Genug Arbeit,Chef schickt mich in den feierabend,minusstunden?

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1 Antwort

Zu dieser Fragestellung gibt es ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz.

Der Arbeitgeber darf nicht eigenmächtig die Arbeitszeit und den Lohn seines Mitarbeiters reduzieren. In so einem Fall ist der Kernbereich des Arbeitsverhältnisses betroffen, die muss einvernehmlich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt werden.

Wenn der Arbeitgeber dies erzwingen wollte müsste er eine Änderungskündigung aussprechen.

Prüfen Sie unbedingt ob es eine Regelung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit per Betriebsvereinbarung oder per anwendbarem Tarifvertrag gibt, denn dann darf der Arbeitgeber gemäß der vereinbarten Regelung die Arbeitszeit verändern.

Hier noch ein guter Link.

http://www.rechtsanwaltdrpalm.de/weisungsrecht.htm

Peter Kleinsorge

Pirelli83 17.02.2010, 10:32

Hallo Herr Kleinsorge , zunächst einmal dankeschön für ihre Antwort. Mir ist es im Prinzip ja egal,wann ich feierabend mache,aber ich kann mir nicht vorstellen,das ich dann dafür gerade stehen soll und er mir dann,wenn ich den Betrieb verlasse,die sogenannten Minusstunden mit meinem Gehalt verrechnet,denn 1 stunde pro Tag,über ein jahr verteilt wäre einiges was er mir abziehen würde.Er ist halt felsenfest davon überzeugt,daß es Minusstunden sind. Ich wills erst garnicht soweit kommen lassen,mein Geld einzuklagen.Habe ich mich falsch verhalten,indem ich seinen Weisungen folge geleistet habe??? Ich habe entgegen seiner Einstellung dafür immer das volle Gehalt bezahlt bekommen.

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Kleinsorge 18.02.2010, 18:45
@Pirelli83

Wenn Sie den Anweisungen des Chefs folgen, haben Sie sich nicht falsch verhalten!

Sie haben dem Chef lediglich signalisiert dass Sie mit seinen Anweisungen einverstanden sind.

Für die Bezahlung bzw. die Berechnung der Arbeitszeit gilt folgendes:

  1. Die Zeiten werden als Minusstunden gerechnet, dafür haben Sie Anspruch auf die volle Bezahlung. Die Minusstunden müssen Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgleichen.

  2. Es werden keine Minusstunden berechnet, die weniger gearbeitete Zeit wird von Ihrem Gehalt abgezogen.

Peter Kleinsorge

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Pirelli83 18.02.2010, 19:14
@Kleinsorge

Okay.Muss aber zugeben dass ich jetzt etwas verwirrt bin.Ist er nun teilweise im Recht,weil ich seinen weisungen folge geleistet habe? Ich meine,einverstanden war ich damit nie,aber er sitzt am längeren Hebel. Ich blicke nicht durch.

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Kleinsorge 18.02.2010, 20:33
@Pirelli83

Ihr Chefs braucht, wenn keine Regelung zur Flexibilisierung der Arbeitszeit existiert, Ihr Einverständnis.

Sie haben Ihrem Chef nicht widersprochen, ihr Chef geht davon aus dass Sie mit der angewiesenen Kürzung der Arbeitszeit einverstanden sind. Sie haben ihm sozusagen stillschweigend Ihr Einverständnis gegeben.

Wenn beide Seiten mit einer Änderung der Arbeitszeit einverstanden sind, ist diese rechtmäßig.

Es geht nicht darum dass Ihr Chef am längeren Hebel sitzt, sondern dass Sie sich der Anweisung kommentarlos gefügt haben.

Wenn Sie einen Anspruch ableiten oder Ihr Recht einfordern wollen, müssen Sie aktiv dafür eintreten.

Peter Kleinsorge

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Pirelli83 18.02.2010, 20:47
@Kleinsorge

alles klar,jetzt verstehe ich Sie richtig.Nun,einverstanden war ich damit nie, ganz am anfang sagte ich ihm,das es zu seinen Lasten geht wenn er mich heimschickt,und dass ich die Minusstunden als solche nicht anerkenne.darauf hin hat er mir gedroht,das meine einstellung nicht dem persönlichem verhältnis zwischen seiner und meiner Person dienen würde und daß er daraus konsequenzen ziehen würde.Also,ich habe in meinen Augen nicht stillschweigend mein O.K gegeben,aber geändert hat es an seinem handeln nichts.

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