Germanistik-Studium: Bibelpassagen als Grundlage für literarische Texte?

7 Antworten

Nimm doch das Rundblatt von Büchner:

http://de.m.wikipedia.org/wiki/Der_Hessische_Landbote

Es ist, literarisch gesehen, besonders wertvoll, da sich hier die Verknüpfungen von spätromantischem Stil und revolutionärer Stimmung des 19. Jhs. hervortun.

Der Bezug zur Schöpfungsgeschichte (1. Mose) ist ganz klar gegeben. Lies dich hinein, und du wirst Stellen von geradezu eschatologischem Charakter finden.

Das so zu sehen und zu betrachten, ist vielleicht lustig und iterarisch erwähnens wert, geht aber "erheblich" an der immer noch fort-bestehenden, politischen und gesellschaftskritischen Aussage des "Landboten" erheblich vorbei, man könnte fast meinen, "Sie" haben ihn nicht richtig gelesen und verstanden?

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@Saragoza
"Sie" haben ihn nicht richtig gelesen und verstanden?

Welchen Sinn hat diese Behauptung?

Ich habe Büchner diesen Freitag gelesen und in der Gruppe sorgfältig analysiert.

Was wollen Sie mit ihren Urteilen?

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''Füße im Feuer'' der letzte Satz ist an 5. Mose 32,35 angelehnt. Es geht da um den Boten eines Königs, der die Hugenotten verfolgen ließ. Der findet Unterschlupf für eine Nacht bei einem Mann, dessen Frau er umbringen ließ. Der Bote bekommt panische Angst und das Bild der Verfolgung flammt die ganze Zeit wieder in seiner Erinnerung auf: ''Die Flamme zischt, zwei Füße zucken in der Glut''. Er schließt die Tür genau ab, jedoch steht am nächsten Tag der Hausherr an seinem Bett, der über einen Geheimgang in das Zimmer gekommen ist. Die Botschaft ist klar: ''wenn ich es gewollt hätte, hätte ich dich umbringen können!'' Dennoch hat er es nicht getan. Dennoch ist das Gedicht nicht ganz einfach zu verstehen. Du musst bedenken, dass immer wieder die Erinnerung des Boten aufflackert.

Das Buch ''Hiob'' von Joseph Roth ist an ''Hiob'' in der Bibel angelehnt (Mendel muss viel erleiden).

Grüße

RKATHOLIK

Schillers Räuber neben einzelnen Anspielungen hat das Stück als ganzes auch Bezüge zur Geschichte vom verlorenen Sohn

Brecht: kaukasischer Kreidekreis - Salomos Urteil

Jochen Klepper: Der Vater - jedes Kapitel mit einem Bibelvers überschrieben, und der "fromme" König hat sich auch viel mit der Bibel auseinandergesetzt, manche Verse werden direkt im Text genannt.

Karl May - z.B. Weihnacht im Wilden Westen

Bei Paul Keller kannst du auch fündig werden, der hat sich auch öfter positiv oder negativ auf die Bibel bezogen

Das fiel mir jetzt spontan ein - Einiges haben andere hier schon genannt, das wiederhole ich nicht.

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