Geld in Sachwerte anlegen (Platin; Gold; Silber; Diamanten...)

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5 Antworten

In ein paar wenigen Sätzen die grundsätzlichen Unterschiede verschiedener Asset-Klassen zu erklären ist nicht wirklich möglich. Aber ein paar Hinweise werde ich versuchen, dir zu geben.

Du gehst davon aus, dass der Euro crasht - es geht dir also darum, deine Kaufkraft zu bewahren und nicht um Rendite, wenn ich das richtig verstanden habe. Unter "Crash" ist in diesem Zuammenhang eine inflationäre Entwertung der Währung verstehen, im Extremfall Hyperinflation.

Erstmal sind Immobilien dafür denkbar schlecht geeignet. Zum einen sind sie nicht liquide, vor allem aber schießen bei entsprechender Inflation logischerweise auch die Zinsen in die Höhe, wodurch der Kreditmarkt entsprechend gestört wird. Da die Nachfrage bei Immobilien vor allem kreditgetrieben ist, bricht da ein erheblicher Teil weg. Die Preise in absoluten Zahlen gerechnet steigen möglicherweise trotzdem, der Wert (gemessen in Kaufkraft) fällt aber erheblich.

Bei Anlagen, die du online (über eine Depotbank) kaufst, kannst du auch das Problem haben, dass du nicht jederzeit darauf zugreifen kannst. In einem Crash-Szenario kann von Bankschließung bis Haircut alles mögliche passieren. Aktien wären zwar Sondervermögen, es könnte aber eine ganze Weile dauern, bis du da ran kommst.

Im Grunde sind jene Anlageformen in einem solchen Szenario die besten, welche die Eigenschaften von "echtem Geld" (Google: Regressionstheorem) am besten erfüllen. Das ist vor allem Gold, auch Silber und mit gewissen Einschränkungen auch andere (Edel-)Metalle. Mit Ausnahme von Gold ist die Nachfrage aber vor allem industrieller Natur. Hier kann es also auch zu Nachfrage- und somit zu Preiseinbrüchen kommen.

Übrigens: das Gold in Euro teurer geworden ist, hat nichts damit zu tun, dass es auf den internationalen Märkten in Dollar gehandelt wird, sondern liegt daran, dass der Euro an Wert verloren hat. Man liest immer wieder, dass es bei Gold ein Wechselkursrisiko gäbe, weil es in Dollar gehandelt wird. Wenn du sowas liest, kannst du davon ausgehen, dass der Autor keine Ahnung hat, wovon er redet. Wenn du hier Gold kaufst oder verkaufst, tust du das in Euro. Mit welcher Währung dafür an der LBMA bezahlt wird, ist dafür völlig irrelevant. Wenn du schreibst, dass du von einem Eurocrash ausgehst, jetzt aber kein Gold kaufen möchtest, weil es in Euro grade teurer geworden ist (wie in einem Kommentar geschrieben), passt das nicht wirklich zusammen. Ein Euro-Crash würde ja bedeuten, dass es in Euro weiter in die Höhe schießt. Selbst wenn es dann in Dollar fällt (was aufgrund massiver Nachfrage aus dem Euro-Raum mehr als unwahrscheinlich wäre), wäre das für dich irrelevant. Du sicherst dich ja gegen den Verfall des Euro ab. In den 80er und 90er Jahren gab es eine ganze Reihe von Hyperinflationen. Obwohl der Goldpreis in dieser Zeit gefallen ist, wäre jeder in dem betroffenen Ländern heilfroh gewesen, wenn er etwas Gold gehabt hätte, auch wenn er in dieser Zeit mit Dollar etwas besser gefahren wäre.

cedros 05.02.2015, 10:29

Und um noch auf einige konkrete Fragestellungen von dir einzugehen: Von Diamanten würde ich abraten, weil 1. Luxusgut und 2. keine Einheitlichkeit, daher 1. keine Wertstabilität und 2. schlechter handelbar als z.B. Gold

Ja, natürlich macht es Sinn in verschiedene Produkte und Anlageklassen zu investieren. Das oben geschriebene gilt eben vor allem für einen Währungsverfall. Man sollte aber nicht alles auf ein Szenario setzen!

Du kannst nicht berechnen, um welchen Preis du Waren nach einem Crash verkaufen kannst. Wie soll das gehen, wenn du nicht mal weißt, welche Währung es dann geben wird. Du kannst die Kaufkraft in einer Welt beliebig ausweitbarer Geldmengen also nicht mit einer Zahl quantifizieren. Bei Gold gibt es das Beispiel, dass man für eine Unze vor 2.000 Jahren eine gute Tunika und heute einen guten Anzug bekommt. Ich halte das allerdings aus mehreren Gründen nicht wirklich für einen validen Vergleich. Das ist aber noch der besten Versuch die Kaufkraft - in diesem Fall von Gold - über längeren Zeitraum zu vergleichen. Bei Verwerfungen wie sie bei massivem Verfall einer Währung wie dem Euro auftreten können, kann es allerdings dennoch zu massiven Schwankungen der Kaufkraft kommen - auch von Gold, wobei dieses aufgrund seiner Eigenschaften eben noch am stabilsten sein dürfte.

Zum richtigen Zeitpunkt von Kauf und Verkauf (ausgehend vom Szenarion eine Währungschrashs):

Kauf: vor dem Crash. Wenn du in etwas investierst, dass einigermaßen wertstabil ist, und wenn es dir darum geht, dich vor einem möglichen (Fast-)Totalverlust deiner Kaufkrauft abzusichern, sollte es nicht von allzu großer Bedeutung sein, ober der Wert gerade ein paar Prozentchen gestiegen oder gefallen ist.

Verkauf: sobald wieder eine stabile Währung etabliert ist. Da das etwas dauern kann, ist auch die Teilbarkeit von Bedeutung, damit du immer Teile verkaufen kannst, wenn du Geld brauchst. Oder auch direkt damit bezahlen kannst, falls Geld gerade nicht so gut ankommt ;-)

So, das muss jetzt erst einmal reichen.

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schalkeattacke 17.12.2015, 13:26
@cedros

Alles super aber von Diamanten abzuraten ist falsch. Diamanten werden wenn man sie nicht gerade beim Juwelier kauft als sehr sicher eingestuft. Anders als bei Gold ( wovon ich ein Riesenfan bin ) wird der preis von einem konortium festgelegt. Dieser ist noch nie gefallen und die Wertsteigerung beträgt 8%.

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cedros 18.12.2015, 08:33
@schalkeattacke

8% im Vergleich wozu? Zum Euro? Die Frage bezog sich auf ein Szeniario, in dem der Euro zusammenbricht. Natürlich wird gerade dann der Preis eines Diamanten nicht fallen. Die Geschichte zeigt aber, dass in solchen Szenarien der relative Wert von Edelmetallen (relativ bezieht sich hier auf Konsumgüter, v.a. Lebensmittel und anderen Güter des täglichen Bedarfs) eher erhalten wird oder steigt, als jener von Diamanten. Das liegt vor allem an der besseren Handelbarkeit aufgrund der Einheitlichkeit. Die Echtheit von Gold kann man relativ schnell bestimmen. Und Gold ist immer Gold. Die Echtheit von Diamanten kann man vielleicht auch schnell bestimmen - aber ein Diamant ist nicht immer gleich viel wert wie ein anderer. Das Erschwert die Wertbestimmung und damit die Handelbarkeit enorm.

Das Abraten war keineswegs allgemein gemeint, sondern bezog sich eben auf das gefragte Szenario. Obwohl ich einräumen muss, dass Diamanten im Extremfall auch da einen Vorteil haben: nämlich die höhere Wertdichte und damit leichtere Transportierbarkeit. Wenn man damit rechnet, flüchten zu müssen, tut man sich mit hochwertigen Diamanten etwas leichter, als mit Goldbarren.

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Ich kenne mich mit Investitionen in Sachwerte zur Geldanlage nicht besonders gut aus

Merke ich, denn du zählst nur Rohstoffe auf. Immobilien, Fonds und Aktien nennst du gar nicht.

Wo kann ich die Preise einsehen und verfolgen.

Auf jeder Webseite die ein Angebot bezüglich der Kapitalmärkte hat.

Wie kann ich den richtigen Zeitpunkt des Kaufs und Verkaufs einschätzen?

Fachwissen und Erfahrung

Macht es Sinn in verschiedene Produkte zu investieren um das Risiko zu minimieren?

Ja.

Welche Sachwerte außer Immobilien gibt es noch um sein Geld zu investieren (geringer Verschleiß, geringer Lageraufwand).

Aktien und Fonds. Wobei Fonds sich wieder unterteilen lassen in Asset-Klassen.

Gibt es noch andere Dinge die ich beachten muss?

§ 32d EStG.

Gold ist bisher sehr stabil gewesen und sicher eine solide Alternative als Wertanlage. Die Renditen bei Renten und (Staats-)Anleihen sind 2014 wohl besser ausgefallen als erwartet.

Technohunter 04.02.2015, 18:50

Im Moment ist der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro nicht besonders hoch, was die Goldpreise dadurch in Europa in die Höhe treibt, da Gold ja in Dollar gehandelt wird, liege ich da richtig? Wenn dem so wäre würde es zur Zeit keinen Sinn machen in Gold zu investieren, wenn man davon ausgehen kann das der Wechselkurs wieder steigt.

Gruß Technohunter

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thetee99 04.02.2015, 19:58
@Technohunter

Der Dollar ist generell (noch) die Leitwährung für alles, z.B. Öl und andere Rohstoffe. Ich bin kein Experte! aber für mich scheint es logisch das Gold, genau wie in den vergangen zig tauschend Jahren einen relativ stabilen Wert haben wird.. vorallem wenn man davon ausgeht das es zu einer Währungskrise kommt. Gold kann man schließlich auch nicht nachdrucken :) Silber ist fast nichts wert und von Diamanten würde ich generell die Finger lassen, da der Handel stark sanktioniert ist (Blutdiamanten)...

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