geschichte...beurteilen einer postkarte...

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bei solchen Postkarten geht es natürlich auch immer darum, die eigenen Bevölkerung bzw. die eigenen Soldaten zu motivieren.

In dem er sich so darstellt, als habe er den Krieg nicht gewollt, stellt er die Kriegsgegner natürlich automatisch als Angreifer da. Somit befindet sich Deutschland und die Deutschen in einer Verteidigungslage gegenüber dem bösen Aggressor. Menschen die glauben sich und die gerechte Sache vor den Bösen verteidigen zu müssen, sind natürlich immer kampfbereiter bzw. bereit mehr Leiden zu ertragen: Es geht ja schließlich um die gerechte Sache.

Der Postkartenspruch ist übrigens eine Abwandlung eines Satzes, den die Kaiserin ihrem Mann sagte, als er sich selbst schwere Vorwürfe machte. Sie versuchte ihn mit der Bemerkung zu beruhigen, dass vor Gott und der Geschichte kein Gewissen so rein sei wie das seine, der doch am meisten versucht habe den Krieg zu verhindern.

Übrigens sind sich Historiker weitgehend einig, dass Wilhelm II den Krieg wirklich nicht gewollt habe, er ihn aber durch seine erschreckenden Unfähigkeit und Unwissenheit entscheidend mitverursacht hat.

Er war halt weiss Gott nicht der Hellste und eine absolute Fehlbesetzung in der Funktion als Staatsoberhaupt.

Anders sieht es mit den anderen deutschen Eliten (z.B. Militärs,Politiker, Industrielle) dieser Zeit aus. Viel von diesen haben Deutschland wirklich gezielt in den Krieg hineingesteuert.

hat mir wirklich sehr weitergeholfen danke!!!!!

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@giselherr

Spät gelesen, aber:
Die Behauptung der "weitgehende Einigkeit" der Historiker, daß Willem Zwo keinen Krieg gewollt habe, ist eine steile These.

Siehe auch Fischer-Kontroverse und Diskussion des "Kriegsrats" von 1912.

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