Geschichten veröffentlichen123?

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7 Antworten

Wenn dein Buch so gut ist, das schon dein Lehrer meint, es lohne
eine Veröffentlichung, dann solltest du es auf jeden Fall in Angriff
nehmen.

Einen Verlag zu finden, der dein Buch gedruckt verlegt,
ist eine etwas umständliche Prozedur. Gründliche Vorarbeit und
Systematik erspart einem dabei viele unnütze Anschreiben und
Enttäuschungen.

Zunächst muss es ja ein Verlag sein, der auch
Bücher deines Genres verlegt. Dann solltest du auch aufpassen, dass du
nicht bei einem reinen Selbskosten-Zuschuss-Verlag oder einem
Dienstleister für Selbspublikationen landest. Die knöpfen dir nur viel
Geld ab, aber dein Buch kümmert sie einen Sch**dreck. Solche Verlage
findet man, wenn man in Suchmaschinen Verlage sucht. Sie haben oft dicke
Überschriften: "Verlag sucht Autoren" - "Wir verlegen Ihr Buch".

Eine recht aktuelle Liste von deutschsprachigen Verlagen findest du in der
"Liste von Verlagen" bei Wikipedia. Da kannst du schon einmal eine erste
Vorauswahl nach Programmschwerpunkten treffen. Dann erst siehst du dir
die Homepage des jeweiligen Verlages an.

Wenn deren Homepage dann aber "nicht gut aussieht", das Programm nur was von nur zwei, drei Autoren anbietet, oder Tendenziös ist, dann ist das wohl ein "Pleiteverlag" oder eine "Wohnzimmer-Einmann-Band", also auch da lieber Finger weg!

Hast du einen seriös erscheinenden Verlag gefunden,
durchstöberst du deren aktuelles Verlagsprogramm, ob so etwas ähnliches
wie dein Buch dabei ist. Hier erst lohnt es sich überhaupt einen Kontakt
aufzunehmen. 

Manche Verlage haben eine Seite "für Autoren" oder auch "Lektorat" genannt, manchmal findet man es auch unter "Kontakt". Da steht, wie der Verlag Manuskripte für neue Bücher gerne hätte.  Die einen wollen die ersten 50 Seiten, die anderen das erste Kapitel usw. Selten möchte man noch Papierstapel, sondern alles auf Datenträger oder per Mail als PDF-Dateien angehängt oder alles in einer Datei. Daran solltest du dich strikt  halten, sonst geht alles nur in den Papierkorb.

Wenn auf der Website dazu gar nichts zu finden ist, dann erkundige dich
telefonisch beim Verlag. Da kannst du eventuell schon erfahren, wer dein
Manuskript genau bekommen soll. Nichts gegen dich, aber vielleicht
lässt du zunächst besser deine Eltern anrufen, damit die Anfrage ernst
genommen wird.

Auf jeden Fall will man von dir zusätzlich ein Exposé haben. Das ist eine Inhaltsangabe, die in kurzen Abrissen die Handlung von Anfang bis Ende umreißt und die Hauptcharaktere schildert.

Dann möchte man von dir auch eine Autorenvita haben. Das ist ein kurzer Text über dich; wer du bisst, wann geboren, wo du auf was für eine Schule
gehst, wie du zum Schreiben  gekommen bist. Das sollte ungefähr eine
halbe Seite lang sein. Lass da gerne deine Eltern drübergehen, die
wissen, was die Öffentlichkeit über dich lesen will und darf. Sieh dir
evtl. welche von anderen Autoren an. 

Dann gibt es ein Format für Manuskriptseiten, das von allen Verlagen bevorzugt wird. Die ermöglicht es den Verlagen schon im Voraus den Umfang des gedruckten Buches, Herstellungskosten sowie Ladenpreis zu kalkulieren. Ich habe für dich hier eine sehr gute Website:

http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/glossar/

Direkt bei dem Begriff "Normseite" kannst du dir die Vorlage herunterladen.

Die Seite bietet noch unwahrscheinlich viele weitere Tipps zu Schreiben und
Veröffentlichen, fast ganz ohne Fachchinesisch. Die lohnt sich wirklich
durchzusehen. 

Wenn der Verlag dein Buch dann verlegen will, müssen deine Eltern für dich einen Verlagsvertrag aushandeln. Sie haben dabei nur Mitspracherecht in Bezug auf den Vertrag, nicht zum Buch selbst. Zum Verlagsvertrag schreibe ich im Kommentar mehr. 

Ist dein Buch angenommen, wird der Lektor dein ganzes Manuskript
korrekturlesen. Ihm werden sehr wahrscheinlich Verbesserungsvorschläge
einfallen, Satzumstellungen, hier und da ein anderes Wort, was auch
immer. Das schickt er dir mit so genannten Korrekturfahnen versehen
zurück.

Das nimmst du dir dann vor und gehst die markierten Stellen selbst durch. Seine Verbesserungsvorschläge kannst du dann annehmen oder ablehnen, oder selbst eine andere Verbesserung machen. Erst wenn sich Autor und Lektor einig sind, dass der Text so gedruckt werden soll. genehmigst du die Endfassung mit einer schriftlichen, und von dir unterschriebenen Korrekturfreigabe. Erst dann kann mit der Herstellung begonnen werden.  

Der Verlag wird auch ein Cover für dein Buch entwerfen. Das Aussehen richtet sich nach dem, was der Verlag für diese Art Bücher selbst verwendet und/oder lehnt sich an deinen Inhalt an. Verlage haben ein gutes Gespür dafür, "was sich am besten verkauft". Sollte das Cover "absolut nicht nach deinem Buch" aussehen, dann solltest du das sagen, aber ansonsten ist der Verlag der Erfahrenere in diesen Dingen.

Auch der Klappentext, deine im Buch abgedruckte Autorenvita und evtl. ein Foto brauchen eine von dir unterschriebene Druckfreigabe. Kein Verlag darf nämlich einfach drucken was er will.

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Kommentar von Bethmannchen
05.07.2016, 12:14

Wichtiges zum Verlagsvertrag:
Download eines Mustervertrages: 

https://www.google.de/webhp?tab=Tw&ei=MeJ6V8myEsPaUrahkfAB&ved=0EKkuCAQoAQ#q=autorenvertrag%20vorlage

Viele Menschen nehmen an, ein Autor würde bei einer Veröffentlichung seines Werkes "dem Verlag sein Buch verkaufen". Das ist so nicht korrekt. Deshalb ist es auch kein Kaufvertrag. Es ist eine Vertrag über eine Rechteeinräumung.

Der Autor überträgt dem Verlag für die Dauer von (üblicherweise 7) Jahren ab Erscheinen des Werkes räumlich unbeschränkt das ausschließliche Recht der Vervielfältigung und Verbreitung des Werkes (für alle Ausgaben von Auflagen ohne Stückzahlbegrenzung, und zwar für alle Sprachen). Was in Klammern steht ist verhandelbar.

Das Urheberrecht bleibt dabei beim Autor. Der vesichert dem Verlag nur, dass ihm diese Rechte auch zustehen. Die Verantwortung für Inhalt, Zitate, Abbildungen und Quellenangaben bleibt auch beim Autor. Der Verlag kann ihn sogar haftbar machen, wenn durch einen Fehler des Autors die Veröffentlichung unterbleiben müsste, was sehr, sehr teuer werden kann.

7 Jahre können für den Autor ungünstig sein. Das Gesetz sagt dazu: Wird der Verlagsvertrag für eine bestimmte Zeit geschlossen, so ist nach dem Ablaufe der Zeit der Verleger nicht mehr zur Verbreitung der noch vorhandenen Abzüge berechtigt. Die muss ihm der Autor dann zum Verramschpreis abkaufen, oder sie werden eingestampft.

"Ab Erscheinen" sollte schon konkreter sein wie etwa rechtzeitig zur Frankfuter oder Leipziger Buchmesse 2016 bzw. 2017 oder binnen X Monaten nach Druckfreigabe. Andernfalls darf der Autor erst ein Jahr nach der Druckfreigabe (immer noch ohne Veröffentlichung) vom Vertrag zurücktreten. Dann bekommt er zwar den hoffentlich im Vertrag vereinbarten Vorschuss, hat aber ein Jahr Zeit verloren.

Bei einem noch unbekannten Verfasser wird man wegen der Unwägbarkeit des Erfolges die Stückzahl der ersten Auflage sicher gering halten. "Für alle Ausgaben" sollte schon genauer im Vertrag stehen. Ob nur TB oder HC oder eBook oder Hörbuch sollte hier schon stehen.

Alle weiteren Reche am Werk sind Nebenrechte, die kein Autor bedenkenlos alle gleich so mit weggeben sollte. Verkauft sich das Buch nämlich gut, ist die erste Auflage dadurch schnell ausverkauft, und man kann über eine zusätzliche Auflage in anderer Buchform, eine Übersetzung etc. neu verhandeln.

Die Nebenrechte wie: Herausgabe als Hörbuch, Übersetzung in andere Sprachen oder Verfilmung etc. lohnen sich erst dann überhaupt und können somit immer noch mit dem Verlag, und auch mit jedem beliegigen anderen Interessenten ausgehandelt werden. Hat man die Nebenrechte in der ersten Euphorie aber schon vergeben, ist hier kein Spilraum mehr.

Es kann durchaus sein, dass jemand anderes anbietet, das Buch zu übersetzen, zu verfilmen, als Hörbuch heraudzubringen, was auch immer für Nebenrechte wahrnehmen will. Verkaufte sich das Buch gut, kann man aus diesen weiteren Rechten dann u. U. woanders mehr herausholen, als wenn die Nebenrechte beim ersten Vertrag schon sofort, und dann sehr wahrscheinlich viel zu billig, eingeräumt wurden.



In dem Fall dürfte man ein Angebot von einem Dritten nämlich nicht ohne Einwilligung des 1. Rechteinhabers annehmen und hat leichtsinnig Perlen vor die Säue geworfen. Ein einmal eingeräumtes Recht an seinem Werk kann man oft nur schwer wieder zurück bekommen. 

Es heißt im Vertrag zwar, der Verlag wird sich um die Verwertung der Nebenrechte redclich bemühen. Verwertung im e-commerc (Verkauf über Amazon), Verfielfältigung... als eBook..., Vorabdruck in Zeitungen etc. bitte gerne, steigert ja den Umsatz.

Aber Herausgabe als Hörspiel, Verfilmung, Aufnahme in ein Schulbuch, welcher Verlag legt sich dafür wohl wirklich voll ins Zeug? Lohnt es sich überhaupt bei diesem Buch (Inhalt, Thema, jugendfrei?)



Ein solcher Vertrag steckt also voller Fußangeln uind Tücken. Zumindest wenn man zum ersten Mal einen Verlagsvertrag abschließt, sollte man sich das aktuelle Gesetz über das Verlagsrecht gut und gründlich durchgelesen haben und sich vor dem Unterschreiben Gedanken gemacht haben, was man wirklich vereinbaren will.

So lange man keinen Bestseller gelandet hat wird man wohl aus Kostengründen auf einen Anwalt mit Schwerpunkt Medienrecht verzichten müssen.

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Ich würde dir raten es zu machen, schließlich war es ja immer dein größter Traum :) Und viel falsch machen kannst du auch nicht ;)

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Probier doch mal wattpad.com aus! Da kannst du sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch veröffentlichen (digital) und erreichst somit eine große Bandbreite an Lesern (bzw. weiteren Fans). Dort kannst du auch einschätzen wie gut deine Geschichten ankommen und kannst dich daraufhin auch mal bei Verlagen versuchen. :) LG

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Kommentar von Anya14
04.07.2016, 18:07

Danke, ich bin auf schon auf Wattpad😉

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Du kannst dich mal bei Verlagen erkundigen, aber es gibt auch welche, zu denen du keine Geschichten schicken kannst, die auch keine nehmen.

Einer von unseren Bekannten hat einmal seine Lebensgeschichte drucken lassen. Bereits im Voraus musste er 200 € bis 300 € an den Verlag bezahlen.

Noch dazu verdient der Autor selber, wenn er das Buch drucken lässt und es dann im Geschäft erhältlich ist, kaum etwas.

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Kurz: ja :)

Ich finde diese ideen immer gut ;) bin selbst hobbieautorin

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Kommentar von Anya14
04.07.2016, 20:06

hast du schon mal was veröffentlicht?

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Du hast doch nichts zu verlieren, oder?

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Kommentar von Anya14
04.07.2016, 17:57

Joa, schon aber ich wollte mal fragen, ob jemand da Erfahrung hat mit Internetveröffentlichungen...

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