Geht "Mein Kampf" auch auf Hitlers Kind- und Jugendzeit ein?

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Ja, Adolf Hitler, mein Kampf, geht auf seine Kindheits - und Jugendzeit ein.

Sehr ausführlich sind die Informationen nicht, aber es gibt z. B. ein paar Aussagen zu Lebensumständen in Orten, in denen er aufwuchs, über seinen Vater und seine Mutter, zu Erlebnissen in der Schule (wobei er über die meisten Lehrer schlecht urteilt; eine Ausnahme ist Leopold Pötsch, bei dem er an der Realschule in Linz Geschichtsunterricht hatte), Besuch von Theater und Oper. Die Darstellung ist durchstreut mit allgemeinen Bemerkungen (oft politischer und weltanschaulicher/ideologischer Art).

Die Kindheits - und Jugendzeit ist behandelt in:

Band 1. Kapitel 1: Im Elternhaus

Band 1. Kapitel 2: Wiener Lehr- und Leidensjahre

„Wiener Lehr- und Leidensjahre“ bezieht sich auf die Jahre in Wien 1907/1908 – 1913, aber zu Anfang gibt es einige Bemerkungen über frühere Besuche in Wien und Erlebnisse seiner späten Jugendzeit.

Die autobiographischen Äußerungen sind eine lückenhafte Darstellung, Angaben teilweise ungenau, Aussagen nicht selten verfälschend. Adolf Hitler hat eine Selbststilisierung unternommen. Sie ist stark davon bestimmt, sich als verkanntes Genie hinzustellen, als rebellischen Außenseiter, der gegen alle Widerstände den vom »Schicksal« bzw. von der »Vorsehung« vorgezeichenten Weg gegangen ist.

Zu Hitlers Selbstdarstellung kann etwas entnommen werden, in Bezug auf tatsächliches Geschehen ist aber große Vorsicht angebracht (Vergleich mit kritischen wissenschaftlichen Darstellungen als Kontrolle).

In Bibliotheken gibt es eine neue kritische Ausgabe mit Angabe von in den verschiedenen Ausagen voneinander abweichenden Textfassungen an einzelnen Stellen, Erläuterungen, ergänzenden und berichtigenden Informationen:

Hitler, Mein Kampf : eine kritische Edition. Band 1 – 2. Herausgegeben von Christian Hartmann, Thomas Vordermayer, Othmar Plöckinger, Roman Töppel. Unter Mitarbeit von Edith Raim, Pascal Trees, Angelika Reizle, Martina Seewald-Mooser. Im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin. Institut für Zeitgeschichte München – Berlin, 2016. ISBN 978-3-9814052-3-1

Um viele Buchquellen zu haben, hilft eine Benutzung von Biographien in Bibliotheken, z. B. von Joachim Fest (zuerst 1973, Neuausgabe 2003), Ian Kershaw (zuerst 1998), Volker Ullrich (2013), mit Blick in Anmerkungen und Literaturverzeichnis/Bibliographie.

Da steht was drin, natürlich aus der Sicht Hitlers selbst, der an seiner eigenen Legende strickt. (benutzt die neue, kommentierte Ausgabe).

Viel gut recherchierte Info zum jungen Hitler, wie er aufwuchs, was er lernte und tat, was er las, wie er lebte, was in dieser Zeit allgemein in der Luft lag und in den Medien diskutiert wurde, gibt es in dem Buch "Hitlers Wien" von der Historikerin Brigitte Hamann. Liest sich super.

In der älteren Hitler-Biografie von Joachim Fest ("Hitler") steht auch einiges, z.B. über Hitlers Familie und Schulzeit.


Hallo.

Ja, das erste Kapitel von Mein Kampf lautet "Im Elternhaus" (oder so ähnlich). Da beginnt Hitler damit, dass er von seinem Geburtsort und seiner Schulzeit erzählt. Das ist aber jeweils nur der Aufhänger, um einen Einstieg für die Darstellung seiner politischen Ideologie zu finden. Da stehen solche Dinge, dass klein Adolf in der Schule die Schläge des undeutschen Lehrers willig ertragen habe, als er sich geweigert hatte undeutsche Lieder zu singen...

Mein Kampf ist aber als Quelle zu Hitlers Biographie kaum geeignet, da Hitler da viele Sachen nachgewiesenermaßen falsch darstellt z.B. über seine Zeit in Wien.

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