Geld vom Erblasser vor dem Tod erhalten und zurückgezahlt, bin ich Vorerbe?

6 Antworten

Ich habe einen nicht unähnlichen Fall vor Gericht erlebt. Offenbar gibt es hier keine Beweise über die Kreditvereinbarung zwischen Oma und dir, nicht wahr? Oder habt ihr wenigstens eine schrifliche Privatkreditvereinbarung über die Höhe des geliehenen Geldes getroffen, die du möglichst in deiner Ausfertigung besitzt?

Wenn ja, dann gibt es einen Beweis über die getroffene Vereinbarung und du musst dich dazu äußern. Wenn es keine schriflichliche Vereinbarung gibt, kannst du einfach vor Gericht erzählen, wie es war. Also: "Oma hat mir x-ausend Euro geliehen und ich habe es ihr, wann immer ich konnte, in Raten zurückgezahlt. Meist bar, anfangs überwiesen. Was Oma mit den Raten gemacht hat, weiß ich nicht. Sie ging ungern zur Bank, vermutlich hat sie es nach und nach ausgegeben." So in der Art....

Deine lieben Verwandten müssen beweisen, dass du angeblich nichts zurückgezahlt hast und da sie das nicht können, wird das Ganze vor Gericht entweder in einem Vergleich enden, bei dem du allerhöchstens deinen eigenen Anwalt zahlen musst oder - davon gehe ich aus - die Klage wird abgewiesen. Die Beweispflicht liegt bei einer Klageerhebung deiner Verwandten zu 100% bei denen und wenn es nur eine kleine schriftliche Vereinbarung gibt und sonst nichts, sieht es schlecht für die aus.

Was noch von Bedeutung sein könnte: Gibt es eine Barabhebung deiner Oma zu der Zeit, als sie dir das Geld gab, die sich auf dem Konto nachvollziehen lässt oder sogar eine Überweisung an dich? Wenn Letzteres der Fall ist, wird mit der Überweisung an dich ein Beweis über die Zahlung an dich erbracht. Wenn es nur eine Barabhebung und sonst nichts gab, kann ja rein theoretisch auch nur ein Teil des von Oma damals abgehobenen Geldes an dich gegangen sein. Mit anderen Worten: Sie hat 3000 Euro abgehoben, es gibt keine schriftliche Vereinbarung, keine Zeugen, also könntest du ja auch nur 1000 Euro von ihr erhalten haben. Das heißt nicht, dass du vor Gericht lügen sollst, ich will damit nur zeigen, auf welch wackligen Füßen so eine Klage steht.

Einzelheiten sind hier wichtig, du kannst ja noch mal auf meine Fragen, die ich hier gestellt habe, antworten.

Erbberechtig gibt es nicht, das Erbe entscheidet sich zum Zeitpunkt des Erbfalls. Vor- und Nacherbe ist etwas ganz Anderes.

Es ist letztlich so zu bewerten als würde anstelle der Erbengemeinschaft die Oma das Geld fordern.

Da der Verbleib des Geldes nicht bestimmt werden kann wollen meine Tante und mein Onkel den nicht nachweisbaren Betrag von meinem Anteil
abziehen.

Die Tante und der Onkel müssen im Zweifel den Kreditvertrag und die Auszahlung glaubhaft machen, sie müssen hingegen die Rückzahlung glaubhaft machen.

Zu beachten wäre zudem die Verjährungsfrist, diese beträgt 3 Jahre ab Ende des Jahres in den die Forderung fällig war, der Betrag also hätte zurückgezahlt werden müssen.

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Diese Kreditsache ist zu Lebzeiten von Oma komplett abgehandelt worden. Einen Vertrag gab es nicht. Einen Nachweis über den in Bar gezahlten Betrag auch nicht. Im Testament ist auch nichts von dem Geld aufgeführt. Da es eine Sache zwischen Oma und mir war, und sie noch gelebt hat, haben die anderen keinen Anspruch, oder? 

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@Dalariyon

genau so ist es, die anderen haben keinen Anspruch.

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Meines Erachtens ist das nicht richtig, da ich zum Zeitpunkt der Kreditsache nicht erbberechtigt war.

Nein, das Verwandtschaftsverhältnis oder dein Erbrecht zu der Kreditgeberin spielt hier keine Rolle:
Das Darlehen der Oma, was durch Rückzahlungen per Überweisungen unstreitig ist, stellt eine Nachlassforderung der rechtsnachfolgenden Gläubiger, den Erben dar.

Als Miterbin und Schuldnerin in Person fliessen offenen Darlehensrückzahlungsforderungen natürlich nicht auch anteilig dir zu, sondern nur den übrigen Miterben.

Da der Verbleib des Geldes nicht bestimmt werden kann wollen meine Tante und mein Onkel den nicht nachweisbaren Betrag von meinem Anteil
abziehen.

Völlig zurecht: Da du die Barzahlung nicht beweisen kannst, gilt diese Rückzahlung als nicht erfolgt. Auf dein Wort muss man sich da nicht verlassen; als Schuldnerin trägts du Pflicht des Nachweises der Rückzahlung.

Wieso hast du dir über die Barzahlung keine Quittung geben lassen oder in diesem Fall keine weiteren belegbaren Überwesiungen vorgenommen?

Kann mir jemand sagen wie die Rechtssprechung in meinem Fall ist?

Eindeutig: Offenen Darlehensrückzahlung sind Nachlassverbindlichkeit der rechtsnachfolgenden Gläubiger, also den Erben, soweit die keine Darlehensschuldner sind.

G imager761

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Hallo,

danke für die Antwort. Da die Antworten die ich nun erhalten habe wie eine Schere auseinander gehen, würde ich gerne wissen ob du im Bereich Erbrecht ausgebildet bist? Ich suche eine rechtlich korrekte Antwort. Da es zu Lebzeiten meiner Oma abgehandelt wurde macht man sich doch keine Gedanken über Quittung usw. Dafür war das Verhältnis viel zu gut. Ich habe noch eine Antwort die besagt, dass es unerheblich ist was vorher war, da über die Kreditsache nichts schriftlich über einen Vertrag festgeschrieben wurde. Es gibt keinerlei Schriftlichkeiten,außer die Kontoauszüge wo was im Verwendungszweck das Motorrad steht. LG

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@Dalariyon

Ich bin rechtlich versiert und bleibe bei meinen Feststellungen: Ob du Erbe warst oder nicht, du bist unverändert Kreditnehmer, mithin  Nachlasschuldner und offene Dralehensforderungen der Darlehensgeberin sind Nachlassforderung.

Dass es sich um ein konkludentes, rückzahlbares Darlehen handelt, lässt sich an den Kontoauszügen sowohl hinsichtlich der Summe als auch den eingegangenen Raten belegen. Da braucht es nicht Schriftliches. Nur deine Barzahlung ist eben nicht nachvollziehbar.

Insofern ist die Forderung der Miterben berechtigt, die offenen Forderungen von dir als Darlehensschuldner von deinem Erbe abzuziehen.

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