gemeinsam im Grundbuch, dann Apartment auf einen Ehepartner überschrieben. Erbt seine Tochter aus 1. Ehe Pflichtteil?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Würde seine Tochter aus 1. Ehe danach trotzdem davon einen Pfichtteil erben

Ja: Sofern dir der Miteigentumsanteil nicht zum verkehrswerten Preis verkauft wurde, stellt die Übetragung eine Schenkung dar. Eine gemischte Schenkung wäre ein Verkauf zum Schnäppchenpreis über den insoweit schenkungsweisen Übertrag, wie er am Markt erzielbar gewesen wäre.

Für den Fall, dass sein Tochter im Erbfall ihres Vaters weniger als den Pflichtteil am durch Schenkungswert erhöhten fiktiven Nachlasswert bekäme, kann sie Ergänzung verlangen.

Dabei schmilzt der Übertrgungswert ab dem zweiten Jahr der Schenkung alljährlich um 10% ab, bis nach 10 Jahren kein Pflichtteilsergänzungsanspruch mehr bestünde.

G imager761

sergius 30.11.2016, 09:28

Hier müsste § 2325 Abs. 3 Satz 3 BGB noch beacntet werden, wonach die 10-Jahresfrist bei Schenkungen an den Ehegatten erst mit der Auflösung der Ehe beginnt. Die Tochter aus erster Ehe wird das Apartement also voraussichtlich dem Nachlass des Vaters fiktiv zuschlagen können, wenn die Ehe nicht 10 Jahre vor seinem Tod aufgelöst wird.

1

Das hängt davon ab, wann Dein Mann versterben sollte. Innerhalb von 10 Jahren nach dem Todesfall werden Schenkungen prozentual auf die Erbmasse angerechnet. Pro Jahr rechnet man mit 10 %. Stirbt er also im ersten Jahr nach der Schenkung, wird diese vollständig zur Erbmasse angerechnet und muss rückabgewickelt werden. Nach 9 Jahren werden nur noch 10 % zur Erbmasse angerechnet. 

Weitere Informationen dazu findest Du hier: http://www.erbrecht-heute.de/Aktuell/Schenkungen-zu-Lebzeiten.html

MonikDi 29.11.2016, 21:23

warum gilt das als Schenkung? wir waren beide Eigentümer und jetzt bin ich alleiniger Eigentümer. Könnte man das ändern, indem man er seinen Anteil an mich verkauft? (fiktiver Preis)

0
miboki 29.11.2016, 21:52
@MonikDi

Wenn das Eigentum auf Dich kostenlos übertragen wird (Schenkung) gilt das von mir gesagte. Das gilt selbstverständlich auch bei eine, Verkauf weit unter Wert. Wird der Anteil Deines Mannes regulär zum reellen Preis an Dich verkauft, muss er natürlich die Einnahmen versteuern. Es soll durch diese Regelungen auch verhindert werden, dass Erben um ihren Anspruch betrogen werden. 

Ich bin übrigens in einer ähnlichen Situation. Mein Mann hat aus erster Ehe zwei Kinder und wir haben gemeinsames Eigentum. Wir haben uns beim Notar beraten lassen und eine testamentarische Lösung gefunden. Bei uns werden allerdings meine Stiefkinder nicht leer ausgehen, sie sind schließlich seine Kinder. 

0

Das wäre eine Schenkung und die Tochter aus erster Ehe könnte bis zu 10 Jahren nach der Umschreibung noch Ansprüche  wegen des Pflichtteils auf die Wohnung haben.

Pro Jahr werden 10 Prozent vom Anspruch abgezogen, bis es nach 10 Jahren dann null Prozent sind.

Infomercial 29.11.2016, 21:31

http://www.rosepartner.de/rechtsberatung/erbrecht-nachfolge/erbrecht-erbschaft-testament/pflichtteil-enterbung-beratung-und-vertretung/pflichtteil-reduzierung-schenkung-verzicht.html

hier mal paar kurze Info.

Spontan fiele mir einerseits der Kauf der Hälfte deines Mannes durch dich ein. Mit allem Drumunddran, sprich Notar, Grundbuchumschreibung, Grunderwerbssteuer (ggfs). Das ganze vorzugsweise (sofern möglich) als Barkauf (hierfür kann man hilfsweise als Nachweis der Zahlung ein Treuhandkonto des Notars nutzen).

Salopp gesagt, kann man dem Vater nicht verbieten, das Geld zu Lebzeiten zu verprassen. Es sollte dann aber auf keinem Konto liegen. Inhaber-Wertpapier, Edelmetalle, Uhren, Schmuck, Bargeld,...

Alternativ kannst du ins Grundbuch ein Wohnrecht oder Nießbrauchsrecht auf Lebenszeit eintragen. Das macht die Immobilie im Falle einer Erbschaft quasi wertlos. (Ausnahmen sind hier Zwangsvollstreckungen wegen Kreditschulden, für welche eine Grundschuld an der Immobilie bestellt ist).

Die Klage auf Eigenbedarf http://www.frag-einen-anwalt.de/Eigenbedarf-vs-Wohnrecht-auf-Lebzeit--f127265.html - hier ein halbwegs anwendbares Beispiel) liefe aller Wahrscheinlichkeit nach ins Leere.

Ein Verkauf des Apartments wäre aufgrund des grundbuchrechtlichen Wohnrechts nahezu unmöglich (wer will sowas haben?)

0
miboki 29.11.2016, 21:45
@Infomercial

Das klingt zunächst gut. Du vergisst aber, dass bei einem Verkauf der Mann das Geld als Einkommen versteuern muss. Und dann lohnt es sich im Zweifel kaum noch. 

0
Menuett 30.11.2016, 15:26
@miboki

Seit wann muß man Einkommensteuer zahlen, wenn man sein selbstgenutztes Eigentum verkauft?

0
ichweisnix 22.12.2016, 22:13
@Infomercial

Salopp gesagt, kann man dem Vater nicht verbieten, das Geld zu Lebzeiten zu verprassen. Es sollte dann aber auf keinem Konto liegen. Inhaber-Wertpapier, Edelmetalle, Uhren, Schmuck, Bargeld,...

Wenn der Vater das Geld verprasst, dann ist es weg. Der Pflichtteilsberechtigte hat einen Auskunftsanspruch nach §2314 BGB. Das heißt er muß eine Aufstellung der Gegenstände wie
"Inhaber-Wertpapier, Edelmetalle, Uhren, Schmuck, Bargeld,..." abgeben.

0

Was möchtest Du wissen?