Geklaute Textpassagen in Dorfchronik

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4 Antworten

Das sollte heutzutage aber doch jeder wissen, dass das nicht geht! Es geht schon um eigene Texte deiner Freundin, nicht um Augenzeugeninterviews oder so was? Selbst wenn deine Freundin ihr erlaubt hätte, Auszüge ihrer eigenen Texte zu verwenden, muss man die Quelle nennen. Das ist nicht nur wissenschaftliches Fehlverhalten von der Autorin der Dorfchronik (was die vielleicht nicht stört, da es keine Abschlussarbeit ist), sondern Diebstahl geistigen Eigentums.

Ich weiß natürlich nicht, wie weit deine Freundin gehen möchte. In so einem Dorf ist man ja oft persönlich eng verbandelt und den großen Skandal will sie vielleicht nicht heraufbeschwören. Sie könnte theoretisch eine finanzielle Entschädigung fordern, quasi nachträglich ein Honorar für ihre Arbeit. Welche Schritte man da unternehmen könnte, kann ich aber nicht genau sagen. War es eine Seminararbeit an der Uni? Manche Unis haben eine Rechtsberatung für Studis. Es wäre am besten, wenn sie sich da erkundigt. Und sie sollte natürlich die Bekannte ihrer Mutter zur Rede stellen, falls sie es noch nicht getan hat.

Das Allermindeste wäre, dass der Verweis auf die Seminararbeit nachträglich reinkommt. Drunter würde ich keinesfalls gehen. Eventuell müssen die Herausgeber eben Zettel mit der Ergänzung in jedes noch nicht verkaufte Buch einzeln reinkleben. Wenn die Plagiate sehr umfangreich sind, könnte sie darauf bestehen, als Mitautorin genannt zu werden. Das sollte sie sich aber gut überlegen, ob sie diesen Text mitverantworten möchte. Ob man ihre Arbeit komplett einfügen könnte, weiß ich nicht.

Das ist durchaus keine Lappalie. Zum einen hat sich deine Freundin Arbeit gemacht und jemand anderes glänzt damit. Für Wissenschaftler ist die Anzahl ihrer Veröffentlichungen und der Verweise auf ihre Arbeiten sehr wichtig für ihre Reputation, die wiederum beim beruflichen Weiterkommen notwendig ist. Auch deshalb versteht man da keinen Spaß.

Eine Rechtsberatung gibt es bei ihr nicht. Sie befragt morgen ihren Betreuer wie sie vorgehen kann. Er müsste doch auch Rechte an dem Text besitzen?! Zumindest hat sich mein Prof. als Zweitautor in meine erste Veröffentlichung eingetragen :D

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@antiranker

Der Betreuer hat keine Rechte. Das Verhalten deines Profs ist zwar üblich, aber eigentlich nicht korrekt.

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@antiranker

hat sich mein Prof. als Zweitautor in meine erste Veröffentlichung eingetragen <

"mein" - ist bei der Frage die Freundin nur vorgeschoben und geht es eigentlich um dich bzw. deine Arbeit?

Egal, die richtige Antwort von stelari nochmal durchlesen.

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@jonas50

Ich würde es mir verbitten, wenn ich jemand als Co-Autor angeben müsste der an dem Werk nichts mitgearbeitet hat - das ist eine Unsitte an den Unis und Fachhochschulen die rechtlich keinerlei Bestand hätten - käme es zum Streit. Ein Miturheber - zu dem er dann wird - kann nur den Teil beanspruchen de er selbst auch mitgewirkt hat und das wäre hier dann gleich Null Nadda Niente Zero Nix

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@stelari

Das kannst du ja mal freundlich demjenigen mitteilen, der am Ende Hauptgutachter deiner Dissertation ist. Zudem haben Veröffentlichungen in Magazinen keine unterschiedlichen Abschnitte mit unterschiedlichen Autoren.

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@TETTET

Ich hab mal gegoogelt und mehrere offizielle Merkblätter von Hochschulen gefunden, die ausdrücklich sagen, dass die Urheberrechte schon bei einer Diplomarbeit beim Diplomanden liegen und weder Themenstellung noch Betreuung eine Miturheberschaft begründen.

Auf einem entsprechenden Merkblatt eines einzelnen Professors wird dagegen auf seine Miturheberschaft verwiesen. Das scheint mir ein (veraltetes?) Gerücht zu sein, das ich auch mehrfach im Studium gehört und geglaubt habe.

Dass die realen Machtverhältnisse u.U. der Durchsetzung des eigenen Rechts im Weg stehen können, ist eine andere Sache.

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@BjoernWilhelm

Ehrlich gesagt, waren Diplomarbeiten unseren Profs völlig egal. Es ging um Veröffentlichungen in Fachpublikation und auf Tagungen.

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Deswegen gibt man Seminararbeiten nie einfach so raus. es kann auch sein, dass ihr dann das abschreiben vorgeworfen wird... (falls zb ins Internegt gestellt wird etc etc)

Eine Entschädigung wird wohl nicht rausspringen, da die arbeit wohl nicht von großem öffentlichen Interesse ist.

dreist finde ich es trotzdem. ich würden denen gehörig den Kopf waschen.

Kommt drauf an: wollt ihr euch mit denen richtig anlegen? Um wieviel geht es denn? paar sätze? sind diese sätze wirklich ihre eigene arbeit oder einfach nur selbst umgeschrieben? Falls kein eigener wirklicher Transfer ist es immernoch die arbeit der primärquelle und nicht ihre eigene. sie hat die quellen ja auch woher. wenn sie nicht gerade vergleichend geschrieben hat, sondern nur selbst die quellen umformuliert... ist es außer etwas unverschämt und höflich nichts strafbares.-

Verlangen kann man viel, aber das muss man ja auch rechtllich duchboxen, wenn sie sich weigern. ein Gespräch wird wohl mehr klarheit bringen..

Nach der gängigen Rechtsprechung hat die Quellenangabe dem Zweck zu folgen, das zitierte auch überprüfen zu können - somit wäre es ausreichend, wenn nur die Quellangaben übernommen werden, die in der Seminararbeit aufgenommen wurden.

Ich verstehe die Frage nun so, dass lediglich die Zitate aus der Seminararbeit übernommen wurden und nicht die eigenen Worte der Autorin der Arbeit - damit würde keinerlei Pflicht vorliegen die Autorin selbst als Quelle zu nennen - sie ist ja nicht der Urheber der Zitate, sie gibt sie nur wieder. Hier würde nun das Jedermannprinzip greifen - jeder der die Zitate gefunden hätte hätte sie wiedergeben können, dass sie 1:1 übernommen wurden ist auch korrekt so, denn ein Zitat muss unverändert wiedergegeben werden und wenn es doch verändert wurde, dann ist auch das zu kennzeichnen.

Anders sieht es aus, wenn auch Inhalte aus der Seminararbeit übernommen wurden, die selbst keine Zitate sind, sonder erstmals in der Chronik zitiert werden. Es kann also kein Zitat eines Zitates geben - es gibt nur das Zitat selbst.

Zusammengefasst - Sie kann nur dann Ansprüche anmelden, wenn Inhalte der Seminararbeit wiedergegeben werden die ihre eigenen Worte darstellen und selbst keine Zitate sind. Die Zitate die die Autorin selbst in die Arbeit eingebracht hat, dürfen so jederzeit ohne Angabe der Autorin als Quelle übernommen werden, jedoch mit Angabe der Quelle der "zitierten Zitate" - also die Quellenangaben die die Autorin selbst genannt hat, nicht aber die Autorin selbst als Quelle. Sie unterliegen nicht dem Urheberrecht, da sie nicht der Urheber der Zitate ist - ergo entfällt sie als Quelle vollständig

Wenn ich etwas zitiere und du zitierst das was ich zitiert habe, dann falle ich als Quelle vollständig weg da ich nicht der Urheber des Zitates bin, denn der Anspruch auf die Angabe der Quelle kann nur der Urheber selbst einfordern - wäre sie jetzt als Quelle angegeben worden, dann wäre die Angabe der Quelle rein rechtlich nicht korrekt, denn sie ist nicht die Quelle des Zitates, sondern in der Situation nur der "Überbringer"

Wenn dem also so ist, dass aus der Seminararbeit lediglich die Zitate übernommen wurden, wäre es faktisch unzulässig hier Ansprüche anzumelden...

Dem stimme ich zu.

Und wieder mal gilt bei dieser Frage: Ohne genaue, vollständige Darstellng des Sachverhalts kann man keine konkrete richtige Antwort erhalten.

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Da ich nicht von Zitaten spreche gilt diese Antwort wohl nicht. Man kann auch eine Zusammenfassung und Interpretation eines Buches schreiben und das Buch als Quelle angeben. Wenn diese Zusammenfassung 1:1 von jemand anderem übernommen wird ist das kein Zitat eines Zitates?!

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Sie ist nicht die Quelle für die Geschichtsdaten, das ist die alte Literatur. Deshalb ist es nicht verbotenes ihren Namen gar nicht zu erwähnen.

Das stimmt nur, wenn sie selbst nur ein altes Buch abgeschrieben hätte. Wenn sie Informationen recherchiert und einen eigenen Text darüber verfasst hat, ist er ihr geistiges Eigentum. Denn sie hat sich Arbeit gemacht und etwas Neues produziert. Selbst wenn sie das (noch) nicht veröffentlicht hat und zum Lesen privat weitergegeben hat, muss man die Quelle angeben, wenn man auch nur Gedanken oder Informationen daraus übernimmt. Bei unveröffentlichten Texten würde ich auch das nur mit Einverständnis der Verfasserin tun. Wenn man ganze Passagen abschreibt, darf man das nur mit ihrer Genehmigung.

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Warum sollte sie nicht die Quelle sein? Sie hat alte Briefe/Verordnungen aus dem Dorfarchiv/Kirchenarchiv durchforstet ,"übersetzt" (Sütterlin) und interpretiert. Daraus ist ein Text entstanden der wohl auf sie zurückzuführen ist...

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