[Gender] Modernes Deutschland, DB muss Schmerzensgeld wegen falscher Anrede bezahlen, was denkt ihr?

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Das Ergebnis basiert auf 123 Abstimmungen

Endlich werden nichtbinäre Menschen berücksichtig, richtig so 69%
Diese Debatte sehe ich kritisch 31%

17 Antworten

Das Urteil entspricht dem deutschen Recht. Die Deutsche Bahn hat es verabsäumt (bzw es war ihr egal), ihr System zu ändern:

... , z. B. bei Vertragsabschlüssen oder Online-Einkäufen.
Oft gibt es hier nur die Möglichkeit zwischen Mann/Frau bzw. Herr/Frau zu wählen.
Ist diese Angabe eine Voraussetzung für das Zustandekommen des Vertrages und eine „diverse“ Kategorie fehlt, kann das einen Verstoß gegen das AGG darstellen.
In den meisten Fällen könnte aber grundsätzlich auf die Angabe eines Geschlechts bzw. einer Anrede verzichtet werden.

https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-diskriminierung/lebensbereiche/arbeitsleben/dritte-option/dritte-option-node.html

Die Deutsche Bahn hat es verabsäumt (bzw es war ihr egal), ihr System zu ändern

Es gibt ja nicht einmal eine offizielle Anrede für Individuen, die sich weder männlich noch weiblich fühlen. Was bitte soll man dann sagen oder hinschreiben?

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@321QWERTZ123

Also willst du 500 Fahrgäste persönlich begrüßen? Bestenfalls noch durch den Bordlautsprecher, dann ist das Geschrei wegen Datenschutz groß.

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@Paejexa

Davon war doch gar nicht die Rede. Es geht hier um die Online-Buchung von Fahrkarten. Die Anrede, die man bei der Registrierung angibt, wird in den (automatisierten) E-Mails verwendet. Und dabei gibt es die von mir genannte neutrale Anrede, die die DB verwenden könnte.

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Diese Debatte sehe ich kritisch

Wenn ich so überlege, wie egal es mir noch bis vor wenigen Jahren war, ob jemand jetzt homo-, bi-, trans- oder sonstwas-sexuell ist, dann muss ich sagen, hat sich mein Blick in letzter Zeit doch ziemlich verändert. Und es würde mich nicht wundern, wenn genau solche Aktionen wie oben im Artikel dazu führen, dass sich immer mehr Menschen von dieser doch recht radikalen Bewegung distanzieren. Einer Bewegung, gegen die sie ursprünglich eigentlich gar nichts hatten.

Aber dieses ständige Verrücktmachen der Gesamtgesellschaft mit den eigenen Befindlichkeiten, das Einfordern von Sonderrechten, das penetrante Überstülpen neuer Anredeformen, an die sich auch ja jeder halten soll, ja sogar einer komplett neuen Sprache, das geht langsam doch entschieden zu weit. Wir sind hier nicht in Gaga-Land, auch wenn es einem vielleicht immer mehr so vorkommt.

Diese Debatte sehe ich kritisch

Bei solchen Urteilen kann man sich nur noch wundern.

Dass die Bahn in Zukunft sensibler mit der Anrede ihrer Fahrgäst*innen (?) umgehen muss - meinetwegen.

Obwohl wir durch Gendersternchem und geschlechtsneutrale Formulierungen um jeden Preis auch unsere Sprache so dermaßen verhunzen, dass ich schon alleine dafür Schmerzensgeld verlangen könnte, solche Formulierungen lesen zu müssen.

Aber Schmerzensgeld? Wofür denn?

Für eine vermutlich versehentliche, vielleicht unbedachte, jedenfalls aber unbeabsichtigte falsche Anrede? Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Deutsche Bahn diese Person so angeredt hätte, wenn sie sich der Tatsache bewusst gewesen wäre, dass sie (die Person, oder hier dann lieber das Person?) gar kein "Herr" ist.

Obwohl, vielleicht sollte ich demnächst auch klagen, wenn man mich irgendwo geschlechtsneutral anredet, und nicht als Mann, obwohl ich mich eindeutig so fühle?

Müsste ja dann umgekehrt auch funktionieren.

Schon das Lesen des entsprechenden Artikels dazu führt jedenfalls bei mir auch zu "deutlichen, psychischen Belastungen", wie ich gerade feststelle.

Die Bahn wurde nicht aus dem hohlen Bauch heraus dazu verurteilt, eine dritte Anrede anzubieten, sondern nachdem auf zahlreiche Bitten entwerder gar niicht oder wohl ziemlich unverschämt geantwortet worden ist.

Ein Schmerzensgeld von gerade mal 1.000 Euro ist auch mehr eine symbolische Geste und härter dürfte de Deutsche Bahn getroffen haben, dass sie jetzt reagieren muss.

Wenn mir jemand durch den Gartenzaun auf mein Grundstück pieselt, bitte ich ihn auch erst höflich, das zu unterlassen. Wenn er es aber nicht unterlässt, gehe ich vor Gericht.

Warum sollte ein non-binärer Mensch das nicht tun, wenn er fortwährend missachtet wird?

Hallo FrecherBubi,

wo wir heute neben dem biologischen Geschlecht auch die eigene geschlechtliche Identifikation haben, mag es zu Momenten falscher Anrede kommen. Damit ist nach meiner Rechtsauffassung weder eine Diskriminierung des einen wie des anderen gegeben - ein Schmerzensgeld auch nicht gerechtfertigt.

Vielmehr darf jemand höflich und mit einem Schmunzeln auf eine falsche Anrede hinweisen - und sich solcher Momente bewusst sein.

Berichtigt die andere Person die Anrede nicht, darf das Gespräch auch beendet sein.

Mit vielen lieben Grüßen

EarthCitizen

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