Gekündigt worden, darf sein Chef das?

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12 Antworten

Wenn das Arbeitsverhältnis schon länger als 6 Monate besteht, ist die Kündigung ohne Nennung von Gründen nicht möglich. Sofern es ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ist, könnte der Arbeitgeber allenfalls über eine betriebs-, oder eine verhaltensbedingte Kündigung das Arbeitsverhältnis auflösen. Hierzu müssen jedoch Gründe genannt und nachgewiesen werden.

Ein befristetes Arbeitsverhältnis kann ohne Nennung von Gründen zum Ende der Befristung beendet werden.

Eine Krankheit bzw. Krankschreibung bringt keinen erweiterten Kündigungsschutz mit sich wie z.B. eine Schwangerschaft.

Generell muss der Anwalt in der ersten Instanz des Arbeitsgerichtes immer von jeder Partei selbst bezahlt werden. Das heisst, wer den Prozess gewinnt, bleibt trotzdem auf seinen Anwaltskosten sitzen.

Sofern es sich um ein unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt, würde iach auf jeden Fall dagegen vorgehen.

Wobei: nicht vergessen, Anwaltskosten Arbeitsgericht kann man bei den Werbekosten in der Steuererklärung angeben.

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@Violetta1

Das stimmt natürlich, aber nach der steuerlichen Absetzbarkeit war hier nicht gefragt.

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Eine ordentliche Kuendigung muss gegenueber dem Gekuendigten NICHT begruendet werden. Lediglich bei einer fristlosen Kuendigung hat der Gekuendigte auf Verlangen einen Anspruch auf schriftliche Mitteilung der Kuendigungsgruende. Im Kuendigungsschreiben selbst muss jedoch nie eine Begruendung stehen.

Kuendigungsschutzklage geht i.d.R. nur innerhalb von 3 Wochen ab Zugang der schriftlichen Kuendigung. Nur in ganz seltenen Faellen geht es auch noch spaeter. Dies aber nur, wenn der Gekuendigte vorher wirklich keine Moeglichkeit zur Kenntnisnahme hatte. Ein einfacher Krankenhausaufenthalt reicht hierfuer nicht aus. Er haette jemanden beauftragen koennen und muessen, den Briefkasten regelmaessig zu leeren und wichtige Schreiben an ihn weiter zu leiten. Anders waere es beispielsweise, wenn er im Koma gelegen haette.

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@DerCAM

Hier muss ich dich berichtigen.

Sofern das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, ist die Kündigung in jedem Fall zu begründen.

Es ist richtig, dass vielfach Ausschlussfristen in den Arbeitsverträgen oder in dem Arbeitsverhältnis zugrundeliegenden Tarifverträgen enthalten sind. Dies ist jedoch nicht zwingend so geregelt.

Von Rechtswegen verjähren Lohnforderungen nach 3 Jahren.

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@Interesierter
Sofern das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, ist die Kündigung in jedem Fall zu begründen.

Ich schrieb ausdruecklich: "Eine ordentliche Kuendigung muss gegenueber dem Gekuendigten NICHT begruendet werden." Daran aendert auch ein bestehender Kuendigungsschutz nichts. Dass der Arbeitgeber bei einer Kuendigungsschutzklage die Kuendigung gegenueber dem Gericht begruenden sollte, steht auf einem anderen Blatt. Er muss es aber auch dort nicht, hat dann aber keine Chance auf eine gerichtliche Feststellung der Wirksamkeit seiner Kuendigung.

Es geht hier auch nicht um irgendwelche Ausschlussfristen fuer Lohnforderungen sondern um die gem. KschG § 4 dreiwoechige Frist fuer die Erhebung einer Kuendigungsschutzklage.

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Auch wenn man krank ist, kann man gekündigt werden. Für die Kündigung ist nur vorgeschrieben, dass sie schriftlich erfolgen muss (§ 622 BGB). Eine Vorschrift, dass die Kündigung vom Arbeitgeber begründet werden muss, gibt es nicht. Insofern: ja, das darf er.

Dein Freund sollte umgehend Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen, falls die Kündigung noch keine 3 Wochen zurück liegt. Wichtig dabei ist nicht, wann die Kündigung abgeschickt wurde, sondern wann sie bei deinem Freund eingegangen ist.

Außerdem ist es wichtig, sich umgehend beim Arbeitsamt zu melden.

Entgegen jeder landläufigen Meinung kann man während krank durchaus gekündigt werden. Auch wegen krank kann man gekündigt werden (kommt aber selten vor, da nennen sie dann doch lieber was anderes).

Guck mal hier: http://www.anwaltseiten24.de/arbeitsrecht/kuendigung.html

Das Gesetz unterscheidet nach der Art der Kündigung zwischen personenbedingter, verhaltensbedingter und betriebsbedingter Kündigung.

Was ist bei der Kündigungserklärung zu beachten?

Aus dem Kündigungsschreiben muss der Wille das Arbeitsverhältnis zu beenden eindeutig hervorgehen. Das Wort "Kündigung" muss unbedingt enthalten sein. Die Kündigung braucht nicht begründet werden, es sei denn, die Kündigung betrifft ein Ausbildungsverhältnis oder eine Begründung wird im geltenden Tarifvertrag oder durch eine Betriebsvereinbarung vorgeschrieben. Bei Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung muss dem Gekündigten der Kündigungsgrund auf Verlangen unverzüglich mitgeteilt werden (§ 626 Abs. 2 BGB).

Der Arbeitnehmer muss vor Ausspruch der Kündigung nicht angehört werden. Eine Anhörungspflicht besteht jedoch für den Betriebsrat ( >> Anhörung des Betriebsrates) gemäß § 113 BetrVG. <<<

Dein Freund sollte sich auf jeden Fall sofort beim Arbeitsamt melden. (so vermeidet er eine evtl. Sperrzeit).

Amt sagt eigentlich immer: Kündigungsschutzklage einreichen. Das geht, meine ich, nur mit Anwalt. Da könnt Ihr ggf. Prozesskostenbeihilfe beantragen (vorher checken, ob bedürftig).

Um gekündigt zu werden, muss man ix verbrechen oder anstellen.. Arbeitskraft ist, so wird das genannt, ein Wirtschaftsfaktor. Und kranke Leute sind unwirtschaftlich. Die können sich vorher ruhig den A* aufreissen, dann ist das egal.

Nett, ne? Ich sag mal nur: Erfahrung. Als angestellte Chjeffin und als einfach "angestellte".

Loyalität gibts da heutzutage scheinbar nur noch auf einer Seite.

Also haben sie ihn zum 30.9. gekündigt. =>

Was ist mit evtl. Überstunden und restlichem Urlaub? Da hat er noch nen Anspruch drauf. Entweder ausbezahlt oder abgefeiert.

2 Wochen war er schon krank?

Jetzt hoff ich ja mal, dass ihm das nicht so auf die Gesundheit geht, dass er noch darüber krank wird. Man kriegt Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ja nur bis zur 6. Woche hust

Er muss den Urlaub den er jetzt noch hat nehmen da sein Chef nicht fair genug ist den ihm auszuzahlen wenn er da nicht mehr arbeitet. Er war fast 5 Wochen krank wenn ich richtig gerechnet habe. ich hoffe einfach das alles sich aufklärt, einen Anwalt haben wir in dem Falle schon, wusste nur nicht ob es sich lohnt ihn anzurufen, ist ein Verwandter von meinem Freund der ihm bei so was immer helfen will.

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Im krank kann gekündigt werden. Gründe müssen nicht unbedingt genannt werden. Der Arbeitgeber will natürlich von der Lohnfortzahlung weg. Dein Freund sollte sofort zu seiner Krankenkasse, und einen Krankengeld Auszahlungsantrag holen. Wenn er wieder gesund geschrieben ist, sofort zum Arbeitsamt. Wenn er 2 Jahre gearbeitet hat, bekommt er Alg.1. Die Schulden können warten. Wenner so schon psych. Probleme hatte, und dies so sehr bis zur Herzmuskelentzündung. dann ist das nicht der richtige Ort für ihn. Vielleicht sollte er mal über alles nachdenken. Etwas weniger arbeiten, damit er nicht eines Tages womöglich noch tot umfällt. Gottt behüte. Natürlich kann er gegen seine KÜndigung klagen, das steht ihm immer frei.

Einen Grund muß der Arbeitgeber schon angeben. Aber vielleicht ist es für deinen Freund ja sogar ganz gut, dass er dort nicht mehr arbeiten muß. Das Verhältnis zwischen ihm und seinem Chef scheint ja nicht das Beste zu sein. Wenn durch eine Arbeitsgerichtsklage die Kündigung zurückgenommen werden müßte, dann wären die Spannungen bestimmt noch viel schlimmer. Schaut auf alle Fälle ob dein Freund nicht einen neuen Job findet. Hier im Rhein-Main-Gebiet z.B. werden Ausgebildete Leute für den Sicherheitsdienst immer gesucht. Vielleicht ja auch in eurer Wohngegend. Viel Glück und vor allem Gute Besserung für deinen Freund.

Das mit dem Grund stimmt so nicht.

Aber der Rst absolut.

Als ich das mal mit nem AG hatte, meinte mein Anwalt auch: "wenn Sie gewinnen, dürfen Sie zurück und die finden schon was, um Sie dann fertig zu machen. Wollen Sie das?"

ich habe 2sek überlegt und dann gesagt, okay, dann pokern sie noch ein bisschen mit d er Abfindung (ja, die gabs in meinem Falle tatsächlich, weil sie mich unbedingt loswerden wiollen. Nach 7 Jahren A*-aufreissen, nur weil ich akut 2 Wochen ins Krankenhaus musste)

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Das denke ich genau so, einen Grund sollte es schon in einer Kündigung geben. Mein Freund verstand sich mit seinem Chef immer sehr gut zwar sind sie keine Freunde aber dennoch war das Verhältnis zwischen den beiden nie angespannt. Es gab zwar ab und an mal kleine Probleme die sich aber schnell mit klären Worten gelöst haben. Da mein Freund die ganze Zeit schon vor der Entzündung mit dem Gedanken für sich gespielt hat eine andere Arbeit zu suchen ist es in dem Sinne nicht wirklich so schlimm. Aber in den letzten Wochen war alles drunter und drüber so das es ihn heute ziemlich schockiert hat.

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Nein, natürlich muss er das nicht hinnehmen. Kündigungen ganz ohne angegebenen Grund sind ohnehin schwer zu gewinnen - für den Kündigenden, nicht den Arbeitgeber.

Allerdings wäre wichtig zu wissen, wie lange er da schon arbeitet. Ist er noch in der Probezeit (regulär 6 Monate), dann kann eine Kündigung auch ohne angegebenen Grund ausgesprochen werden.

Wie man dagegen vorgehen kann, findest du z.B. hier: http://www.arbeitnehmer-kuendigung.de/kuendigungsschutzklage.php. Wenn man sich fit genug fühlt, braucht man allerdings auch keinen Anwalt, es ist halt die Seite eines Anwaltes, da wird eben dazu geraten, einen zu nehmen :) So käme er evtl zu einer Abfindung o.ä. Ein guter Arbeitsplatz scheint es aber auch nicht gerade zu sein.

Verzeihung, ich hab mich oben etwas verhaspelt mit den Infos. Er arbeitet seit zwei Jahren in dem Betrieb. Vielen Dank für deine Antwort!

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@Abigail95

Dann versucht es ruhig mit der Klage, auch wenn es langfristig wahrscheinlich nicht gut ist, dort zu bleiben. Aber auch Abfindungen lassen sich bei sowas aushandeln und man muss anschließend den Job auch nicht wieder antreten, wenn man etwas anderes gefunden hat.

Ich wünsche viel Erfolg

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Umgehend Kündigungsschutzklage einreichen!

Nach der Probezeit muss ein Arbeitgeber eine Kündigung begründen (anerkannte Gründe nennen).

Eine Begründung ist bei ordentlicher Kündigung nicht erforderlich!

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@DarthMario72

In Deutschland schon. Nicht wenn der Arbeitnehmer kündigt. Aber der Arbeitgeber muss bei Kündigung nach der Probezeit Gründe angeben.

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dein freund sollte sich doch mal beraten lassen. einen mitarbeiter ohne grund zu kündigen ist nicht zulässig und würde von jedem arbeitsgericht abgeschmettert werden. sicher das kein grund im schreiben stand?

Wo steht dass die Kündigung begründet sein muss?

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Egal, ob die Kündigung nun rechtens ist oder nicht (dazu kenn ich mich nicht genügend aus), sollte Dein Freund auf jeden Fall sofort zum Arbeitsamt und sich dort melden. Somit ist schon mal ausgeschlossen, dass er ohne Geld dasteht.

Wir kennen den Vertrag nicht und ob das rechtens ist kann man jetzt nicht sagen. Er hat sich ja vermutlich abgemeldet beim Chef wegen der Krankmeldung. Wie gesagt, wir kennen den Vertrag nicht. Der soll gleich wieder zum Arzt und sich weiter krankschreiben lassen und die Sache in Ruhe mit dem Chef klären.

Wenn der Kuendigungszugang noch keine 3 Wochen zurueck liegt, kann dein Freund noch Kuendigungsschutzklage beim zustaendigen Arbeitsgericht erheben. Das ueberprueft dann, ob die Kuendigung berechtigt erfolgte oder nicht. Kuendigungszugang = der Tag, an dem die Kuendigung in den Hausbriefkasten eingeworfen wurde.

Nach Ablauf der 3 Wochen ist die Erhebung einer Kuendigungsschutzklage i.d.R. hingegen nicht mehr moeglich und die Kuendigung wirkt so, wie sie ausgesprochen wurde.

und das klingt für mich als ob die Kündigung schon einige Wochen im Briefkasten geschlummert hat!?

Aber das müßt ihr selbst wissen wann dieses Schreiben zugegangen sein könnte. Der Krankenhausaufenthalt ändert nix am Zugang. (Ausser er hätte im Koma gelegen)

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@Maximilian112

Wir haben den Brief erst heute bekommen, wurde heute mit der Post rein geschmissen. Geschrieben wurde alles am 25.8.14 von seinem Chef.

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@Abigail95

Entscheidend ist der Zugangstag. Der Tag, an dem die Kuendigung geschrieben oder abgeschickt wurde, spielt keine Rolle.

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Wie lange ist Dein Freund in dieser Firma angestellt? Was steht in seinem Arneitsvertrag? Leider zu ungenaue Infos für eine Antwort

Sorgfältig lesen hilft:

####

Er arbeitet seit zwei Jahren im Sicherheitsdienst, der Betrieb hat mehr als 10 Mitarbeiter ...
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@Maeeutik

Stimmt! Denn als ich nachgefragt habe gab es diese Info noch nicht. Gute Besserung! (Bei Intilligenzdiharroe hilft Luft anhalten)

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