Geschäft gründen: Anfangen mit kleinen Erfolgen (Gewinne)?

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7 Antworten

Was Du da gerechnet hast, ist der Rohgewinn bezogen auf "Deinen Marktanteil". Der Rohgewinn sind eben die 10 Euro. Es kommt jetzt sehr auf die anderen Umstände an, ob man dieses so machen würde.

Entstehen keine weitere Kosten, dann ist das eine Sache. Hab ich aber noch Garantie gegenüber meinen Kunden zu leisten? Dann würde ich jedenfalls weglaufen.

Am Anfang stellt sich bei vielen Gründungen die Ertragslage nicht rosig dar. Hintergrund ist, dass man in der ersten Zeit nicht für die Absatzmenge optimal investieren kann. Dabei stellen die richtigen Investitionen viele Aufgaben.

Ist es vielleicht bei kleinen Herstellungsmengen ratsam etwas von Hand zu machen, kann das bei etwas größeren Mengen das kaufmännische Aus bedeuten.

Unter Umständen kann man die Investitionen auch nicht in der Größenordnung bringen, wo das Unternehmen landen muss. Weil damit die Fixkosten zu hoch werden und der Rohgewinn eben mehr als aufgefressen wird.

Allerdings kann es auch anders sein - wie immer eigentlich. Dieser Rohgewinn reicht natürlich eigentlich für gar nichts. Wenn ich aber meine Fixkosten pro Stück sinken lassen kann und ich damit ein Produkt habe, dass zu meinen anderen Angeboten passt, dann werde ich dieses tun. Solange der Warendurchsatz schnell genug ist. Denn wenn ich für den Verkauf von 40 Teilen im Jahr 50 kaufen muss und die verbleibenden erst im nächsten Jahr verkaufen kann, dann ist die Frage der Kapitalbindung wohl eher negativ.

Dazu kommen noch weitere Risiken. Technisch kommen bessere Lösungen auf den Markt. Bei der Lagerung passiert etwas und Teile werden beschädigt (Stichwort: Risiko des zufälligen Untergangs). Die Ware kann durch längere Lagerung wirklich unansehnlich werden oder tatsächlich leiden.

Klartext: Für eine unternehmerische Entscheidung reichen die Daten und die Annahmen noch lange nicht aus.

Anfangsgewinn oder Anlaufverlust ist auch so eine Sache. Viele meinen, dass da ein Verlust stehen muss. Wie so ein Gesetz. Das stimmt aber nicht. Man kann häufig ohne Anlaufverlust wirtschaften. Es geht dann sogar so weit, dass den Leuten, die Gewinn machen eingeredet wird, sie hätten Verlust zu machen. Begründung: Sonst holt sich alles das Finanzamt.

Der Eindruck entsteht dann, wenn man drei Jahre keine Steuererklärungen einreicht und dann auf einmal für drei Jahre die Steuern zu zahlen sind. Was ganz häufig der Fall ist. Trotzdem stimmt natürlich die Begründung überhaupt nicht.

Wenn Deine Frage einen realen Hintergrund hat und Du hier die Frage stellst, ob Du das machen sollst oder nicht. Dann lautet meine Antwort: Wenn Du in dem Bereich sicher in näherer Zukunft was machen willst, dann kann man drüber nachdenken.

Allerdings kann ein kleiner Fehler den vollständigen Gewinn kosten. Wenn Du also in ganz naher Zukunft ohnehin so etwas machen willst und keine öffentliche Förderung in Anspruch nehmen willst (auch das sollte man aber genau prüfen), dann ziehe die Planungen vor. Hast Du für eine seriöse Planung entweder keine Zeit oder kein Geld, dann vergiss es.

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Bei einer Geschäftsgründung musst Du Dir erst einmal einen Businessplan erstellen und darfst nicht einfach von Ein- und Verkaufspreisen ausgehen.

https://www.impulse.de/gruendung/was-grunder-bei-der-preiskalkulation-beachten-mussen/2003694.html

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Kommentar von Georg63
30.11.2015, 00:51

Erstmal braucht man eine Geschäftsidee. Dafür sind solche grundlegenden kalkulatorischen Überlegungen sehr wichtig.

Wenn die Idee nach einigen Testberechnungen und weiteren Überlegungen erfolgversprechend erscheind, fängt man an, den Businessplan zu erarbeiten.

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Das ist völlig unterschiedlich.

Willst du einen Bäckerladen eröffnen, musst du ermitteln, ob du am gewünschten Standort mit dem geplanten Laden genug Brötchen verkaufen kannst, um deine Kosten und genug Gewinn zu erwirtschaften. Schau dich um, wieviele Läden es gibt, die mit kleinen Stückpreisen und großen Mengen gutes Geld verdienen.

Wenn du Maschinenbauingenieur bist und sehr gute Kontakte zu Herstellern und potentiellen Kunden hast, kannst du mit dem Verkauf von 2 Maschinen dein Jahreseinkommen realisieren.

Wenn du eine App erfindest und für 2 Euro verkaufst, brauchst du 100 Käufer pro Tag und ca. 30.000 pro Jahr.

Ich verkaufe ein Programm, welches etwas teurer ist, so dass mir ein Verkauf im Monat reicht.

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Viele erfolgreiche Unternehmen fangen klein an. Mach den An- und Verkauf zunächst nebenberuflich. Wenn das richtig gut läuft und du davon auf Dauer leben kannst, kannst du sie Sache zu deinem Haupterwerb machen. Spätenstens dann wäre ein Businessplan ratsam, Existenzgründerseminar usw. Unterschätze nicht, was mit einem Unternehmen für eine Bürokratie verbunden ist, insbesondere Finamzamt und wenn du Personal hast, die Sozialversicherungsträger, Berufsgenossenschaft, Statistisches Landesamt. Alle kommen dann aus den Büschen und wollen etwas von dir.

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Wenn du tausende davon einfach verkaufen kannst, kann es sich lohnen. Verkaufst du jedoch nur 100 oder 200 im Monat wäre das natürlich Unsinn. Du musst berücksichtigen, dass du von der Gewinnspanne ja auch noch einiges bezahlen musst. Steuern. Versicherungen. Löhne. Mieten. Strom. Gas. Wasser. Transport. Dich selbst. Etcetcetc

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Die meisten Unternehmen machen erst nach 2 Jahren +, hat das Finanzamt auch im Grunde nix dagegen.
Für eine Gründung in Deutschland (gehen wir mal davon aus) musst du allerdings auch erstmal mindestens 1.000€ auf den Tisch legen alleine für einen Notar dann noch das Kapital (in Deutschland schon ab 1€ möglich).
Du kannst mit der Gewinnspanne schon ein Unternehmen gründen, nur du weißt das Buchhaltung e.t.c. nen extremer Aufwand sind.
Online oder in einem Laden?

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Kommentar von derbas
29.11.2015, 21:54

Das mit den 1000 Euro ist Quatsch. Ein Gewerbeschein kostet etwa 20 Euro und Zack - ist das Unternehmen gegründet. Steht ja nirgendwo dass es ne GmbH oder Ltd sein muss. Die meisten Kleinunternehmer fangen doch erst mal als Einzelfirma oder GbR an, da brauchste nicht zwangsläufig nen Notar.

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Bevor Du ein Gewerbeanmeldest solltest Du einen Businessplan erstellen. Anhanddes Planssolltest Du sehen, ob deine Geschäftsidee tragfähig ist und Du damitausreichendeGewinneerzielt.

Idealerweiseläßt Du dich vorab einmal beraten. kostenlose Ertberatungen gibt esbei der IHK, wirtschaftsförderung oder Beraterstudio ´s.

Viel Glück

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