Gelten alle Medien als Lügenpresse?

12 Antworten

Das Wort "Lügenpresse" ist unpassend, da selten gelogen wird, da Lügen entlarft werden können.

Manipulation ist subtiler, indem Nachrichten aus dem Zusammenhang gerissen werden, Dinge angedeutet, weggelassen, aufgebauscht und emotional Präsentiert werden. Die Medien sind voll davon und die Manipulation geschieht fast nur in eine Richtung und es wir d eine bündniskonforme Sicht verbreitet.

Die meisten Propagandafilme kommen fast ohne Lügen aus. Die Mediathek im ZDF (war/ist) voll davon. Hier wird meist gearbeitet mit Emotionen (in Moskau regnet es meist, düsterer Musik, Putin guckt böse usw.) Oberflächliche Menschen lassen sich so leicht manipulieren, z.B. auch durch mehrdeutige Formulierungen.

Lügen kommen gelegentlich auch mal, sind aber die Ausnahme, z.B. im Film "Machtmensch Putin" oder "Berichten" aus Syrien (angeblicher russischer General in der Ukraine, "Kinder von Aleppo" usw.)

Auch gerne verwendet werden Andeutungen und Vermutungen von sog. Experten;)

"Experten vermuten, Putin will blablah" das ist keine Lüge, deutet viel an, sagt aber im Grunde nichts. Der Bäcker von nebenan ist auch Experte auf seinem Gebiet und der hat bestimmt was im Fernsehen über die Russen gehört, was er dann weitergibt, so, wie er es interpretiert;)

Oder es wird aufgebauscht bzw. weggelassen

Es gibt zum Beispiel den Begriff "Lückenpresse", der meiner Meinung nach gut passt. Da durch selektive Themenwahl und Weglassen (Lücken) auch manipuliert werden kann, das aber kaum angreifbar macht.

Es gibt viele andere Propagandamethoden.

Der Begriff "Lügenpresse" wird in den Medien gerne als Strohmann verwendet, um gegen berechtigte Medienkritik zu "Argumentieren" und die in eine Ecke zu stellen. Das ist auch eine Propagandamethode. Strohmänner werden gerne aufgestellt bzw. es werden Leuten Dinge in den Mund gelegt, die sie nicht gesagt haben.

Es wird so getan, als wäre Medienkritik = AfD und als wären Lügen die einzige Methode zu manipulieren (ein sog "Fakten Check" suggeriert das)

Das ist falsch.

Der Begriff ist eine Diffamierung, die eigentlich nur Bösartigkeit gepaart mit Unkenntnis zeigt.

Beispielsweise der Fall Relotius bei verschiedenen Zeitungen von NZZ bis TAZ.

Klar hat er Inhalte erfunden. Aber er wollte damit das Leserinteresse und damit seinen Marktwert steigern und nicht Meinungen beeinflussen. Und die Zeitungen die ihn druckten sind wie die Leser von ihm betrogen worden. Die haben einen Verlust der Glaubwürdigkeit erlitten.

Schon deshalb werden selbst Medien mit eindeutiger Manipulationsabsicht keine Lügen verbreiten. Das findet sich lediglich in bestimmten dunklen Ecken des Internets, wo echte Lügen mit bösartiger Absicht gestreut werden.

Wenn Medien eine Meinung vertreten oder sogar manipulieren wollen, wählen sie Nachrichten gezielt aus, stellen sie bewusst in bestimmter Weise dar und ergänzen sie mit Kommentaren. Sie vermeiden aber zu lügen. Sie wollen ja nicht öffentlich blosgestellt werden.

Selbstverständlich gibt es Medien mit politischer Agenda. Aus wirtschaftlichen Gründen, weil der Herausgeber eine bestimmte Meinung hat oder auch gezielt im staatlichen Auftrag wie beispielsweise in Ungarn. Und es gibt Länder mit einen weitgehend von der Regierung kontrollierten Medienmarkt wie die Türkei oder Zensur und fehlender Pressefreiheit wie Russland. Aber auch dort wird nicht gelogen.

Strenggenommen bezieht sich "Presse" nur auf Druckerzeugnisse, also eine bestimmte Klasse von Medien. Radio und Fernsehen müsste man nach dieser Logik eher als "Lügenfunk" bezeichnen. Oder Internet-Medien als "Lügennetz".

Das ist allerdings eine rein technische Interpretation, die einem politischen Kampfbegriff wie "Lügenpresse" nur bedingt gerecht werden kann.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ehemaliger Kommunalpolitiker und Mandatsträger

Allein das Wort "Lügenpresse" halte ich für völlig daneben, es würde bedeuten, es gibt auch eine "Wahrheitspresse". Aber: Jede Nachricht, jeder Bericht ist verkürzt, stets fehlen prinzipbedingt jede Menge an (wenn auch scheinbar geringfügigen) Informationen. Nun ist der Mensch aber prinzipiell so "gestrickt", dass er immer die Teile als "Wahrheit" verkauft, die auch in seinem Interesse sind.

Wer immer andere Medien "Lügenpresse" nennt, möge mal beweisen, klarmachen, das er selber nicht genauso "lügt" durch interessengesteuerte Informationsreduktion.

Information ist auch ohne bösen Willen imer auch von eigener Wahrnehmung der Welt geprägt, insofern ist dies noch keine Lügenpresse.

Sollte aber ganz bewusst verändert, reduziert, gefälscht etc. verbreitet werden um bestimmte "Wege" zu begehen kann man von Lügenpresse und Fake News sprechen.

Diese Wege sind häufig am rechten und linken Rand des Informationsspektrums zu erkennen.

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