Gesättigte Lösung und Zugabe eines leicht löslichen Stoffes

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Wenn Du einegesättigte Lösung von NaCl hast und dazu NH₄NO₃ (ein sehr leicht löliches Salz) zugibst, dann löst es sich auf, und das NaCl bleibt in Lösung. In erster Näherung stören einander die beiden nicht, sie sind unabhängig voneinander löslich.

Auch NH₄Cl ist leicht löslich. Wenn Du aber zu einer gesättigten NaCl-Lösung NH₄Cl zufügst, dann wird das NaCl teilwise ausfallen und sich NH₄Cl lösen. Das liegt daran, daß die beiden Salze ein Ion gemeinsam haben und dahr nicht unabhängig voneinander löslich sind.

Bin zwar nicht mehr ganz firm in diesen Dingen, aber ich denke: IM PRINZIP hast Du recht.
Ein neuer Stoff beanspruchtz einen Teil des Lösungsmittels für sich, so dass Teile des anderen Stoffs ausfallen.
ABER: es gibt viele Ausnahmen bzw Spezialfälle:
Handelt es sich um Ionen, fällt die schwerstlösliche Ionenverbindung aus:
Na2SO4 gesättigt + MgCl2 (noch leichter löslich als NaSulfat) => Ausfallen von NaCl (glaube ich) Auf diesem Prinzip beruht der sog. Trennungsgang, wo sehr schwer lösliche Niederschläge erzeugt und abgetrennt werden.

Hast Du eine alkoholische Lösung von Salicylsäure, kann die Zugabe von polarerem Zucker die Löslichkeit vllt sogar erhöhen (weiß nicht, ob das am Beispiel stimmt)
Auf alle Fälle aber wird Glycol als zu lösender Stoff einerseits die Löslichkeit (vielleicht ein wenig) vermindern, aber die Gesamtmenge des als Lösungmittel fungierenden Gemisches so erhöhen, dass mehr von der organischen Säure aufgenommen werden kann.

Und wenn sich Komplexe bilden können (mäßig schwerlösliches CaSO4 in Wasser) kann leichter lösliches Na3Citrat zur Bildung von löslichem Ca-Citrat +leicht löslichem Na-Sulfat führen, ebenso wie Al(OH)3-Niederschläge von NaF vollständig aufgelöst wird unter Bildung von NaAlF4 (oder wars Na3AlF6 ? - Koordinationszahl vergessen, aber das Prinzip stimmt)

in den meisten Naturwissenschaften kommt es darauf an, die Tendenzen zu erkennen.
Die sind oft gegenläufig und man kann oft schwer entscheiden, was überwiegen könnte: Dazu muss man dann messen bzw Masszahlen kennen, von denen viele in Tabellen zusammengefasst sind, deren Wirkpotential aber meist nur mit komplizierten Rechnungen genauer bestimmt werden kann.

Der Naturwissenschaftler weiß -wie Sokrates-, dass er nichts weiß, solange er nicht auf Messungen (selten eigene, meist fremde) zugreifen kann.

Diesen Zugriff aber zu systematisieren, das ist die Kunst, die bei einer vertieften Ausbildung vermittelt wird!
(neben der Fähigkeit, möglichst viele Tendenzen zu kennen und zu erkrennen)

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Der schwerer lösliche Stoff wird zum Teil ausfallen. Die Berechnung, welche Ionen der beiden Salze (?) in welchen Mengen in Lösung bleiben, ist nicht trivial und allgemein zu beantworten.

Vielen dank für deine Antwort! Es geht bsplw. um ein Zucker-Salz-Gemisch, dieses wird so in Wasser gelöst dass eine gesättigte Lösung entsteht und schließlich weiteres Salz hinzugegeben.

Ein weiteres interessantes Beispiel für mich wäre eine Mischung aus z.B. Zucker und irgendeinem schwerlöslichen anderen Stoff, würde dieser ausfallen wenn mehr Zucker hinzugefügt wird?

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@rollerpen

Es gibt nicht so etwas wie eine „gesättigte Lösung eines Zucker–Salz-Gemisches“. Je nach Mischungsverhältnis ist irgendwann das Maximum für eine der beiden Komponenten erreicht, und die andere löst sich immer noch.

Die beiden dürften einander negativ beeinflussen: In einer gesättigten Salz­lösung löst sich weniger Zucker als in reinem Wasser (und umgekehrt). Allerdings solltest Du dabei be­rück­sichtigen, daß das mit der „gesättigten Zuckerlösung nicht ganz so einfach ist, vgl. Sirup.

Der Grund für die negative Wechselwirkung liegt in diesem Fall darin, daß Zuckerlösung eine negativere Dieliktizitätskonstante als Wasser hat und Salz daher schllechter löst; übrigens auch deutlich schlechter solvatisiert, weil die Wasser-Aktivität herab­gesetzt wird. Umgekehrt gilt es genau umgekehrt. Der Effekt dürfte aber nicht so groß sein wie im Fall der beiden chlorid­haltigen Salze, die einander in der Löslichkeit drastisch herabsetzen.

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crammer

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