Geschichtsstudium - Spezialisierungen?

5 Antworten

Die Geographie ist unter den Wissenschaften wohl die am wenigsten anerkannte. Sie kämpft, für mich wenig nachvollziehbar darum, sich selbst eine Rechtfertigung für ihre Existenz zu verschaffen. Das Studium ist längst nicht so wie der Schulunterricht. Ich fand es zum Teil überbordend langweilig. Problematisch ist auch die Frage, was man hinterher mit einem Abschluss in diesem Studiengang anfangen könnte. Die Möglichkeiten sind, gelinde gesagt, nicht zahlreich.

Im Geschichtsstudium muss man zunächst Kenntnisse über alle Zeiten erwerben, sprich, es ist obligatorisch, Veranstaltungen auch der Neueren und Mittleren Geschichte zu besuchen. Ob dich das interessiert oder nicht ist irrelevant. Spezialisierungen erfolgen eigentlich erst im Master. Aber schon vorher kann man Teilbereiche stärker gewichten als andere. Sieh dir die Modulpläne und die Vorlesungsverzeichnisse der einzelnen Institute an, dann erkennst du am ehesten, welche Uni dir zusagt. Wichtig für dich ist, welche Schwerpunkte die Dozenten setzen.

Danke schon mal für die wirklich hilfreichen Anregungen.

Ich hab jetzt hier gesehen, http://studienangebot.rub.de/de/geschichte/bachelor-2-faecher dass man sich zum Beispiel auf die Geschichte Nordamerikas spezialisieren kann. Aber auch zB Umwelt. Das gilt dann aber wohl erst ab dem Masterstudium?

Im Grunde würde ich Geschichte studieren, weil es wie beschrieben das ist, was ich am besten kann und mich am meisten interessiert (abgesehen eben von wesentlich abstrakteren Fächern, mit denen die Berufschancen verschwindend gering sind). Nun hab ich dort in Bochum einen Masterstudiengang Humanitäre Hilfe mit Vorraussetzung u.a. Geschichte gesehen. Ich will keinen Beruf als Unternehmensberater oder Denkmalpfleger, aber ich will auch nicht Politikwissenschaften studieren, um rum zu kommen in der Welt, weil das Studium dann aufgrund meiner Motivation nicht sonderlich erfolgreich laufen würde. Entwicklungshilfe schien mir da ganz ansprechend, da ich - mag jetzt ein wenig lächerlich klingen - etwas erreichen will in meinem Leben und man so schließlich Menschen helfen kann. Ich weiß, dass Geschichte da nicht so ganz in die Richtung geht, aber ich will einfach nicht 40 Jahre in Deutschland in irgendeinem Museum verbringen oder noch schlimmer, etwas das gar nichts mehr mit Geschichte zu tun hat. Ich will nicht mein ganzes Leben in Deutschland verbringen.^^

Hi, also an einigen deutschen Unis kannst du auch direkt Alte Geschichte/Altertumswissenschaften im BA studieren, sind aber nicht sehr viele. Hier eine Übersicht: http://www.studieren-studium.com/studium/Alte%252BGeschichte An vielen anderen Unis, gibt es den Studiengang nur im Master, wo du also erst einen Master in einem anderen Studiengang (z.B. Geschichte, aber das willst du ja interessensbedingt nicht) erfolgreich absolviert haben musst

PS. Viel Glück für die Klausur - wird schon werden ;)

wo du also erst einen Master

einen Bachelor ;-)

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Also als Jemand, der Alte Geschichte (auf Magister) studiert hat, kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Im 2. Hauptfach hatte ich übrigens klassische Achäologie - was zusammen etwa dem BA/MA "Altertumswissenschaften" entspricht - allerdings mit etwas weniger Philologie. Die Hürden, die man in diesen Fächern nehmen muss (Latein, Altgriechisch, fremdsprachliche Literatur) sind auf der anderen Seite ein gutes Sieb, die viele Spaßstudenten aufhalten - das ist bei der Arbeitsmarktlage auch keine schlechte Sache.

Nach dem Studium sieht es trotz allem mau aus - ohne Promotion geht es vielfach nicht viel weiter (an der Uni ohnehin nicht) und man muss Zusatzqualifikationen sammeln. Idealerweise hat man schon im Studium Praktika in Landesämtern, Archiven und in Verlagen absolviert - das sind die Tätigkeitsfelder für Historiker/Archäologen.

Ich würde mich an deiner Stelle noch nicht zu sehr auf eine berufliche Laufbahn festlegen bzw. welche ausklammern, da man im Studium noch weitere Erfahrungen sammelt, die das Selbst- und Weltbild verändern können. Vielleicht hast du später vielleicht gar kein Problem mehr damit, Unternehmen zu beraten usw.

Was die Jobtauglichkeit angeht, so würde ich eher empfehlen, auf neuere/neueste Geschichte umzusatteln und sich auf eine Region zu spezialisieren, die dich interessiert und die Zukunftsfähig ist: Ostasien, naher Osten, subsaharisches Afrika usw. - im Studium würdest du dann Bräuche und Sitten und idealerweise auch Sprachen kennen lernen, die dir den Umgang mit den Menschen dort erleichtern. Das macht dich für Unternehmen, aber auch für Zeitungen oder Verlage interessant - Wissen über die Antike kann man aus dem Internet ziehen und Lateinlehrer gibt es wie Sand am Meer. Aber wer kann schon mehrere chinesische Dialekte?

Solltest du dich wirklich auf alte Geschichte stürzen wollen, kann ich dir nur an Herz legen, dich voll reinzuhängen, die Sprachen zu pauken und so viele Praktika wie möglich zu machen. Nach dem Abschluss sind Beziehungen (die man sich ja selbst aufbauen kann) und Persönlichkeit alles.

(ich bin 18, ich hab noch keine Ahnung von nichts)...wie und wann spezialisiert man sich denn dann einfach auf eine bestimmte Region, wie die die du ansprichst? Wenn ich mir mal als Beispiel das subsaharische Afrika rausnehme - hab mich nämlich auch schon über Entwicklungshilfe informiert, konnte bisher nur keinen Antwort finden, was für Chancen man da als Historiker hätte (und ich kann nun mal nichts anderes studieren, bei Biologie ist mir zu viel Zellen etc. und Chemiezeugs dabei; und Geschichte und Geografie zusammen geht hier bei mir hier glaub ich gar nicht, wobei ich Geografie erst nur mal ausprobieren würde. Entwicklungshelfer, Tierschützer, Naturschützer. Hauptsache ich tue was sinnvolles und komme dabei möglichst noch rum, sammle Erfahrungen, lerne vllt auch andere Kulturen kennen. in nem halben Jahr geht's sowieso erstmal für ein Jahr nach Neuseeland...so von der Sorte bin ich, zumindest jetzt mit 18^^

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@Manwe3019

Es tut mir immer Leid, wenn ich jüngeren Menschen mit edlen Zielen den Wind aus den Segeln nehmen muss, doch deine Vorstellungen und Ziele haben Tausende junge Menschen:

"Gutes" tun (was ist das eigentlich?), dazu Geld verdienen, rumreisen. Leider gibts es solche Jobs kaum. Idealerweise müsstest du dafür Medizin studieren (oder eine medizinische Ausbildung machen) und würdest bei "Ärzte ohne Grenzen" arbeiten - das wäre wohl das Beste. Aber Tierschutzorganisationen und Entwicklungshelfer sind da schon schwieriger. Beim Tierschutz gibt es meiner Erfahrung nach viel zu viele Leute, die sich sehr wichtig nehmen und Tiere über den Menschen stellen - damit komme ich nicht klar. Bei der Entwicklungshilfe ist es ein anderes Problem: Will man dort nur mitmachen, weil es gut klingt, oder will man wirklich helfen? Denn die Wahrheit ist: Entwicklungshilfe hilft meistens nicht. Viele Studien haben das gezeigt und Entwicklungshelfer wissen das. NGOs machen aber nichts, weil sie sich nun mal so finanzieren. Es ist wie bei Kirchenspenden: von den Hilfsgeldern kommen maximal 5 % wirklich an - der Rest wird für Verwaltung, Dienstleistung und Bestechung verwendet. Für mich ist klar, dass wir als Industrienationen Verantwortung haben und helfen müssen - nur sollte man eine Praxis, die nicht den erhofften Erfolg hat, auch zu überdenken wagen.

Mit dem neuen und vollkommen unübersichtlichen Studienangebot der BA/MA-Ordnung ist auch das Problem der Spezialisierung gekommen. Solche Richtungen, wie ich sie erwähnt habe, muss man eben speziell bei den Unis suchen.

Eine Uni kann sich seine Studiengänge quasi selbst "Zusammenbauen". Wenn die zuständigen Fakultäten meinen, es wäre sinnvoll einen MA-Studiengang aus Geographie, Geschichte und Sinologie (Chinesisch) zu schaffen, dann müssen sie nur die ECTS-Kriterien erfüllen und die erforderliche Anzahl an errechneten Arbeitsstunden erreichen und das ganze dann idealerweise von einer Agentur akkreditieren lassen. Fertig ist der Studiengang. Auf diese Weise bauen sich die Hochschulen in Dtl. Hunderte und Tausende von mehr oder weniger sinnvollen Studiengängen zusammen, sodass am Ende eigentlich keiner mehr weiß, was man eigentlich machen kann.

Meine Empfehlung wäre (wenn es wirklich ein geschichtliches Studium sein soll), dass du einfach mal die Internetseiten aller historischen Institute Deutschlands besuchst (sind nicht so viele) und dir deren Angebot an Studiengängen anschaust. Das dauert vielleicht einige Stunden oder 2-3 Tage, aber es ist ja auch eine Entscheidung, die dein Leben dauerhaft prägen wird, weswegen man auch ein wenig Zeit investieren sollte. Die Übersicht findest du hier: http://www.historikerverband.de/wissenschaft/historische-seminare.html

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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Ich werde dieses Semester anfangen Geschichte zu studieren, da es bei mir so ähnlich aussah, wie bei dir. Außer das ich noch ein Hang zu den Naturwissenschaften wie Biologie und Mathe/Informatik habe.

Hier in Freiburg kann man gleich Altertumswissenschaften studieren, jedoch braucht man da erhebliche Sprachkenntnisse. Latein ist gefordert FÜR dein Einstieg, also man kann es nicht IM Studium nachholen und während des Studium erwirbt man dann noch Kentnisse im altgriechisch und weiteren sehr abgehobenen Sprachen.

Aber ich finde solche Spezialisierungen sollte man wirklich erst mit dem Master machen, vorallem in Geschichte, da man sich erst ein Überblick über alles aneigenen sollte.

In Freiburg bekommt man in den ersten Vier Semestern immer eine Überblicksvorlesungen und ein Proseminar dazu. Das erste Semester z.B besteht aus einer Einführung in die Geschichtswissenschaft, einre Überblicksvorlesunge zu einem selbst augewählten Zeitraum und einem Proseminar zu einem selbst augewählten Zeitraum, wobei es schon sinnvoll ist, die gleiche Epoche miteinander zu verbinden.

Das fünfte und sechste Semester ist dann das Hauptstudium mit den Hauptseminaren, sprich zwei, wobei in Freiburg die Besonderheit ist, dass man sich im vierten Semester aussuchen kann, ob man ein Auslandssemester machen will oder an der Uni sich "vertieft", da gibt es dann eine Liste, auf der man sich dann die Module auswählen kann.

Mit den Hauptseminaren kann man sich dann auch vertiefen, wobei für Mittelalter und Alte Geschichte das Latinum verpflichtend ist !

Daher immer auf die Sprachanforderungen achten.

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