gesetzliche Reglung des Schwangerschaftsabbruchs - medizinische Indikation - Erklärung

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1 Antwort

Der Text "Gefahr für das Leben der Schwangeren abzuwenden und eine schwerwiegende Beeinträchtigung ihres körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes " stimmt nicht ganz. Es muss heissen ODER: Gefahr für das Leben ODER für die Gesundheit.

Die medizinische Indikation ist - im Gegensatz zum Schwangerschaftsabbruch auf blossen Antrag der Frau - nicht auf die ersten 12 Wochen ab Empfängnis beschränkt. Das heisst, ein Abbruch kann jederzeit legal vorgenommen werden, wenn ein Arzt befindet, die körperliche oder seelische Gesundheit der Frau sei durch Schwangerschaft oder Geburt gefährdet. Dabei sind auch ihre Lebensumstände zu berücksichtigen. Das ist auch richtig, denn "Gesundheit" schliesst auch das soziale Wohlbefinden mit ein.

Dabei muss versucht werden, der Frau auf andere Weise zu helfen, zum Beispiel mit finanzieller Unterstützung, damit sie mit einer schwierigen Schwangerschaft fertig werden kann.

Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation können nicht genau umschrieben werden, weil jede Situation anders ist, und weil die seelische Tragfähigkeit bei jeder Frau unterschiedlich ist. Es muss also von Fall zu Fall entschieden werden und die Ärzte haben dabei einen Ermessensspielraum. Auch die Zumutbarkeit von anderen Massnahmen, um die Probleme zu lösen, ist in jedem Fall anders.

Selbstverständlich entscheidet dann letztlich die Frau, ob der Abbruch vorgenommen wird oder nicht. Sie kann also die Schwangerschaft natürlich auch dann austragen, wenn der Arzt befindet, sie gefährde dadurch ihr Leben oder ihre Gesundheit.

Es ist nicht zu vermeiden, dass solche Indikationen immer etwas willkürlich bleiben, weil ärztliche Entscheide selten unabhängig von weltanschaulichen Überlegungen getroffen werden.

Meine persönliche Meinung: Schwangerschaftsabbruch sollte aus dem Strafgesetz gestrichen und zu einer Angelegenheit zwischen der Frau/dem Paar und dem Arzt werden.

Schwangerschaftsabbruch sollte aus dem Strafgesetz gestrichen und zu einer Angelegenheit zwischen der Frau/dem Paar und dem Arzt werden.

DH! Sehe ich auch so. Das hat im Strafgesetzbuch rein gar nichts verloren.

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