Geld an Inkasso oder direkt Gläubiger bezahlen?

6 Antworten

Hier wird leider sehr viel Falsches behauptet.

Ganz grundsätzlich gibt es zwei Varianten, wie ein Inkassobüro ins Spiel kommt. Die erste Variante ist die einfache Beauftragung als Inkassodienstleister, bei dir Schulden einzutreiben.

Die zweite Variante ist die Abtretung. Hierbei kauft das Inkassobüro eine Forderung auf, der Gläubiger ist ausbezahlt worden und fortan tritt das Inkasso selbst als Gläubiger auf. Wichtig: Die Umschreibung "Zum Einzug abgetreten", die gerne von Inkassos verwendet wird, ist keine Abtretung nach dem BGB.

Der wesentliche Unterschied ist: Bei der ersten Variante ist und bleibt der ursprüngliche Gläubiger Besitzer der Forderung und Zahlungen an den ursprünglichen Gläubiger sind und bleiben schuldbefreiend. Bei der zweiten Variante sind in der Theorie Zahlungen an den Gläubiger zwar nicht mehr schuldbefreiend, aber normalerweise wird der Gläubiger das Geld ans Inkasso weiterreichen. Ganz wichtig ist: Wenn es eine Abtretung gibt, handelt das Inkassobüro fortan in eigenem Namen und darf ganz grundsätzlich weder Inkassogebühren noch ähnliches einfordern.

auf vielen Foren kommentieren leute dass man es nicht der Inkasso zahlen soll

Das hat einen guten Grund. Inkassobüros sind bei größeren Gläubigern, also Konzernen/ großen Internethändlern usw., vollkommen überflüssig. Sie machen etwas rechtlich total widersinniges: Sie schreiben die zweite, dritte oder vierte Mahnung, obwohl das a) der Gläubiger selbst kann und b) rechtlich vollkommen absurd ist. Wenn du eine Mahnung erhalten hast, bist du in Verzug und eine zweite oder dritte Mahnung macht sich nett in der Papiertonne aber rechtlich hat sie exakt 0 Gegenwert. In diesem Massengeschäft erbringt das Inkassobüro auch sonst 0 Leistung, da es weder eine Rechtsberatung durchführt, noch den Einzelfall jemals prüft.

Wenn aber das Inkasso keine Leistung erbringt, wieso beauftragt der Gläubiger es dann? Ganz einfach: Weil es dem Gläubiger vertraglich garantiert, nichts zu kosten. Nur deswegen funktioniert diese Masche. Mit der Zahlung an den Gläubiger, zweckgebunden auf Hauptforderung, Briefporto und Zinsen, trickst man das Inkasso nun aus. Der Gläubiger hat sein Geld und die Schuld ist bezahlt. Das Inkasso kriegt nichts. Es meckert und schimpft, aber welche Möglichkeiten hat es? Exakt gar keine. Es darf nicht selbst klagen. Nur der Gläubiger darf klagen, da die Inkassogebühren zum Schadensersatz gehören. Zu dumm, dass das Inkasso aber nie eine Rechnung an den Gläubiger stellt...

auf keinen fall mit denen eine Rate vereinbaren soll

Zumindest nicht, wenn es anders geht. Ratenvereinbarungen lösen nur neue Gebühren aus. man wird gezwungen, schriftlich allerhand Unfug anzuerkennen, der vor Gericht gar nicht durchsetzbar ist (Kontoführungskosten usw.). Das alles geht mit einer Ratenzahlung einher. So blöd das klingt: Ein Inkassobüro, was zuerst eine 1,3 Gebühr Inkassokosten, dann noch eine 1,5 Gebühr für Ratenvereinbarung fordert, ist teurer, als ein gerichtlicher Mahnbescheid, das Warten auf den Gerichtsvollzieher und das Verabreden einer Ratenzahlung mit dem Gerichtsvollzieher.

wie sieht es mit Zinsen aus

Ab Verzug musst du Zinsen zahlen. Natürlich auch an den Gläubiger, denn ihm entstehen diese Zinsen als Schaden. Erlaubt sind allerdings nur 5% über Basiszins. Auszurechnen beispielsweise hier: www.basiszins.de/zinsrechner

Das kann man kürzer beschreiben, bei anderen rummeckern und dann den gleichen Kram schreiben nur viel mehr was nicht gefragt wurde

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@netzotto

Bist du nun irgendwie neidisch, weil du mit deinen Banken und ähnlichem total daneben gelegen hast? :-D

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Immer an den Gläubiger.

Der Grund dafür findet sich im § 367 BGB. Dieser regelt wie Inkassobüros Zahlungseingänge zu verrechnen haben und in dieser Hackordnung ist die Hauptforderung sehr weit hinten einsortiert.

Entscheidend ist aber gerade diese, denn diese begründet den Anspruch schließlich und von ihr aus errechnen sich Zinsen etc.

sondern direkt an den Gläubiger, wie sieht es mit Zinsen aus ?

Genau so. Der Verzug schadet ja dem Gläubiger und dem sind die Zinsen zu ersetzen.

Faustregel :

Zahlungen logischerweise immer zweckgebunden (nur hauptforderung) an den Gläubiger /Forderungsinhaber und nicht ans Inkassobüro

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