Geschichtsunterricht: Weimarer Republik

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Erklärung der These

Mit der unvollendeten Revolution von 1918 ist die im November 1918 ausgebrochene und bis in das Jahr 1918 reichende Revolution in Deutschland gemeint. Als unvollendet wird sie verstanden, weil es in ihr nicht zu einem völligen Umbruch kam, Ziele der Revolutionsbewegung zum Teil nicht verwirklicht worden sind. Es wird auch von einer „halben“ oder einer „steckengebliebenen“ Revolution gesprochen.

Die Revolution mündete in eine parlamentarische Demokratie und führte auch zu einigen sozialpolitischen Erfolgen.

Eine gesellschaftliche Demokratisierung ist weitgehend ausgeblieben. Die Kontinuität war verhältnismäßig groß. Die Macht der alten, einer Demokratie eher abgeneigten, größtenteils feindlichen oder zumindest fernstehenden Eliten des Kaiserreiches ist nicht systematisch gebrochen worden. Gedacht ist dabei vor allem an personelle und strukturelle Veränderungen im Bereich des Militärs, der Wirtschaft und von Verwaltung und Justiz. Die Traditionen des kaiserlichen Militärs blieben in der Reichwehr stark. Die Regierung arbeitete mit dem Militär und teilweisen rechtsradikalen Freikorps sogar zusammen, um Aufstände radikaler Kräfte der Revolution niederzuschlagen. Mit den Großindustriellen gab es Kompromisse. Eine Sozialisierung/Vergesellschaftung/Verstaatlichung hat nicht stattgefunden, ebenso beim Großgrundbesitz.

„Eine“ Ursache bedeutet, die unvollendete Revolution nicht für die alleinige Ursache des späteren Untergangs der Weimarer Republik (1933), sondern für eine unter mehreren zu halten.

Stützung der These

Alte Machteliten mit einer konservativ-autoritären Einstellung haben tatsächlich eine starke Stellung behalten. Die Demokratie fand bei Reichwehr, Großindustrie und Großgrundbesitzern, hohe Beamten in Verwaltung und Justiz (die Urteile in Strafprozessen bei politisch links und rechts motivierten Gewalttätigkeiten zeigen z. B. eine deutliche Einseitigkeit) wenig Stütze. Viele waren ihr abgeneigt und strebten ihre Auflösung an. Sie waren Träger und Verbreiter eines antidemokratischen Denkens.

Die Nationalsozialisten kamen in einem Bündnis mit konservativ-autoritären Kräften an die Macht.

Paul von Hindenburg, Franz von Papen und Alfred Hugenberg sind Beispiele für Personen der alten Eliten, die beim Scheitern der Weimarer Republik eine Rolle spielten.

1918/9 hat es Versäumnisse und unglückliche Entscheidungen gegeben. Der vorhandene Gestaltungsspielraum ist nicht in einem so starken Ausmaß entschlossen genutzt worden, wie es zur Absicherung der politischen und gesellschaftlichen Grundlagen des neuen demokratischen Staates wünschenswert gewesen wäre.

Bei Deutungen und Gewichtungen sind bis zu einem gewissen Grad verschiedene Meinungen mit ausreichend guten Gründen vertretbar.

Die Möglichkeiten waren 1918/9 meiner Einschätzung auch nicht unbegrenzt. Ein völlig anderer Weg, mit dem Versuch eines Rätesystem statt einer parlamentarischen Demokratie und der Errichtung einen weitgehenden Sozialismus, hatte weniger Aussichten als der tatsächliche beschrittene.

Die Weimarer Republik war nicht zum Scheitern verurteilt, sondern nur erheblich gefährdet und insgesamt nicht besonders stabil.

In der Geschichte gibt es meiner Meinung nach keinen völlig zwangsläufigen Verlauf (es wirken nur zum Teil schwerwiegende Gründe), weil dieser auch von menschlichen Entscheidungen abhängt und Menschen Willensfreiheit haben (ein radikaler Determinismus hat dazu eine anderen Standpunkt, aber dessen Argumentation überzeugt mich nicht). Ein Scheitern der Weimarer Republik war nicht schon allein aufgrund der Startbedingungen zwingend notwendig.

Weitere Ursachen

Ungünstige Rahmenbedingungen und die Belastungen wie der verlorene Krieg und dessen weitgehende Finanzierung über Krediten, die ein wichtiger Grund für eine starke Inflation waren, der Versailler Vertrag mit ungünstigen psychologischem Folgen und dem langandauernden Problem der Reparationszahlungen, was radikalen Kräften Agitationsmöglichkeiten mit Angriffen gegen auf Kompromisse, internationale Verständigung und Einsicht in reale Bedingungen ausgerichtete Demokraten bot, Dolchstoßlegende und Kriegsunschuldlegende (als Reaktion gegen den überzogenen Vorwurf der Alleinschuld), die Weltwirtschaftskrise waren schädlich.

Die Arbeiterbewegung war gespalten und die Kommunisten bekämpfen die Sozialdemokraten lange Zeit als Hauptgegner. Der Verlauf der Revolution hat zu einer Verschärfung des Gegensatzes beigetragen, allerdings hätte auch ein anderer Verlauf nicht Spaltung und Gegensatz ganz verhindert.

Die Verfassung hatte Schwächen (Machtfülle des Reichspräsidenten durch Kombination von Möglichkeit von Notverordnungen, Recht auf Reichstagsauflösung und Ernennung/Entlassung des Reichskanzlers, destruktives Misstrauensvotum gegen Regierung möglich, keine Unveränderlichkeit von Grundrechten und demokratischen Grundprinzipien im Wesenskern). Aber die politische Ordnung war grundsätzlich für eine staatliche Existenz tauglich und am Anfang hatte es inhaltlich tragfähige Grundkompromisse gegeben.

Zu Anfang war eine Mehrheit zu einem demokratischen Weg bereit. Eine antidemokratische Mentalität spielte eine starke Rolle und hat Menschen zu einer Gegnerschaft beeinflusst. Das antidemokratische Denken war aber in der Gesamtbevölkerung verbreitet und nicht auf die alten Eliten beschränkt.

Darstellungen zur Geschichte der Weimarer Republik können bei Fragestellungen dieser Art helfen, z. B.:

Eberhard Kolb, Die Weimarer Republik. 7., durchgesehene und erweiterte Auflage. Oldenbourg : München, 2009 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 16), S. 176 und S. 250 - 251

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In der WR wurden lediglich die Befugnisse des Kaisers auf den Reichspräsidenten übertragen. Der Kanzler war nicht vom Vertrauen des gewählten Reichstages abhängig, sondern nur von der Billigung des Reichspräsidenten.

Nach dem 1. WK war die WR mit den innenpolitischen Problemen die durch die Weltwirtschaftskrise erfolgten überfordert. Zudem gab es noch Unruhen wegen des ungünstigen Friedensvertrages, den viele Deutsche als Schandvertrag empfanden.

Es war eine Vielzahl von kleinen Faktoren die die Wähler in die Hände der Nationalsozialisten trieb.

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