geschichte...beurteilen einer postkarte...

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bei solchen Postkarten geht es natürlich auch immer darum, die eigenen Bevölkerung bzw. die eigenen Soldaten zu motivieren.

In dem er sich so darstellt, als habe er den Krieg nicht gewollt, stellt er die Kriegsgegner natürlich automatisch als Angreifer da. Somit befindet sich Deutschland und die Deutschen in einer Verteidigungslage gegenüber dem bösen Aggressor. Menschen die glauben sich und die gerechte Sache vor den Bösen verteidigen zu müssen, sind natürlich immer kampfbereiter bzw. bereit mehr Leiden zu ertragen: Es geht ja schließlich um die gerechte Sache.

Der Postkartenspruch ist übrigens eine Abwandlung eines Satzes, den die Kaiserin ihrem Mann sagte, als er sich selbst schwere Vorwürfe machte. Sie versuchte ihn mit der Bemerkung zu beruhigen, dass vor Gott und der Geschichte kein Gewissen so rein sei wie das seine, der doch am meisten versucht habe den Krieg zu verhindern.

Übrigens sind sich Historiker weitgehend einig, dass Wilhelm II den Krieg wirklich nicht gewollt habe, er ihn aber durch seine erschreckenden Unfähigkeit und Unwissenheit entscheidend mitverursacht hat.

Er war halt weiss Gott nicht der Hellste und eine absolute Fehlbesetzung in der Funktion als Staatsoberhaupt.

Anders sieht es mit den anderen deutschen Eliten (z.B. Militärs,Politiker, Industrielle) dieser Zeit aus. Viel von diesen haben Deutschland wirklich gezielt in den Krieg hineingesteuert.

hat mir wirklich sehr weitergeholfen danke!!!!!

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@giselherr

Spät gelesen, aber:
Die Behauptung der "weitgehende Einigkeit" der Historiker, daß Willem Zwo keinen Krieg gewollt habe, ist eine steile These.

Siehe auch Fischer-Kontroverse und Diskussion des "Kriegsrats" von 1912.

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Der Kaiser Wilhelm II wollte keinen Krieg und das brachte er mit diesem Spruch zum Ausdruck.

Großbritannien war von Anfang an der Angreifer und nicht Deutschland. Jahre später, als Wilhelm II. 1916 über das unbeschreibliche Abschlachten an der Front grübelte, jammerte er in einem Brief, den er der Mutter eines gefallenen Offiziers schickte, dass er diesen Krieg niemals gewollt habe. Damit meinte er das Gemetzel globalen Ausmaßes.

„Das ist genau richtig“, pflichtete ihm der britische Premierminister, Lloyd George, in einer öffentlichen Antwort auf die Klage des Kaisers bei, „Der Kaiser Wilhelm II. hat diesen Krieg nicht gewollt. Er wollte einen anderen Krieg, einen, der es ihm erlaubt hätte, Frankreich und Russland in zwei Monaten zu erledigen. Wir waren es, die diesen Krieg, so wie er ausgefochten wird, wollten, und wir werden ihn bis zum Sieg führen.“

Quelle Evgheni Tarle, Breve-Storia d'Europa (Bologna: Editori Riuniti, 1959 [1928]), S. 354

Da fällt mir auch grad der nächste Spruch ein. Der steht auf dem Grabstein des Kaisers: "Rühmet mich nicht, denn ich bedarf keines Ruhmes. Richtet mich nicht, denn ich werde gerichtet werden." Er hat dies ausdrücklich verlangt, den Spruch auf sein Grab zu schreiben. Und dumm, war der letzte Deutsche Kaiser sicher nicht, er wird gern so dargestellt, aber um den Kaiser zu verstehen hab ich einen guten Tip für alle hier. "Majestät brauchen Sonne" von Peter Schamoni, ein Film der jeden begeistern wird und auch die Wahrheit ein wenig ankratzt und deshalb auch bei youtube nicht ganz gesehen werden kann. Bei Weltkrieg.cc findet man diese Doku und es lohnt sich für jeden der sich mit dem Wilhelm II beschäftigt sich diesen Film anzusehen. In voller Länge 126 min. Leicht zu finden bei Weltkrieg.cc

Für alle die wissen wollen wie der erste Weltkrieg eingefädelt wurde, hab ich noch einen Tip. "Tragedy and Hope" Carroll Quigley (9. Nov. 1910* in Bosten gest. 3. Jan. 1977) war ein US-amerikanischer Historiker und Zivilisationstheoretiker. Nach dem Schulbesuch in Boston plante er zunächst eine Karriere als Biochemiker, bevor er sich der Geschichtswissenschaft zuwandte. An der Universität Harvard erwarb er Bachelor, Master und Ph.D. und lehrte zunächst in Harvard und Princeton. Er lehrte ab 1941 an der 'Edmund. A Walsh School of Foreign Service' der berühmten Georgetown University in Washington D.C. Sein bekanntester Schüler war der spätere amerikanische Präsident Bill Clinton, der ihn als einen der wichtigsten Professoren seiner Studienzeit bezeichnet. Quigley beschäftigte sich mit den Zusammenhängen von Finanzwelt und Politik. Dabei richtete er sein Augenmerk auch auf Eliten wie zum Beispiel Teilnehmer der Bilderberg-Konferenzen oder den Council on Foreign Relations. Sein Hauptwerk ist das Buch Tragedy and Hope, welches in Amerika ein Standardwerk zu dem Thema ist und wegen seines offenen Umgangs mit diesen Themen oft auch umstritten ist. Das Buch gibts gekürzt auch auf Deutsch: "Katastrophe und Hoffnung" http://amzn.to/kbFCaV So das wars, danke

Dankeschööön....die filme-tipps werde ich mir mal anschauen ;)

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Spät gelesen, aber: Blühender Unsinn!

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Noch später gelesen, aber: definitiv KEIN „blühender Unsinn“

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Er wollte damit sagen, dass andere Länder Schuld am Krieg sind und er sich selbst keine Vorwürfe zu machen braucht. Stimmt zwar so nicht, aber er wollte nicht als Kriegstreiber in die Geschichte eingehen und hat so versucht, sich vor seinem Volk, dem deutschen Volk und der Welt reinzuwaschen. Ein misslungener Versuch...

Näheres erfährst du, wenn du unter "Der erste Weltkrieg" googelst.

danke auch dir!

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