Geld regiert die Welt aber wer regiert das Geld?

6 Antworten

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Wir selbst. Geld ist eine "Materialisation" von Wertzuordnung, in der Regel von relativer Wertzuordnung, und die vergeben wir. Wir alle sind Teil einer Menschengesellschaft und Geld ist nur ein Aspekt unseres ökonomischen, machtpolitischen und ehrgeizigen Handelns darin. Geld zeigt nur etwas an, was wir als Wertzuweisung in unseren Lebensstrategien umsetzen. Lebensstrategien umsetzen ist ein Ausdruck von Wille und Lebenskraft. Viele, die aus Bequemlichkeit darauf verzichten, überlassen anderen ihr Potential. Es ist Ausdruck einer maroden Gesellschaft, wenn nur die angklagt werden, die Ihr und anderer liegengebliebenes Potential nutzen und nicht die, die sich der Anstrengung, ihre Potentiale zu nutzen, nicht unterziehen. Da bin ich mit Nietzsche auf einer Wellenlänge. Da bin ich sogar mit Kant auf einer Wellenlänge, denn wie schreibt er in seinem Aufsatz "Was ist Aufklärung"?

"AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. ... Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ... Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen."

Und so weiter und so weiter - selbst lesen. Die Banken z.B. - denen so gerne die Schuld in die Schuhe geschoben wird - machen das Geschäft, das ihnen die Regeln der Politiker erlauben, die wir gewählt haben. Und Banken machen nicht die Schulden, an denen sie verdienen. Die Schulden machen die Kreditnehmer, weil sie mehr wollen, als sie erwerben konnten. Und wer sich - ahnungslos???? - in die Hände von Kredithaien begibt, weil noch viel mehr will, als er erwirbt und mit einem ehrlichen Kredit erhalten könnte, der möge die Schuld für seine Unfähigkeit, mit dem Leben klar zu kommen, gefälligst erst mal bei sich selbst suchen.

Das Regieren in der Welt geht hin und her. Die Demokratie tappt in die Falle der Schuldenmacherei. Wenn in jeder Wahl immer nur die Politiker den Zuschlag der Wählermehrheit bekommen, die möglichst viel versprechen ohne zu sagen, wo es herkommen soll, dann begeben sich diese Politiker und ihre Wähler blindlings in die Abhängikeit von Geldgebern. Wer über seine Verhältnisse lebt, macht sich von fremden Geldgebern abhängig. Aber nicht die Geldgeber haben über ihre Verhältnisse gelebt, sondern die Schuldner! Es hat sie keiner gezwungen. Da hilft kein auf den Boden stampfen und trotziges "ich will aber nicht". Das ist ein wenig wie im Schachspiel: Wenn der König matt ist, ist es zu spät. Man sollte bei den Zügen vorher nicht so sorglos sein. Geld und das damit verbundene Lebenspotential kann uns in Versuchung führen, die falschen Züge zu machen. Doch die Züge machen wir. Wir regieren unsere kleine Welt und Geld nur soweit, wie wir es zulassen.

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toller Beitrag DH !!

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Ich stimme dir da weitestgehend zu. Wenn man also den größten Teil der Menschheit als unmündig betrachtet (und sich selber sollte man nicht ausnehmen). Kann man dann diejenigen, welche diese Unmündigkeit ausnutzen von aller Verantwortung frei sprechen (von Schuld will ich gar nicht reden weil das nicht weiterführt)?

Ich denke nicht denn genauso wenig kann man Eltern vor der Verantwortung freisprechen die Ihre Kinder nur Süßigkeiten zum Essen geben und sie nur vor dem Fernseher sitzen lassen weil diese es ja scheinbar so wollen. Eltern müssen sich bemühen für eine Ihre Kinder eine Umgebung zu schaffen in der sie von Gefahren geschützt werden und gleichzeitig die Chance erhalten, sich zu entwickeln.

Unser Ziel sollte es doch sein, in unserer Gesellschaft Rahmenbedingungen zu schaffen in denen der Einzelne wachsen kann. Und diejenigen Menschen die sich und ihrer Umgebung etwas mehr bewußt sind als andere sollten aktiv daran arbeiten. Das Gegenteil ist aber der Fall, die niedrigsten Instinkte, Konsum und Gleichgültigkeit werden gefordert.

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@tinytiger

Ich stimme im großen und ganzen zu. Doch Erwachsene sind keine Kinder. Diese werden irgendwann Erwachsene und damit selbst für ihr Tun und Lassen verantwortlich, ob sie es wahrnehmen oder nicht. Die pädagogische Haltung hat einen Haken: Sie setzt sich über andere und lässt einen gewissen Respekt vor der Eigenverantwortlichkeit anderer vermissen. Die pädagogische Haltung gerät leicht in die Nähe von diktatorischem Bestimmenwollen der selbsterklärten Gutmenschen. Richtig ist aber, dass öffentliche Institutionen wie öffentlich-rechtliches Fernsehen und öffentliche Bildungsanstalten z.B. schon genauer dahin gehend kritisch beachtet werden sollten, wie weit sie ihren Zielen nachkommen oder nur noch Geldmaschinen für einige wenige sind.

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Geld ist nur bunt bedrucktes Papier und heutzutage häufig noch nicht einmal das, weil es einfach über Nacht auf Konten aus dem Nichts geschaffen wird. Ausgedacht haben sich das ein paar Banker.

Reiche Menschen "regierieren" über das Geld.

Je mehr Geld man hat, desto mehr hat man zu sagen. Firmen können Druck auf die Politik ausüben, indem sie damit drohen, ihren Standort zu verlagern.

Reiche Promischnlösel können Trends vorschreiben, wenn sie sich Klamotten von speziellen Marken anziehen.

Ölscheichs können den Benzinpreis regulieren.

Die Mafia kontrolliert Geld, mit welchem die Drogenszene gepusht wird und Pizzaläden unterdrückt werden.

...

Im Prinzip "regieren" wir alle über das Geld. Die einen regieren aber über mehr Geld als andere.

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