geschlossene immobilienfonds risiken

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8 Antworten

Ich versuchs mal relativ einfach: Bei einem normaler offenen Immobilienfonds wie der SEB Immoinvest (derzeit vorübergehend ausgesetzt), CS Euroreal (derzeit vorübergehend ausgesetzt), der UniImmo Europa (offen) oder der Grundbesitz Europa (offen), bei denen Du Anteile an dem Fonds hälst, hat die Anlagegesellschaft je nach Anlagehorizont viele Beteiligungen (35 - 150) weltweit an diversen Einkaufszentren, Bürogebäuden, Hotels etc. hält. Das Risiko ist somit sehr breit gestreut, Anlagen sind meist beliebte und zentrale Objekte, Du kannst jederzeit an Dein Geld ran (ab 2012 30.000 pro halbes Jahr) und das schlimmste, was Dir normal passieren kann sind keine 4-5%, sondern 2% oder 0. Der worst case wäre maximal der Totalverlust des Geldes, da müssten jedoch alle Immobilien des Fonds NICHTS mehr wert sein. Wie real soll das sein ? Außerdem gibt es Erfahrungswerte, weil der Fonds meist schon Jahre bzw. Jahrzehnte existiert.

Geschlossene Immobilienfonds verkaufen einen Anteil des unternehmerischen Risikos an einem bestimmten wirtschaftlichen Objekt, also einer bestimmten Wohnanlage, eines bestimmten Bürokomplexes, eines bestimmten Konsumtempels. Geht diese eine Sache den Bach runter, kann nicht so vermietet werden wie geplant oder irgendein wirtschaftlicher Umstand verändert sich und die Sache haut nicht so hin wie ausgedacht, ist nicht nur die Rendite futsch oder die Anlage futsch, es kann auch noch eine Nachschußpflicht geben, Du zahlst also noch mehr drauf. Du kannst auch oft nur zum Ablauf der 10...15 Jahre an Dein Geld. Und es gibt von diesem einen Fonds keine Erfahrungswerte, da er neu entsteht. Mir persönlich absolut nichts !

Ich habs diese Monate mal bei einem Hotelfonds in Afrika gesehen, der zur WM aufgemacht wurde. Ich hielt davon nichts, weil es weder dauerhaft noch nachhaltig schien, dass es nach der WM dort gute Auslastungen und Erträge gibt. Eine kurze Weile hielt er sich nach der WM noch, dann kam die Schieflage... Das Risiko ist sehr viel höher als bei offenen gestreuten Immobilienfonds. Und ich als Berater habe mich, muß ich zugeben, mit solchen Fonds nie groß beschäftigt, weil ich schon im Bereich der offenen mehr Möglichkeiten habe, als viele Kunden nutzen möchten. Mir kommen solche Fonds immer nur vor die Nase, wenn ich klagende und jammernde Kunden erlebe oder in der Presse wieder lese, wenn sich Anleger um die Reste bemühen ;-) Ein Freund von mir beschäftigt sich als Anwalt inzwischen ausschließlich damit, so viel hat der damit zu tun. Das ist nicht der Normalfall, es gibt auch gute, die scheinen aber rar gesät zu sein.

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Wie schon Dein hilfreichster Antworter sagte, es haben die Anwälte ganz schön viel zu tun. Es gibt tausende von Anlegern in Deutschland die ihr Geld verloren haben. Ein Bekannter hat auch einen Immobilienfond (hier betrifft es Wohnungen in Köln) Das Geld wird er nie herausbekommen. Er kann im Moment nur froh sein, dass die Wohnungen vermietet sind. Und so monatlich seine Ausschüttung bekommt. Ich würde Dir raten, lasse die Finger davon.

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Nein, dazu würde ich überhaupt nicht raten, die sind wirklich sehr riskant - weil: du dein Geld da nur schwer wieder raus bekommst. Was nützt dir dein Immobilienfondsanteil, wenn du ihn nicht verkaufen kannst (einmal weil es keinen gibt der sie haben will und dann weil man da sein Geld für eine lange Zeit anlegen muss).

Ich würde das Geld splitten:

  1. Einen Teil in Aktien- oder Aktienfonds investieren - den Teil solltest du so ca. 10 Jahre nicht brauchen. Gerade jetzt sind viele Firmen an der Börse unterbewertet. Nimm solche Aktien von Firmen, die immer ihr Geld verdienen, weil Menschen es warm brauchen und zu essen ebenso.

  2. Den anderen Teil würde ich als Geldanlage weiterführen, entweder Festgeld (liegt dann auch lange) oder aber Tagesgeld oder aber 7- jährige Bundesschatzbriefe.

Eine ganz andere Möglichkeit ist direkt als Investor für andere Menschen aufzutreten . da gäbe z.B. die Plattform www..smava.de.

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Kommentar von tommy534
15.10.2011, 22:10

Aktien ist auch eine variante, aber dennoch kenn ich mich mit aktien überhaupt nicht aus, zumal in "jetziger lage" der markt unruhig ist und für mich unüberschaubar.

"Was nützt dir dein Immobilienfondsanteil, wenn du ihn nicht verkaufen kannst (einmal weil es keinen gibt der sie haben will und dann weil man da sein Geld für eine lange Zeit anlegen muss)"

Nun, 10 jahre brauch ichs definitiv nicht, also den zeitraum sehe ich relativ entspannt entgegen... bin ja auch noch jung ;) Am ende der 10 jähigen laufzeit bekommt man seinen immobilienfondsanteil nicht zu geld? oder wie ist das gemeint, das es schwer ist, das geld wieder raus zubekommen? innerhalb der laufzeit? nach der laufzeit?

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Wie die anderen schon geschrieben haben, bergen unternehmerische Beteiligungen immer ein Totalverlustrisiko. Das gibts aber auch noch woanders.

Deine fünfstellige Summe solltest Du auf jeden Fall auf mehrere Investments verteilen. Welche das sind, kommt auf Deine persönliche Risikoeinstufung an, und ob Du das Geld nicht vielleicht doch in nächster Zeit brauchst. Was nützt die beste Anlage, wenn morgen Dein Auto kaputt geht und Du ein anderes brauchst, aber keine Rücklage hast, mit der Du das bezahlen kannst?

  • Hast Du ein Notfall-Tagesgeldkonto mit fünf Monatsausgaben? Dringend angeraten!
  • Achte auf Sachwertanlagen, denn die behalten ihren Wert, egal, was da draussen passiert in nächster Zeit
  • Rendite gibts nur mit Risiko, lass Dir von Verkäufern nichts anderes weismachen
  • Wenn man gut mischt, kann man auch risikoreichere Anlagen nehmen, die nicht miteinander korrelieren - das senkt das insgesamte Portfoliorisiko

Hierfür wird eine Menge Erfahrung und Wissen benötigt, das meist nur Spezialisten haben - also unabhängige, transparent arbeitende Finanzberater, nicht unbedingt ein Versicherungsmakler (was der gut können sollte, sagt seine Bezeichnung aus) oder ein Verkäufer (also z.B. Bank"berater", (Struktur-)Vertriebler usw.) Das Geld für den Spezialisten holst Du durch optimierte Rendite meist locker raus bzw. hast Du dafür mehr Sicherheit durch die Unterstützung (Sicherheit/Garantie kostet Geld bzw. Rendite, das ist auch immer so).

Die Medien wollen uns weismachen, das man zur Altersvorsorge auf gar keinen Fall Risiken eingehen darf, nie und nimmer. Überleg mal, was mit Deinen Anlagen passiert, die Du jahrzehntelang ansparst, wenn Du NIE ein Risiko eingehst - mit fast absoluter Sicherheit wirst Du mit den Erträgen maximal die Inflationsrate ausgleichen können (im Moment geht das nicht), d.h. im besten Fall erhältst Du den Wert Deines Geldes, mehr auch nicht. Das reicht aber nicht für eine Altersvorsorge. D.h.: Ruhig Risiko mit eingehen, aber wie oben beschrieben, gut mischen. Vor Renteneintritt in ruhigere Gewässer wechseln, aber nicht komplett, denn das Geld brauchst Du mit 67 ja nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach. Ein großer Teil kann also erstmal mit Risiko und mehr Rendite weiterarbeiten. Dann mit den Jahren nach und nach das Risiko rausnehmen - voilá!

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Finger weg von Immobilienfonds vor allen Dingen Finger weg von Wealthcap. Meine Mutter hat 4 Stück davon von WealthCap. Die Rendite ist auf durchschnittlich 1% gerutscht. Das Geld sitzt für ca. 30 Jahre fest. Am Zweitmarkt ist der Kurs von 100 % auf 35 bis 60 % je nach Fond abgerutscht.

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Keine Einlagensicherung Eine Absicherung der vom Anleger getätigten Einlagen, wie es sie zum Beispiel bei Termingeldern über so genannte Einlagensicherungsfonds gibt, existiert bei geschlossenen Fonds nicht. Das Risiko eines Totalverlustes der Einlage ist also, wie in jeder anderen unternehmerischen Beteiligung auch, immer latent vorhanden.

http://www.geschlossener-fonds.net/risiken.html

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Geschlossene ImmoFonds bergen immer das Risiko des Totalverlusts, weil die Immobilie wegen Fehlplanungen oder -überlegungen ertragslos bleiben kann. Das ist schlicht ein Instrument für eine bestimmtes (meist Groß-) Projekt, das immer scheitern kann. Hier in Hannover gibt es zum Beispiel das Ihme-Zentrum, wenn Du Dir dazu einige Artikel durchliest, wirst Du mindestens schmunzeln. ;-)

Da das kapitalistische Geldsystem gerade auf dem Hochseil tanzt, lässt sich keine vernünftige Prognose für eine sowohl sichere als auch erträgliche Geldanlage geben. Ich empfehle Dir, einen eigenen "privaten geschlossenen Immobilienfonds" zu eröffnen, und das Geld in eine Wohnung nahe Dir zu investieren, da hast Du Anschluß zu Ratgebern und Mitinvestoren.

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