Geschichte - Absolutismus / Demokratie

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Thomas Hobbes hat seine politische Philosphie vor allem in seinem Werk „Leviathan“ dargelegt. Er beginnt bei den einzelnen Individuen. Er stellt eine egoistische Nutzenmaximierung als wesentlich dar. Selbsterhaltung und das Eigeninteresse spielen in seiner politischen Philosophie eine grundlegende Rolle. Natürliche Gesetz dienen diesen Zielen, weil damit Konflikte mit schädlichen Folgen vermeiden werden können. Der Möglichkeit nach hat er ein raubtierhaftes Wesen (Vergleich mit einem Wolf: homo homini lupus est). Menschen sind deswegen schon aus Misstrauen genötigt, sich so zu verhalten, als ob die anderen aggressiv und ungerecht wären. Das grundsätzliche natürliche Gesetz ist nach Thomas Hobbes, nichts sich selbst Schädigendes zu tun. Zur Überwindung des Kriegs aller gegen alle in einem fiktiven und abstrakten Naturzustand (auf der Ebene der Individuen; auf der Ebene der Staaten gibt es ihn nicht) werden 2 oberste natürliche Gesetze aufgestellt:

1) Frieden suchen und, wenn keiner kommt, nach anderen Mitteln der Selbsterhaltung suchen

2) auf das Recht auf alles verzichten, sofern dies auch die anderen tun, und so viele Freiheiten einräumen, wie sie haben wollen (um mit dem Abgeben von Rechten andere Vorteile zu bekommen).

Ein gedachter Vertrag besteht darin, einen Staat zu bilden, der über Furcht Außenstabilisierung bewirkt und einen Friedenszustand herstellt. Dies geschieht durch Unterwerfung. Denn bei Hobbes stellt sich mit Hilfe eines auf Interessen reduzierenden Ansatzes nur die Alternative, den Naturzustand zu verlassen und in den Gesellschaftszustand einzutreten oder dies nicht zu tun. Ist der Eintritt einmal erfolgt, gibt es keine Optionen (Wahlmöglichkeiten) mehr, sondern nur noch Gehorsam als Ermöglichungsbedingung der Nutzenmaximierung.

Geschichtlicher Hintergrund sind die konfessionellen Bürgerkriege im 16. und 17. Jahrhundert (Auseinandersetzungen zwischen religiösen Gruppen wie Katholiken und Protestanten, wobei Religion allerdings nicht das einzige Motiv war), die bei Thomas Hobbes zu einer Betonung der staatlichen Kontrollmacht gegen solche Konflikte führten.

Wichtig ist ihm ein Machtstaat als Souverän (welche Verfassung er hat, ist dabei nicht wichtig, er soll nur diese Aufgabe leisten). Dies ist für eine absolutistische Monarchie passend und sie kann damit begründet werden, aber dies ist nicht die einzige mögliche Staatsform.

Thomas Hobbes gründet also den Staat auf einen Gesellschaftsvertrag, der aber zugleich ein Herrschafts- und Unterwerfungsvertrag ist. Alle Macht liegt beim Souverän, es gibt keine Gewaltenteilung (Theoretiker der Gewaktenteilung waren John Locke und Montesqieu).

Alle 3 Denker gehören zur Aufklärung. Es gibt mehrere Einteilungsmöglichkeiten:

  • zeitlich: Hobbes schrieb im 17. Jahrhundert, Rousseau und Voltaire im 18. Jahrhundert.

  • Volkszugehörigkeit: Hobbes war Engländer, Rouseau und Voltaire Franzosen.

  • Veröffentlichungen zur politischen Theorie: Hobbes („Leviathan“; „Behemoth“; „De cive“/„Vom Bürger“) und Rousseau („Du Contrat Social ou Principes du Droit Politique“/“Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes“, „Discours sur l'origine et les fondements de l'inégalité parmi les hommes“/“Diskurs über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“) haben umfangreiche Werke auf dem Gebiet der politischen Philsophie vorgelegt, von Voltaire gibt es kein großes systematisches staatsphilosophisches Werk, sondern nur einzelne Äußerungen.

  • Bedeutung von Freiheit und Gleichheit: bei Hobbes gibt es keine vom Souverän unabhängigen Menschenrechte mit Freiheiten (außer einem Recht auf Selbsterhaltung) und keine politische Gleichheit, während Rousseau stark Freiheit und Gleichheit fordert und auch Voltaire für Freiheiten und Rechtsgleichheit eintritt (bei aller Distanz zu schärmerischer Verherrlichung einer ursprünglichen, nicht von Zivilisation verdorbenen Menschennatur durch Rousseau)

  • politische Einstellung zur Demokratie/bevorzugte Verfassung: nur Rousseau war ein Befürworter der Demokratie (allerdings gibt bei ihm nur einen allgemeinen Willen [volonté générale], der nicht die Summe der Einzelinteressen ist, sondern der von allen ausgehende auf das Allgemeinwohl zielende Wille als einzig richtige, ohne im Wettbewerb stehende unterschiedliche, aber grundsätzlich geichermaßen berechtigte Meinungen und Interessen), Hobbes trat für einen mächtigen Souverän ein, der inneren Frieden garantiert und sein Gewaltmonopol durchsetzt, Voltaire war Anhänger einer aufgeklärten Monarchie.

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Im ersten Absatz ist bei der Bemerkung in Klammern gemeint: auf der Ebene der Staaten gibt es bei Hobbes keine Überwindung das Naturzustandes.

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