Geld privat verleihen

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Wichtig ist, dass du den Darlehensvertrag schriftlich abschließt. So per Handschlag oder nur mit einer Quittung würde ich das nicht machen, da man hier nur mit den gesetzlichen Regelungen den Vertrag abschließt bzw. überhaupt nicht beweisen kann das es überhaupt einen Darlehensvertrag gibt. Wichtig sind:

  • Bezeichnung des Schuldners und des Gläubigers
  • Höhe des Darlehens
  • Valutierungsbestätigung
  • Angaben zur Verzinsung
  • Angaben, wann das Darlehen fällig ist (bestimmter Zeitpunkt oder nach Kündigung; beides in einem geht auch, also: "Darlehen ist ohne Kündigung fällig am 31.12.2013, ansonsten ist das Darlehen jederzeit mit der gesetzlichen Kündigungsfrist für den Gäubiger fällig / kündbar")
  • Tilgungsraten, evtl. auch Sondertilgungen
  • Vorfälligkeitsentschädigung (Entschädigung für entgangenen Gewinn [Zinsen] für vorzeitige Rückzahlung, wenn das Darlehen vor dem vereinbarten Fälligkeitszeitpunkt zurückgezahlt wird); diesen Punkt aber nur, wenn das Darlehen verzinslich ist.
  • Strafklauseln (wenn der Darlehensnehmer zB. mit den Raten in Verzug kommt)
  • "Salvatorische Klausel" (Falls eine Klausel im Vertrag nichtig ist, berührt das nicht den Vertrag)

Wenn du ganz auf Nr. sicher gehen willst, dann lass dir Sicherheiten geben. Das Beste in so einem Fall ist natürlich ein Grundstück. Hierzu bräuchtet ihr allerdings einen Notar, damit kann man dir eine Grundschuld oder Hypothek für das Grundstück bestellen und auch eine Klausel "zur Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung gegen den jeweiligen Grundstückseigentümer aus der Urkunde" in den Darlehensvertrag aufnehmen. Was aber schlecht ist: Es wird wohl keine erstrangige Grundschuld sein...

Auf jeden Fall alles mögliche schriftlich festhalten. Bei Geld hört die Freundschaft auf und so hat man wenigstens etwas schriftliches aus Zeiten, in denen man sich noch verstanden hat und erlebt nicht das böse Erwachen..

Danke für diese ausführliche Antwort, ich werde die Informationen an meine Eltern weiterleiten die das Geld verleihen möchten. Das Geld soll im Übrigen angeblich u.a. für ein Auto verwendet werden und ggf. ist auch noch wichtig zu erwähnen das es aller Wahrscheinlichkeit nach doch mehr als 21.000 € sein werden (die Obergrenze wäre wohl bei circa 29.000 €). Die Person zeigte eine ausgedruckte Schufa Selbstauskunft und ein polizeiliches Führungszeugnis, aber kann man diese nicht einfach selber z.B. mit Word machen oder gibt es eine Möglichkeit diese beglaubigen zu lassen?

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@LauraHamburg

Denke, dass das Risiko, hier diese Summe zu verleihen nicht unerheblich ist. Sollten sich deine Eltern dennoch dazu entschliessen, eine Summe von 29 000 € zu verleihen, so würde ich dringend zu einem Vertrag raten. Den Fahrzeugbrief bis zur Tilgung des Darlehns auf jeden Fall bei deinen Eltern deponieren, wie das auch eine Bank macht. Elmundoesloco hat da einen guten Vorschlag gemacht, wie ein solcher Vertrag aussehen könnte. Offenbar bekommt der Kreditanfrager kein Geld von der Bank . Schufaauskunft und pol. Führunsgzeugnis ist keine Garantie dafür, dass die Bonität des Kreditnehmers gut ist. Die Schufaauskünfte sind nicht immer stimmig. Dann würde ich nach Sicherheiten fragen die der Kreditnehmer hat. Z. B. Hypothek auf Grundstück oder Haus eintragen lassen, denn 29 000 € sind schliesslich kein Pappenstil. Wie sieht es mit dem Job des Kreditnehmers aus, wie hoch ist sein Einkommen ? Wenn ich ganz ehrlich sein soll, würde ich aufgrund deiner Schilderungen von einer Kreditzusage absehen.

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@LauraHamburg

Ich kann Ontario da nur beipflichten: Schufaauskunft und Führungszeugnis sind kein Garant für eine Rückzahlung. Ich rate ich von einer Kreditgewährung unter Privatleuten (besonders wenn es Freunde sind) ab. Das macht man nur, wenn man das Geld "nicht unbedingt nötig" hat.

Beglaubigen von Schufaauskunft und Führungszeugnis bringt gar nichts. Man kann ebensogut die veränderte Kopie beglaubigen lassen. Man bräuchte schon eine Urschrift (Originaldokument), welche der Darlehensnehmer noch nicht in den Händen hatte (sprich: Direktversand an deine Eltern von der Schufa und der Behörde). Aber auch das ist nichts wert, siehe oben.

Bei einem derartig hohen Betrag würden im Falle des Falles erst einmal enorme Gerichtskosten (ca. 1.000 Euro) und Rechtsanwaltskosten (auch ca. 1.100 Euro + Terminsgebühr nochmals iHv. ca. 1.000 Euro; Rechtsanwalt ist bei diesem Streitwert iHv. 29.000 Euro vor Gericht auch zwingend!) auf deine Eltern (die als Kläger vorschießen müssen) zukommen.

Aber vor allem würde ich auf Sicherheiten (PLURAL!!) bestehen. Zum einen natürlich eine Sicherungsübereignung des PKW's (Ontario hat das ja bereits angesprochen, so mit Brief für die Eltern), zum anderen wäre eine weitaus bessere Sicherheit eine erstrangige Grundschuld am Grundstück. Eine zweitrangige Grundschuld ist auch schon fast nichts mehr wert. Darlehensnehmer neigen dazu ganz schnell in (Privat-) Insolvenz zu gehen, dann wäre die Sicherungsübereignung des PKW's praktisch nichts mehr wert; eine Grundschuld dagegen (sofern Insolvenzfest) ist weit mehr wert.

Aber allgemein: Finger weg! Wenn deine Eltern ihr Geld vermehren wollen, dann gibt es bessere Anlagemöglickeiten. Einen kleineren Betrag kann man privat verleihen, ist weniger Stress und schmerzt nicht so sehr, wie eine Anzahlung für ein Eigenheim zu verlieren...

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nach der F Regel würde ich keine Finanzen verleihen , weil bei Geld eh die Freundschaft aufhört ..... anders gefragt ,warum geht dein Bekannter nicht zur Bank ? die Zinsen sind extrem niedrig zur Zeit ...wenn nicht ist vermutlich etwas vorgefallen , weil die Banken sind auch nicht doof .. also ein klares nein von mir

was sollte man alles so beachten?

Egal ob privat oder geschäftlich - das A und O beim Geldverleih ist die Bonität des Schuldners, also die Wahrscheinlichkeit, dass er willens und im Stande sein wird, Zins und Tilgung pünktlich zu zahlen.

Wenn jemand von der Bank keinen Kredit bekommt, heißt das, die rechnen damit, dass er nicht zahlen kann oder will. Natürlich kann eine Bank sich irren - aber dass Du Dich irrst, ist wahrscheinlicher.

Ganz besonders misstrauisch würe mich so eine Geschichte machen:

Also einen Kredit für ein Haus (wohl er 'ne Villa) hat er schon deswegen gibt's keinen mehr,

Denn der eine Kredit ist kein Grund, ihm einen zweiten zu verweigern - es sei denn, die Raten für den ersten sind schon so hoch, dass die für den zweiten nicht mehr bezahlt werden könnten.

Mein Fazit aus dem wenigen, was Du hier erzählt hast: Finger weg!

Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Durch solche Geschichten können auch Freundschaften zu Bruch gehen. Er hält dich ewig hin, du drückst jedes mal noch ein Auge zu... Teufelskreis.

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