Geschichte- römische Republik

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2 Antworten

Ein bestimmtes einzelnes Datum für den Beginn der Verfassung insgesamt gibt es im Grunde nicht. Die Verfassung der römischen Republik ist eine gewachsene Verfassung gewesen. Sie ist also nicht auf einmal innerhalb kurzer Zeit als Gesamtheit von Regeln für die politische Ordnung verabschiedet und in Kraft gesetzt worden, sondern hat sich allmählich im Verlauf einer längeren Zeit entwickelt. Die Verfassung der römischen Republik ist außerdem zu großen Teilen eine ungeschriebene Verfassung gewesen. Es gab Bestimmungen, die schriftliche festgehalten wurden, und im Lauf der Zeit ist dabei allmählich mehr ausdrücklich genau festgelegt worden. Zum Teil bestand die Verfassung aber aus Grundsätzen, die aus anerkannter Gewohnheit hervorgingen, dem Brauch/der Sitte der Vorfahren (mos maiorum).

Der Staat, für den diese Verfassung galt, war die römische Republik (res publica Romana). Die Bezeichnung res publica heißt „öffentliche Sache“ und kann sowohl als „Staat“s auch als Republik verstanden werden.

Der Beginn der römischen Republik ist nach antiker römischer Tradition 510/509 v. Chr. gewesen, dieses Jahr ist aber anscheinend von Späteren angegeben worden, um eine Zeitgleichheit des Endes der Königszeit in Rom mit dem Ende der Tyrannis in Athen herzustellen. In der Geschichtswissenschaft wird eher ein Beginn irgendwann im Zeitraum 500 – 470 v. Chr. angenommen.

Bei Beginn der römischen Republik wurden einige Verfassungsgrundsätze aufgestellt, vor allem eine Wahl von Oberbeamten für 1 Jahr (nach der antiken römischen Tradition 2 Konsuln). Nach Darstellung der römischen Geschichtschreibung sind Vorschläge vom zusammengerufenen Volk (den römischen Bürgern) angenommen worden. Die Oberhäupter der patrizischen Familien waren wohl auschlaggebend.

Die Verfassung ist im Lauf der Zeit ergänzt und abgewandelt worden, es hat Anpassungen und Veränderungen gegeben.

Zuerst hatten ausschließlich Patrizier für sich politische Führungspositionen und die Vertretung des Volkes gegenüber Gottheiten in Anspruch genommen. Im Ständekampf zwischen Patriziern und Plebejern haben Gesetze den Plebejern, dem einfachen Volk (Plebs) ohne Abstammung aus altem Adel, schrittweise mehr Rechte eingeräumt. So konnten durch die Leges Liciniae Sextiae 367/6 v. Chr. Plebejer Konsul werden (formalrechtliche Wählbarkeit), die Lex Ogulnia brachte für Plebejer den Zugang zu fast allen Priesterämtern und durch die Lex Hortensia 287 v. Chr. wurden Beschlüsse der Plebs (plebiscita) als für das römische Gesamtvolk (populus) verbindlich erklärt. Mit dem Ende der Ständekämpfe bildete sich als neue politische Führungsschicht die Nobilität heraus, aus Patriziern und einigen reichen und mächtigen Plebejern.

Die Verfassung der römischen Republik ist nicht für ungültig erklärt worden, aber Rom wurde tatsächlich von einer Republik zu einer Monarchie. Gaius Iulius Caesar erreichte durch seinen Sieg im Bürgerkrieg die Alleinherrschaft, wurde 46 v. Chr. Diktator und 44 v. Chr. Diktator auf Lebenszeit. Mit seiner Ermordung wurde eine Wiedererrichtung der Republik beabsichtigt. Bald kam es allerdings wieder zu Bürgerkriegskämpfen und schließlich erreichte Octavian, Caesars Großneffe und testamentarischer Adoptivsohn, die Alleinherrschaft (31 v. Chr. entscheidender Sieg in der Seeschlacht bei Actium). Octavian hat im Januar 27 v. Chr. formal auf seine Ausnahmegewalt verzichtet und offiziell den Staat aus seiner Amtsgewalt/Machtbefugnis wieder der Ermessensfreiheit von Senat und Volk von Rom (senatus populusque Romanus) übertragen (vgl. Res Gestae Divi Augusti 34) und den Ehrentitel Augustus erhalten. Die Wiederherstellung der Republik (restitutio rei publicae) war tatsächlich ihre Umwandlung in eine Monarchie, aber in einer auf die Tradition eine gewisse Rücksicht nehmende Weise. Augustus ist Begründer der neuen Herrschaftsordnung des Prinzipat (lateinisch: princeps = Erster) gewesen.

Tatsächlich hatte also die römische Republik fast 500 Jahre Bestand. Nach ihr kam die römische Kaiserzeit.

Albrecht 08.11.2014, 01:25

Bücher mit ausführlichen Informationen:

Jochen Bleicken, Die Verfassung der römischen Republik : Grundlagen und Entwicklung. 8. Auflage. Unveränderter Nachdruck der 7., völlig überarbeiteten und erweiterten Auflage. Paderborn ; München ; Wien ; Zürich : Schöningh. 8. Auflage, 2008 (UTB für Wissenschaft: Uni-Taschenbücher, 460). ISBN 978-3-506-99405

Jochen Bleicken, Geschichte der römischen Republik. 6. Auflage. München : Oldenbourg, 2004 (Oldenbourg-Grundriss der Geschichte ; Band 2). ISBN 978-3-486-49666-6

Klaus Bringmann, Geschichte der römischen Republik : von den Anfängen bis Augustus. 2., durchgesehene Auflage. München : Beck, 2010 (Beck's historische Bibliothek). ISBN 978-3-406-60859-9

Martin Jehne, Die Römische Republik : von der Gründung bis Caesar. Originalausgabe, 3., durchgesehene Auflage. München : Beck, 2013 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2362). ISBN 978-3-406-50862-2

Ingemar König, Die Römische Republik. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Stuttgart : Reclam, 2012 (Reclams Universal-Bibliothek ; Nr. 18950 : Reclam-Sachbuch). ISBN 978-3-15-018950-4

Ingemar König, Der römische Staat : ein Handbuch. Stuttgart : Reclam, 2009 (Reclams Universal-Bibliothek ; Nr. 18688). ISBN 978-3-15-018668-8

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Fällt mir spontan nichts ein, aber suche doch mal nach berühmten Imperatoren, ich glaube das die Verfassung auch mal überarbeitet wurde, Rom bestand ja nicht nur 20 Jahre. Also Julius Cäsar, Cicero. Pontius Pilatus, Plinius (d.Ältere u.d. Jüngere) und Tacitus würde wahrscheinlich nicht viel Sinn ergeben.

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