Geschichte über den Zweiten Weltkrieg?

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7 Antworten

Ich war Soldat im 2. Weltkrieg. War Dez./Jan. 1942/1943 zuletzt im Urlaub in der Heimat. Ende 1947 kam ich aus englischer Gefangenschaft zurück. Vorher war ich 1 1/2 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Hier die Geschichte meiner Heimkehr.

Die letzten Tage im Gefangenenlager. Es kommen täglich neue Listen mit Namen ans schwarze Brett von Kriegsgefangenen, die entlassen werden. Endlich ist auch mein Name darauf. Ich frage mich, ob ich wohl Weihnachten daheim verbringen werde? Es wäre die erste Weihnacht nach 4 Jahren.

Es geht mit dem Zug an die Küste. Von dort nach Holland und weiter nach Munsterlager. Nach zwei Tagen habe ich meine Entlassungspapiere und werde zum Bahnhofnach Münster gebracht. Ich traue meinen Augen nicht. Auf dem Bahnsteig stehen 3 Reihen Menschen mit Rucksäcken, Koffern und Taschen. Es sind Hamsterer. Der Zug läuft ein. Er ist überfüllt. Menschen mit ebenso vielem Gepäck stehen auf den Trittbrettern und den Puffern zwischen den Wagen. Wie soll das weiter gehen? Es kommt eine Durchsage: Für die Heimkehrer sind 2 Wagen angehängt. So komme ich gut bis Hagen/Westfalen. Der Bahnhof ist mir vertraut.

Als ich aus dem Bahnhof trete, kenne ich nichts wieder. Sehe nur einen großen Trümmerhaufen. Nur die Straßen sind geräumt und die Straßenbahn fährt schon wieder. Als sie kommt, das gleiche Bild wie bei der Eisenbahn. Es hängen Menschentrauben an den Eingängen. Unmöglich mit meinem Seesack und meiner Tasche hinein zu kommen. Eine Frau ruft: Jetzt lasst doch erst einmal den Heimkehrer rein. So komme ich glücklich zu meinem Heimathaus.

Die Menschen haben sich verändert. Der Kampf ums Überleben hat sie geprägt. Meine Mutter empfängt mich überglücklich. Ihr Haar ist schneeweiß geworden. Aber ich habe es geschafft, noch rechtzeitig vor Weinachten 1947 heim zu kommen.

Ich hoffe, du kannst dir daraus vorstellen, wie es damals war.

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Kommentar von Sophienrose
16.05.2016, 16:33

Danke, dass du deine Geschichte erzählt hast. Es war sehr interessant es mal direkt von jemanden zu lesen (hab schon einige Dokus gesehen, aber so ist das was ganz anderes).

Auch wenn ich nicht der Fragesteller war, hat es mir was gebracht.

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Kommentar von Mastrodonato
16.05.2016, 20:40

Beeindruckend. 

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Da gibt es viel Möglichkeiten, z.B dass der Mann keine Heimat mehr hat weil Ostpreußen russisch wurde und die Menschen vertrieben wurden und er erst seine Familie suchen muss ,od in seiner Heimatstadt nur Ruinen vorfindet.

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Kommentar von Schlauerfuchs
16.05.2016, 14:49

Ich hörte mal eine Geschichte als Kind von einem Verwandten alten Okel.

Nach 1944 meinte dieser traute Hitler der Armee ( Wehrmacht ) wegen des Staufeberg Attentates nicht mehr.

So wurden ab Oktober 1944 Wehrpflichtige  auch ohne Parteibuch nur noch zu Waffen SS eingezogen, so auch er.

Da die Aleirten Hitlers " Elitkrieger " nicht leiden konnten mussten die SS Angehörigen länger im Kriegsgefangenschaft bleiben ,normale Soldaten wurden vorher entlassen , die hatten alle einem Entlassungszettel ,er besorgte sich eine leeren Zettel reihte sich in die Reihe ein ,der US Konroleur öffnete die Zettel nicht und legte sie nur auf dem Tisch so kam er mit den unbeschrifteten gefalteten Zettel frei.

War gewagt ,denn wäre er erwischt worden ,wäre er ggf .bestraft worden , erschossen ,inhaftiert. ....

Auch hatte er nochmal Glück denn SS Angehörige bekamen ihre Blutgruppe in den Oberarm tetowiert, da war er krank ,so war er äußerlich als solcher nicht zu erkennen.

So kamm er frei und heim zu seinem Eltern.

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Ich habe oft gehört, das die Männer damals tatsächlich nach Hause gelaufen sind(aus Russischer Gefangenschaft) Oder nur Teilstrecken mit einem Zug gefahren sind. Sie waren ausgehungert, schmutzig und teilweise auch krank. Oft wusste bis zu ihrem eintreffen niemand ob sie noch leben oder wo genau sie all die Jahre waren. Wenn man dann plötzlich seinen Mann oder Vater in der Tür stehen sieht, kannst du dir ja sicher denken, das die Gefühle Achterbahn fahren..

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Kommentar von ZockerDeluxe007
16.05.2016, 14:35

Danke, nach genau sowas hab ich gesucht. Wenn du mir noch sagst wie man die hilfreichste Antwort auswählt... :D

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Es gibt da auch sehr viele Bücher mit Geschichten von ehemaligen Soldaten. Sind auch so sehr lesenswert.

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Frag doch mal in Altersheimen nach. 

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Kommentar von ZockerDeluxe007
16.05.2016, 14:29

Bei uns ist keiner in der Nähe und meine Eltern würden mich dafür sicher nicht hinfahren (zu weit weg).

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Hier eine sehr interessante Geschichte, die ich vor ein paar Jahren ganz gelesen habe - ein Zeitzeuge erzählt seine Geschichte vom Reichsarbeitsdienst über sowjetische Gefangenschaft bis zur Rückkehr und der geringen (aber immerhinigen) Entschädigung in der BRD.

http://www.ausmeinerzeit.de/bilder/1%20-%20Inhaltsverzeichnis%20und%20Vorwort.pdf

Ansonsten gib in den google "zeitzeugen zweiter weltkrieg", das solltest Du noch mehr finden.

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