprechung erfahren als ich anmerkte, dass diese Frau zunehmend depressiver und resignierter wird, auf dem besten Weg ist, sich selber aufzugeben. Außer ihr dreimal die Woche was vorzulesen oder einmal mit ihr einen Spaziergang zu machen sind meine Möglichkeiten begrenzt - versuche irgendwie, mit einem Bildern, Pflanzen, Tüchern oder einer Hörbuch - CD zu improvisieren um das triste Umfeld etwas aufzuhübschen, aber mehr geht halt nicht weil meine Mittel auch begrenzt sind.

Nun meine eigentliche Frage bevor ich mich bei der Verwaltung mit meiner Idee aufdränge - vielleicht kennst du ja die gesetzlichen Maßgaben:

Jeder, egal ob die Kranken.- oder die Rentenversicherung und/oder das Sozialamt zuständig ist, hat doch zusätzlich Anspruch auf ein Taschengeld von ca.80 € ?!? Das hab ich zumindest mal gehört oder irgendwo gelesen.

Wenn diese Frau nun gerne einen Fernseher kaufen würde (was ja schon mit sehr geringen Raten möglich ist), könnte sie das nur durch Nicken oder Kopfschütteln ausdrücken (ich bin mir aber ganz sicher, das sie Nicken würde...;)) Den Kauf und eine Art Bürgschaft müsste dann doch von ihrem amtlichen Betreuer, dem Sohn, geregelt werden müssen oder könnte auch die Heimleitung ev. solch kleinere Geschäfte für sie tätigen ?

Wozu ist der Sohn als Betreuer überhaupt verpflichtet ???

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Ja dies alles kannst du schreiben, denn die Tochter verstößt hier gegen mehrere Sachen des Betreuungsrechts.

  • Sie hebt Geld ab, zwingt die Oma aber in Armut (Wasser)

  • Sie verbietet Kontakt zu Angehörigen, obwohl die Oma darum bittet

  • Sie handelt gegen den mutmaßlichen Willen der Oma

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Erstmal: es ist richtig und wichtig, dass du dich für deine Oma einsetzt !

Einige gute Ratschläge hast du schon bekommen und so hab ich, um ev. noch was hinzufügen zu können, erstmal die beiden Fragen:

  • wie alt bist du ? Schon 18 ? Davon hängt ab, ob du irgendwelche Rechte hast, bzw. bekommen kannst (z.B. bzgl. des Aufenthaltsbestimmung).

  • hast du den Brief schon abgeschickt ? Eventuell ließen sich noch ein paar Formulierungen verbessern, bzw. die Gliederung und die Rechtschreibung - das könnte ausschlaggebend sein, in welchem Maß du von der Behörde ernst genommen wirst.

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Ich würde die Beschuldigungen der Tichter herauslassen aus dem Schreiben.

Wichtig: Die Oma hat vermutlich die Tochter als Betreuerin eingesetzt? Hast du eine Kopie der Vollmacht und in welchen Bereichen (auch Aufenthalt) sie verfügt wurde?

Gesetzliche Betreuer kümmern sich in der Regel wesentlich schlechter um Einzelpersonen, weil sie schlichtweg überfordert sind, und in Schreibkram ersticken.

Da die Tochter den ganzen Schreibkram und die Finanzen regelt, werdet ihr nicht drumherum kommen, mit ihr zu reden, was für die Oma das Beste wäre. Vielleicht bekam sie keinen andren Heimplatz? Es gibt Wartelisten. Die Preise sind unterschiedlich.

Auch ein Demenzkranker hat Rechte. Wenn deine Oma aus dem Heim partout heraus möchte, muss sie ernst genommen werden. Hast du mal mit dem Pflegepersonal geredet? Was, wenn sie ihr Köfferchen packt? Kannst du dich oder wer anderes 24h am Tag um sie kümmern? Das wäre die Alternative

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Kommentar von ziebeleskees
02.08.2014, 18:08

Was ich noch vergaß: Wenn jemand z.B. nicht aus dem Haus kann und eine Betreuung hat für Bankgeschäfte, Ämtergänge, Einkaufen etc., kann der Betreute widersprechen.

Ein Berufsbetreuer muss Rechenschaft über alle Aktionen führen. Die müssen natürlich im Sinne des Betreuten vorgenommen werden.

Dein Anschreiben wird natürlich dauern, was eine Antwort angeht. Bestehe darauf, dass eine psychiatrische Begutachtung vorgenimmen wird, weil Zweifel an Massnahmen bestehen, die nicht im Sinne des Betreuten / deiner Großmutter durchgesetzt wurden /werden. LG

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Hallo Carolinde,

das Amtsgericht muss zu Deinem Schreiben Stellung beziehen. Die jetzige Betreuerin muss ihr Handeln rechtfertigen, ein Amtsarzt wird Deine Oma begutachten.

Wie hat denn der Pflegedienst in München den Gesundheitszustand Deiner Oma eingeschätzt?

Solltest Du vom Amtsgericht nichts hören, hake noch einmal nach.

Alles Gute für Dich

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Kommentar von coralinde
02.08.2014, 17:59

Danke für deine Hilfe :-)

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Das ist eine traurige Geschichte. Eine Frage: Was sagen denn Deine Eltern zu dieser Sache, sind die darin involviert?

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Meldung an das Amtsgericht - dann geht das ALLES seinen richtigen WEG.

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