Geldschöpfungsmultiplikator?

4 Antworten

Durch die Einmalige Kreditvergabe passiert auch noch nichts, aber der Kreislauf geht ja weiter. Die Bank vergibt 200.000 € an mich als Kredit. Ich kaufe davon ein Haus. Der Verkäufer bezahlt mit diesen Geldern Bauarbeiter etc. Die wiederum lassen einen Teil des Geldes in Sparbüchern oder auf Konten. Das Geld kann die Bank dann wiederum verleihen. Derjenige, der dieses Geld leiht, kann es wiederum investieren, so dass es zu Einkommen anderer wird, die dann wieder Geld auf der Bank lassen und das kann dann wieder verliehen werden etc etc

Achsoo... Also geht es eigentlich einfach darum dass dann das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt?

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@SandraAphrodite

Im Endeffekt ja. Allerdings ist das nicht unbedingt ein Automatismus. Wenn die Banken mehr Geld zur Kreditvergabe zur Verfügung haben, bedeutet das ja noch nicht automatisch, dass Konsumenten und Unternehmen dann auch mehr Kredite aufnehmen und investieren. Das ist das Dilemma der Geldpolitik, das mal jemand mit der Metapher "Man kann die Pferde zur Tränke führen, sie aber nicht zum trinken zwingen" umschrieben hat. In die andere Richtung funktioniert es sehr wohl nahezu automatisch. Wenn weniger Geld zur Verfügung steht, werden weniger Kredite vergeben bzw sie werden so teuer, dass sie nicht mehr in Anspruch genommen werden. So kann die Zentralbank durch die Wirtschaft abbremsen bzw so können die Banken durch restriktive Kreditvergabepolitik eine Wirtschaftskrise herbeiführen. Das passiert ab und an bei Banken- oder Finanzkrisen, die so auf die "reale" Wirtschaft überspringen. Das nennt man dann einen "Credit Crunch". Das ist z.B. 2008 passiert, als nach mehreren (Beinahe-)Bankpleiten der Kreditmarkt zwischen den Banken stark zurückging aus Angst, es nicht mehr zurückzubekommen. So wurde aus einer anfänglich reinen Bankenkrise eine Wirtschaftskrise.

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@SandraAphrodite

Nein , eigenltich auch nicht. Das BIP steigt dadurch , dass man es einfach macht, und dass die Banken in der Lage sind, dass durch ihre "Geldschöpfung" monetär zu unterfüttern.

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@Traveller24

Der Zusammenbruch des Interbankgeldmarktes wurde 1. durch die Zentralbank sehr gut aufgefangen und war 2. nicht der Grund für die Wirtschaftskrise, da die liquide Bank ja die Mittel jederzeit hätte selbst an Kunden verleihen können - oder eben auch nicht.

Wenn mir Milliardenverluste mein EK dahinschmelzen und gleichzeitig die Gesetze geändert werden, dass ich noch mehr EK halten muss, stelle ich als Bank, rein um gesetzeskonform zu handeln, meine Neukreditvergabe ein.

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Es ist sehr schade, dass der Geldschöpfungsmultiplikator in dieser Form an Schulen und Universitäten noch gelehrt wird. Die Prämissen, in denen er zumindest theoretisch stimmen würde, sind in der Praxis leider nicht gegeben. Es ist somit praktisch falsch.

Fakt ist, dass Banken kein Zentralbankgeld verleihen, und auch kein Zentralbankgeld brauchen, um generell Geld verleihen zu können. ( Gilt uneingeschränkt für das gesamte Bankensystem, und für die einzelne Bank auch, solange sie bei anderen Banken kreditwürdig erscheint ). Die Banken brauchen Zentralbankgeld nur, um die erfordelichen Mindestreserven bei der Zentralbank zu halten. Dieses Zentralbankgeld haben die Zentralbanken bisher immer in ausreichender Höhe bereitgestellt. ( Ist auch klug, weil sonst haben wir absolutes Chaos am Markt ). Was die Kreditvergabe der Banken beschränkt ( neben der Marktsituation, Stichwort Preis = Zins ) ist ihre Risikobereitschaft ( will ich auch den Kreditnehmern Kredit gewähren, wo ich mit einer Rückzahlung nicht mehr rechnen kann ) und die Anforderungen an das Eigenkapital. Da letzteres nicht auf Bäumen wächst, aber letztendlich jeder Kredit mit Eigenkapital unterlegt werden muss, kann weder die einzelne Bank noch das System eigentlich "unbeschränkt" neue Kredite gewähren.

Es ist eigentlich ein gutes Zeichen, dass Du nicht verstehst, wie die "Geldeinheiten" erhöht werden bei dem ganzen Spass, weil es nämlich nicht so ist. Es wird kein Geld in dem Sinne geschöpft, dass irgendjemand danach - netto wohlgemerkt - mehr Geld hat also vorher. Es ist ja so, dass Geld - auf die Gesamtheit der Menschen und netto betrachtet - garnicht existiert, da es nur Schuldscheine ( oder Forderungen beim Buchgeld ) sind, denen ja eine Verbindlichkeit 1:1 gebenübersteht. Im Grund genommen gibt es kein Geld, selbst das von der Zentralbank "geschaffene" existiert netto nicht.

Banken können, in gewissen Grenzen, im Prinzip Geld schöpfen.

Was von den Kritikern (Geld schöpfen ohne Ende und ohne Verantwortung) übersehen wird, wenn das Geld das Konto des Kunden/Kreditnehmers verlassen hat, ist es in Umlauf und es wurde damit zum Risiko der Bank.

Wenn der Kunde nicht zahlt, ist es Verlaust der Bank.

Die Können somit Geld schaffen, aber natürlich, wenn es nciht zurück gezahlt wird, ist es ein realer Verlust.

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