Geschichte. Perserreich und Sparta?

2 Antworten

Für eine Darstellung des Verhältnisses ist es nützlich, den Zeitraum, um den es geht, anzugeben.

Persien war das letzte und größte der altorientalischen Großreiche. König Dareios I. aus der Familie der Achaimeniden wollte den Machtbereich ausweiten. Gegen Sparta kam es in der Perserkriegen zum Kampf.

Sparta (eigentlich der Name einer Stadt des Staates Lakedaimon, aber eine gängige Bezeichnung; Spartiaten werden seine Vollbürger genannt) war eine führende Macht in Griechenland. Es betrachtet das griechische Mutterland (anders als Kleinasien und die Ägäis) damals als seinen Einflussbereich (die Halbinsel Peloponnes war dabei der der ihm besonders wichtige Kernbereich).

Sparta hatte sich weder mit den Skythen gegen Persien verbündet noch den ionischen Aufstand (griechische Städte in Kleinasien versuchten 500 – 494 v. Chr., von der persischen Herrschaft unabhängig zu werden) unterstützt (eine Bitte um Hilfe, die Aristagoras von Milet vortrug, stieß auf Ablehnung).

Nach antiker Überlieferung hat Dareios I. nach seinem Sieg auch von Sparta Wasser und Brot als Symbol der Unterwerfung verlangt, was König Kleomenes I. verärgert ablehnte. Ein Vorstoß einer persischen Flotte über die Ägäis bis ins griechische Mutterland (490 v. Chr. siegten die Athener in der Schlacht von Marathon über die Perser, wobei die um Hilfe gebetenen Spartaner zu spät ankamen, um noch einzugreifen). Persien, dessen Einflussbereich Sparta respektiert hatte, war in dessen Einflussbereich eingedrungen. Der Perserkönig Xerxes I. bereitete einen großen Heereszug zur Eroberung Griechenlands vor. Für Sparta, dessen Vollbürger auf ein Leben als Krieger ausgerichtet waren, widersprach eine Unterwerfung völlig dem Selbstverständnis. Auch andere griechische Staaten wollten frei und unabhängig nach eigenen Gesetzen leben. Die zur Behauptung ihrer Selbstbestimmung entschlossenen und abwehrwilligen Griechen schlossen sich zu einem Bündnis (Hellenenbund) unter Führung Spartas zusammen. 480 v. Chr. starb der spartanische König Leonidas in der Schlacht bei den Thermopylen nach hartnäckiger Verteidigung (in der Darstellung des Geschichtschreiber Herodot gibt es Gespräche des ehemaligen spartanischen Königs Demaratos, der nach einem gescheiterten Feldzug wegen angeblich illegitimer Geburt aus Sparta verbannt worden und nach Persien gegangen war, mit König Xerxes I., in dem er die spartanische Verteidigungsbereitschaft auch In Todesgefahr voraussagt). Die Griechen siegten in der Seeschlacht von Salamis. 479 v. Chr. siegten die Griechen in der Schlacht bei Plataiai unter der Führung des spartanischen Königs Pausanias und in der Seeschlacht bei Mykale (der spartanische König Leotychidas II. war Oberbefehlshaber, die meisten Schiffe stellten allerdings die Athener). Die Spartaner zogen sich nach den großen Erfolgen und der gelungen Abwehr bald aus den weiteren Kämpfen zurück, bei denen Athen die Führung der Griechen übernahm.

Persien griff in den Peloponnesischen Krieg ein, als Athen geschwächt war. 412/411 v. Chr. kam es zu Übereinkünften zwischen Sparta und Persien, durch Tissaphernes, den Satrapen [Statthalter] von Lydien vermittelt (wobei Alibiades, der sich an dessen Hof befand, auch eine Rolle spielte und später riet, möglichst keine Seite klar die Oberhand gewinnen zu lassen). Sparta anerkannte die persische Oberherrschaft über die griechischen Städte in Kleinasien und erhielt in einem Bündnis finanzielle Hilfe für den Krieg. Der spartanische Befehlshaber Lysandros besiegte schließlich Athen (404 v. Chr.).

In der Folgezeit kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Sparta und Persien (399 – 394 v. Chr.). Der persische Prinz Kyros hatte bei einem gescheiterten Umsturzversuch (401 v. Chr.) gegen seinen älteren Bruder, König Artaxerxes II., schon ein wenig spartanische Hilfe erhalten. Griechische Städte in der Ägäis und Kleinasien suchten Schutz und Unterstützung bei Sparta, das seine errungene Vorherrschaft in Griechenland behaupten und ausbauen wollte. Der spartanische König Agesilaos II. drang auf einem Feldzug bis nach Sardeis vor. Doch er trat den Rückzug an, weil in Griechenland Argos, Korinth, Theben und Athen gegen Sparta kämpften (Korinthischer Krieg 395 – 387 v. Chr.). Persien unterstützte die griechischen Gegner Spartas mit Geld. Die Kämpfe wurden mit dem „Königsfrieden“ (vom spartanischen Befehlshaber Antalkidas eingeleitet) 387/396 v. Chr. beendet. Das Perserreich unter Artaxerxes II. trat dabei als Schutzmacht der Friedensbedingungen auf. Sparta, das in Griechenland seine Stellung behaupten konnte, überließ die griechischen Städte im Kleinasien Persien.

Bücher enthalten Informationen zum Thema, z. B.:

Wolfgang Schuller, Griechische Geschichte- 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. München : Oldenbourg, 2002 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte ; Band 1), S. 30 – 31, S. 40 und S. 47

Ernst Baltrusch, Sparta : Geschichte, Gesellschaft, Kultur. Original-Ausgabe, 2., überarbeitete Auflage. München : Beck, 2003 (Beck'sche Reihe ; 2083 : C. H. Beck Wissen), S. 45 – 62 und S. 102 – 110

Karl-Wilhelm Welwei, Sparta : Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht. 2., durchgesehene Auflage. Stuttgart : Klett-Cotta, 2007, S. 102 - 292

Josef Wiesehöfer. Das frühe Persien : Geschichte eines antiken Weltreichs. Original-Ausgabe, 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. München : Beck, 2006 (Beck'sche Reihe ; 2107 : C.-H.-Beck-Wissen), 30 – 37

Hi, es gab im Grunde nur 2 größere Militärmächte gegen die Expansion der Perser: Athen (Seemacht) und Sparta (Lacedemonien) als Landmacht. Gruß Osmond file:///C:/Dokumente%20und%20Einstellungen/herbert/Lokale%20Einstellungen/Temporary%20Internet%20Files/Content.IE5/7VJR0OFV/DIE_PERSERKRIEGE%5B1%5D.ppt#258,2,DIE PERSERKRIEGE

warum waren das Perserreich und Sparta denn überhaupt befeindet?

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@osmond

nicht iran sondern irak/iran/kleinteile Afghanistan!!!

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@LDNB1

Hi, lgO: http://de.wikipedia.org/wiki/Perserreich Zitat:ls Perserreich wird das antike Großreich der Perser bezeichnet, das zeitweise von Thrakien bis nach Nordwestindien und Ägypten reichte und dessen Zentrum im heutigen Iran lag. Es bestand in unterschiedlicher Ausdehnung von etwa 550 bis 330 v. Chr. (Achämenidenreich) und von ca. 224 bis 651 n. Chr. (Neupersisches Reich der Sassaniden).

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